EineMitleserin
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Zitat von NineNinchen:Wir hatten halt gestern Abend wieder ein langes Telefongespräch. Der ursprüngliche Grund hätte eigentlich schneller geklärt werden können.
Du musst dich echt diesen längeren Gesprächen entziehen. Das ist absolute Kontrolle seinerseits. Du merkst ja selbst, dass diese Gespräche dich nur destabilisieren, emotional mitnehmen und zurückwerfen. Hier musst du für dich eine klare Grenze ziehen. Lass dich nicht mehr in Gesprächen über das Vergangene ein. Es ist vergangen - Punkt. Die Beziehung ist zuende. Alles was er noch tut ist eine Art der "Leichenfledderei", und das tut er nicht für dich und auch nicht um etwas aufzuarbeiten.
Zitat von NineNinchen:Ne ne. Mein Anteil an dem Desaster ist schon nicht gering.
Sagt wer? Er? Wo siehst du deine "nicht geringen" Anteile?
Es klingt, als würdest du eine alte Wahrheit - seine Wahrheit, sein Narrativ - nachsprechen.
Wenn ich über all das nachdenke was du in der Vergangenheit über euch geschrieben hast, würde ich es genau umdrehen: *Sein* Anteil an dem Desaster ist nicht gering. Und: *Dein* Anteil daran, dass ihr überhaupt so lange als Paar noch zusammen wart ist erheblich!
Zitat von NineNinchen:Aber ich hasse es, dass ich immer als die emotionale dastehe und er am Ende die sachlich rationale Position einnimmt. Ich komme da einfach nicht gut weg. Nach dem Motto: er hat ja "nur" die Trennung verkackt und sonst ist er ja eigentlich in Ordnung.
Warum kommst du dabei nicht gut weg? Weil Emotionen = Schwäche bedeuten? Was macht ihn denn zum "Gewinner"? Sachlich rational bedeutet nicht gleich Wahrheit.
Abgesehen davon, ist seine sachlich rationale Position selten wirklich sachlich/rational. Er verpackt es vielleicht so, tatsächlich sind darin aber (Ab)wertung und Überhöhung versteckt.
Wer setzt von euch denn den Maßstab für Sinn und Unsinn einer (eurer) Kommunikation? Er? Denn der, der sie vorgibt kontrolliert die Deutungshoheit.
Zitat von NineNinchen:Stimmt das. Verbale Klatschen kann er richtig gut verteilen. Da ist er Meister drin. Aber er kennt ja auch meine Schwachstellen.
Pass hier genau auf: du merkst eigentlich, dass er über deine Grenzen geht und übergriffig ist ("Verbale Klatschen kann er richtug gut verteilen") und dann direkt danach gehört es zu eurer Verbindung. Du lobst ihn fast dafür, und entkräftest damit die Übergriffigkeit.
Das ist Teil eurer Zweisamkeit: Zuckerbrot und Peitsche. Und das erstreckt sich über deinen kompletten Faden.
Weißt du, es ist normal sich an die "gute alte Zeit" zu erinnern. Aber du übersiehst dabei, dass seine Manipulationen, Abwertungen und negativen Verhaltensweisen dort ebenfalls existiert haben. Sie waren nicht parallel dazu, oder losgelöst, sondern aktiv damit verwoben.
Versuche dir bewusst zu machen, was eure Dynamik ist. Nämlich: Aufwertung ---> Verunsicherung ---> Herabsetzung ---> neue Aufwertung. Das findet sogar jetzt in der Trennung statt. Mal macht er dir komplimente, dann steht er vor der Tür und will eine Mediation, und dann erzählt er lang und breit was alles so schlimm (an dir) gewesen ist, weswegen er sich trennen musste.