Oh hah, da ist man mal ein zwei Tage gut beschäftigt und hier stept der Bär
😅 Was ich an diesem thread so mag sind die, im großen und ganzen, wohlwollenden Beiträge aus verschiedenen Perspektiven.
Da kommt es mir oft so vor, als würde ein kleines Ninchen sich unter dem Tisch in Sicherheit bringen. Dabei hält sie die beiden Enden der Tischdecke ganz dolle fest und zieht daran, weil das könnte sie vor dem ganzen donnern und poltern schützen. Dabei ist das das ganze Geschirr, daß durch die gezogene Tischdecke überhaupt erst runterfallen konnte.
Und die Foristen hier geben sich alle Mühe die Tischdecke wieder zurück mittig auf den Tisch zu ziehen und geben dabei Hinweise, wie zb sich nicht weiter in die Tischdecke zu verkrallen.
Okay, genug von diesem unbrauchbaren Bild.
Zitat von sonntag_morgen: Wo ist eigentlich Miss_Next_Door?
Das hatte ich auch nicht mitbekommen, daß sie sich abgemeldet hat. Schade für uns.
Zitat von NineNinchen: kann ich immer noch nicht ganz fassen, das es wirklich mir passiert ist, dass es passiert ist. Wie soll ich etwas als ganz schlimm empfinden, wenn ich noch nicht mal richtig begriffen habe (nicht kognitiv), dass es wirklich passiert ist. Kann es nicht besser beschreiben.
Was mir dazu durch den Sinn geht ist etwas, das ich für mich so verstanden habe. Ich werde bestimmt nicht die richtigen Fachbegriffe nutzen noch konkrete Theorien benennen können. Aber ich hoffe, den Gedanken dennoch ein wenig transportieren zu können.
Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, daß Menschen unterschiedlich auf schlimme Erlebnisse reagieren.
Eine Möglichkeit, wenn etwas zu groß ist, um es zu verkraften, ist das abtrennen/ dissoziieren. Das machen viele Menschen, oft nur kurz, und danach geht es wieder weiter.
Es kann aber auch eine so starke, krasse Situation gewesen sein, daß die Abspaltung länger bleibt. Manchmal verfestigt sich die Abspaltung.
Und die kann sich wiederum in verschiedener Form darstellen. Das geht in einem post zu weit. Dafür gibt es diverse Bücher.
Aber wenn man sich Deine Geschichte der letzten 2-3 Jahre anschaut, besonders vor 1,5 Jahren, dann ist es mehr als ein Mensch alleine verkraften kann. Das wäre eine typische Situation, daß Mensch abspaltet, um sich erst einmal zu schützen. Später, wenn Stabilität und Sicherheit zurück sind, kann das aufgearbeitet werden.
Da bist Du gefühlt noch nicht.
Ich würde mich allerdings auch nicht wundern, wenn Du als Kind bereits das eine oder andere verdrängt oder gar abgespalten hast, damit der Rest von Dir einigermaßen 'gesund' aufwachsen kann.
Die große, erwachsene Nine wird mit Hilfe ihrer Therapeutin damit umgehen lernen.
Aber wie schon so oft formuliert: erst wenn Du soweit bist. Das beinhaltet auch die Teile in Dir, die die Erinnerungen, die Schmerzen, die Verzweiflung, die Angst oder die Panik halten.
Also im Grunde ist das eine Art, Dir Dein zb emotionales Überleben zu ermöglichen, weil, was passiert ist, hätte Dich ansonsten zerstört in der damals gegebenen Situation.
Okay, erstmal genug von diesem neuen Gedanken.