Ninchen,
dies nur als Tipp von einer, die zuletzt immer Symptome eines Harnweginfekts, Ausschlag und Herzrasen bekommen hat, wenn ich vom Ex-Mann in iRgEnDeInEr Form abhängig war. Weil es fast wie ein Uhrwerk zwei Mal wie geplant geklappt hat. Und beim dritten Mal oder wenn ich wirklich darauf angewiesen war, zuverlässig nicht geklappt hat.
Die Diagnose bei ihm ist wurscht. Ich hab es immer "er fährt mit mir Schlitten" genannt. Ob das absichtlich oder aus Unfähigkeit passierte, ist am Ende auch egal. Wichtig ist nur, was es mit DIR macht.
Zitat von NineNinchen: aber ich zweifel an meiner Wahrnehmung
Musst Du nicht.
Oder hast Du die Symptome noch bei irgend einem anderen Menschen?
Nicht?
Siehste!
Zitat von NineNinchen: Aber wenn er schlau ist fährt er zu seinen Eltern und lässt sich da etwas helfen.
Und du denkst immer noch für ihn mit.
Das gewohnte Strickmuster: Aus Deiner Sicht muss/sollte etwas geschehen (Impfung). Er sagt was zu. Das klappt nicht. Du machst es dennoch möglich. Dein Körper kennt das "Lotti Karotti"-Spiel, das Dein Ex ständig spielt und bei dem regelmäßig Deine Hasen und die eurer Kinder wie zufällig ins Loch fallen und von Dir gerettet werden müssen, zu gut. Und schickt Dir Warnsignale.
Was mir geholfen hat: 1. Mit nichts, aber auch gar nichts mehr vom Ex angewiesen sein. Er kommt nicht? Gut. Er zahlt nicht? Gut. Er unterschreibt nicht? Gut. Er bringt etwas nicht mit? Ich hab das Duplikat längst vorrätig. Er holt das Kind nicht ab? Dann machen wir was Schönes und die Impfung muss verlegt werden. Er bringt das Kind nicht rechtzeitig zurück? Die Entschuldigung an die Schule geht wahrheitsgemäß raus.
Ich war als Lösung immer, immer, immer darauf eingerichtet, dass der Ex nicht performt. Und bin es auch heute noch. Ich verlasse mich auf nichts mehr. Wenn er morgen unser Kind römisch-katholisch getauft zurück bringt, mache ich es rückgängig und fertig. Ohne drüber nachzudenken. Wie man einen Platten am Fahrrad repariert.
Meiner lässt auch nach wie vor regelmäßig den Ball fallen und enttäuscht sein Kind. Bin ich drauf eingerichtet und kommentiere seit Jahren nur noch mit "Da ist Papa wohl was dazwischen gekommen." oder "Kennst ja Papa." Das Kind zuckt nur noch mit den Schultern.
Ich telefoniere nicht mehr hinterher, nenne keine Daten mehr zwei Mal. Frage mich nicht mehr, wie er das schaffen will oder ob er das schafft oder warum er es nicht geschafft hat.
Sobald Du weder organisatorisch noch finanziell noch mental in irgend einer Form darauf vertraust, dass von Deinem Ex irgendwas Sinnvolles kommt oder eingehalten wird, kommt auch das wieder:
Zitat von NineNinchen: Ich weiß wie sich das Gefühl des inneren Friedens anfühlt. Und davon bin ich noch meilenweit entfernt
Sich mit dieser Art Mensch verbunden zu haben, war der einzige Fehler, den Du Dir vorwerfen kannst. Aber wer sowas nicht kennt, kommt niemals auf die Idee, dass es sowas Verqueres geben kann, dass sich da jemand selbst und sein gesamtes Umfeld periodisch klammheimlich sabotiert und daraus irgendeinen Gewinn zieht.
Da hilft nur Abstand und absolute Entkoppelung.
Bei mir hat das mindestens zwei Jahre gedauert, bis ich wirklich, wirklich, wirklich verstanden habe, dass jemand ein Kind, das er mit wöchentlichen liebevollen Anrufen an sich bindet, im Krankenhaus nicht besucht und zum Geburtstag weder kommt noch was schickt. Das kann man auch nicht begreifen. Nur zur Kenntnis nehmen. Und innerlich davon Abstand nehmen.
Und ja, selbst jetzt, nach vielen Jahren, erwische ich mich bei Gedanken wie, "da sollte man dann dies oder das vorbereiten oder nachfragen". Ganz einfach weil ich so über jeden denke und mit jedem kooperiere, mit dem mein Leben sich kreuzt. Aber "mitdenken" und "co-operation" ist bei solchen Personen das Einfallstor, über das sie Dich immer wieder kriegen und auf Trab halten und Deine Energie zu ihren Gunsten aus Dir rausquetschen können. Bei solchen Gedanken kommt bei mir ein: "Stopp! Für DEN nicht." Ich operiere allein, denke für mich allein. Er macht, was er will. Co-operation ist sein Hebel.
Nimm Deine Hasen vom Lotti Karotti Teller. Wer nicht mitspielt, fällt nicht ins Loch.