Zitat von aequum:Ich bin ja nun wirklich kein Fachmann aber wenn ich @NineNinchen lese, meine ich beinahe schon gewisse Züge (zumindest ähnlich) des Stockholm-Sydroms zu erkennen. Mir ist bewusst, dass das nun hart oder vielleicht sogar verrückt klingt aber es kommt mir halt immermal wieder in den Sinn.
Ich kenne das auch von mir.
Wenn mir jemand etwas vowirft nehme ich es erstmal an und fühle mich schuldig.
Ich weiß nicht, ob das Stockholm Syndrome ist, aber es gibt sicherlich eine psychologische Erklärung dafür und ich glaube, es ist erlernt und vielleicht geschlechtsbezogen - weil ich das von meiner Mutter und Großmüttern auch kenne.
ETA: Ich habe mal unseren Freund ChatGPT gefragt:
Ja, es gibt mehrere psychologische Konzepte, die erklären können, warum Frauen (aber auch Menschen allgemein, besonders aber Frauen in bestimmten sozialen Kontexten) dazu neigen, Vorwürfe anzunehmen, selbst wenn diese unfair oder unbegründet sind. Hier sind einige relevante Phänomene:
1. Soziale Konditionierung / Geschlechterrollen
Frauen werden in vielen Kulturen traditionell dazu erzogen, fürsorglich, selbstlos, verständnisvoll und beziehungsorientiert zu sein. Diese Sozialisation kann dazu führen, dass Frauen sich schneller schuldig fühlen, wenn sie den Eindruck haben, nicht „genug“ gegeben zu haben – selbst wenn das objektiv nicht stimmt.
Zitat:
🔹 Beispiel: „Ich hätte mich noch mehr kümmern sollen, auch wenn es mir selbst schlecht ging.“
2. Over-Accommodation / Überangepasstheit
Manche Menschen – besonders in konfliktvermeidenden oder empathischen Persönlichkeiten – neigen dazu, Kritik sofort ernst zu nehmen und sich selbst zu hinterfragen, um Harmonie zu bewahren. Frauen tun dies häufiger, weil ihnen oft vermittelt wird, dass sie für das emotionale Klima in Beziehungen verantwortlich sind.
3. Imposter-Syndrom
Das Imposter-Syndrom (Hochstapler-Gefühl) betrifft viele erfolgreiche Frauen. Es führt dazu, dass sie ihre Leistungen nicht als ausreichend ansehen und innerlich glauben, sie müssten mehr tun, um „genug“ zu sein. Dadurch sind sie anfälliger für Selbstzweifel – und nehmen Kritik leichter an.
4. Internalisierte Schuld / Schuldübernahme
Wenn jemand immer wieder erlebt hat, dass sie für Probleme verantwortlich gemacht wurde, entwickelt sich oft ein Muster der internalisierten Schuld. Das heißt: Kritik wird schnell als gerechtfertigt wahrgenommen – unabhängig vom tatsächlichen Sachverhalt.
5. Gaslighting (emotionaler Missbrauch)
In toxischen Beziehungen wird manchmal gezielt das Gefühl vermittelt, nicht genug zu tun. Diese psychologische Manipulation kann dazu führen, dass Betroffene die Realität des anderen übernehmen – auch wenn sie objektiv nicht stimmt.
6. Narzisstischer Missbrauch / Co-Abhängigkeit
Menschen, die in Beziehungen mit stark narzisstischen oder fordernden Partnern stehen, werden oft manipuliert, um sich ständig verantwortlich zu fühlen – besonders, wenn sie „nicht genug gegeben“ haben. Dies ist eine Dynamik, die oft Frauen trifft, die gelernt haben, sich über das Geben zu definieren.
Fazit:
Wenn eine Frau Vorwürfe annimmt, obwohl sie objektiv unfair erscheinen, kann das auf gesellschaftliche Prägung, psychologische Muster (wie Schuld, Selbstzweifel oder Harmoniebedürfnis), oder sogar auf emotionale Manipulationhinweisen. Wichtig ist, diese Tendenzen zu erkennen und gesunde Abgrenzung zu lernen.