Ninchen,
mir drängt sich bei Deinen Beiträgen ein Bild auf:
Eine kleine Nine, etwa zwischen 4 und 8 Jahren, die sich angewöhnt hat, auf sich selber mit viel Pessimismus zu blicken und für das schlechte Verhalten anderer Begründungen zu finden, weil das "selbst Schuld sein und wenig verdienen" immer noch tausend Mal besser ist als "alles genauso wie andere zu verdienen und einfach nicht bekommen". Denn dann wäre man machtlos.
"Ich bekomm heute bestimmt kein Eis." ist nicht so traurig wie "Alle haben ein Eis nur ich wurde vergessen."
Kann das sein?
Da ich Dir ja auch ein paar Jahre voraus bin, kann ich sagen, dass 9 Monate nichts sind, wenn man von klein auf ein schiefes Weltbild hat, das zunächst vor Verletzungen geschützt hat und seit vielen Jahren aber selbstverletzend wirksam war. Dann ist die Weltsicht halt verschoben und muss langsam wieder gerade gerückt werden.
Dieses "ich steh noch ganz am Anfang" ist schon wieder so ein Anspruch an Dich selbst, den Du gar nicht haben müsstest. Du kannst doch einfach feststellen, dass Dir bei dem Ausflug etwas gefehlt hat, was sich wie Dein NM angefühlt hat. Das musst Du gar nicht bewerten. Nur stehen lassen oder allenfalls hinterfragen, was es denn wirklich ist. Denn Dein NM hatte nun wirklich so wenig zu bieten, dass er es nicht sein kann. Höchstens als Gewohnheit.
Einen Effekt, den sehr anstrengende, selbstbezogene Männer haben ist nämlich, dass neben ihnen(!) die Kinder ziemlich unanstrengend wirken.
Ich hatte auch einen, der häufiger Ausflüge wegen seiner Primärbedürfnisse unterbrochen hat als ein kleines Kind. Für meinen Ex hab ich häufiger ein Klo gesucht, einen Imbiss angesteuert oder es musste wegen Unwohlsein etwas abgebrochen werden, als für das ebenfalls anwesende Kleinkind. Daher habe ich mir eingebildet, dass mein Kleinkind so pflegeleicht war. Es war aber ein völlig normales Kleinkind, das auch mal auf Toilette musste, etc. Nur eben weit weniger häufig als das große Kleinkind. Fällt jetzt die Daueranspannung und der Dauerfokus auf das Riesenbaby weg, erscheinen die echten Babys plötzlich aufwendiger. Und wenn Du noch Brotkrümel an "Mithilfe" von Deinem NM bekommen hast, also er dann doch mal eine Windel gewechselt hat, verschiebt das Deine Sicht nochmal. Ist vergleichbar mit ra.uchen. Ist man abhängig, fühlt sich die Erleichterung, die man verspürt, wenn man nach 3 Stunden wieder ra.uchen darf, viel entspannen der an als die Ruhe, die man empfindet, wenn man es sich ganz abgewöhnt hat. Dabei ist die Entspannung durch Zig. ja nur der vorherigen Anspannung durch den Entzug geschuldet. Doch diese Relation sieht man nicht, sondern erinnert nur das Glücksgefühl des ersten Zugs, während man fröhlich den nächsten Entzug befeuert.
Und das jetzt kombiniert mit dem Umstand, dass Du für andere immer eine Ausrede findest und über Dich selbst eine Pessimismusdecke legst. kommt Dein Gehirn zu dem Ergebnis, dass Dein NM bei dem Ausflug "gefehlt" habe.
Vielleicht kommst Du aus dem Funk mal raus, indem Du für ein paar Wochen nichts auf Deine Gefühle gibst, sondern sie hinterfragst. Wenn Du Dich müde fühlst, frag Dich, wieviele Stunden Du geschlafen hast und beurteile dann objektiv, ob Dir Schlaf fehlt oder nicht. Wenn Dir etwas fehlt, frag Dich, was genau dieses Ding oder diese Person jetzt zu Deinem Wohlbefinden beitragen würde und was die Nachteile wären.
Ich glaube, Du bist eine bestimmte Art von Leid derart gewohnt, dass sie Dir fehlt, wenn sie durch andere Anstrengungen ersetzt wurde.
Und das hier
Zitat von alleswirdbesser: Ich hab auf Social Media auch mitbekommen welchen "Wert" man als Mutter auf dem Markt scheinbar noch hat.
ist ein Hoax. Den hat sich Dein pessimistisches Selbstbild herausgesucht, damit Du gar keine Erwartungen entwickelst, die vielleicht enttäuscht werden könnten. Lieber enttäuschst Du Dich vorab selbst und erwartest das Schlimmste.
Tatsächlich sind Männer aber so scharf darauf, sich eine Frau zur Seite zu stellen, dass sie auf Details wie Kinder oder Aussehen oder Geld oder Hobbies nicht wirklich achten.
Die, die Du da auf Social Media liest, sind eine kleine Gruppe misogyner Spinner, die sich männlicher fühlen, wenn sie Frauen dafür eins reinwürgen können, dass sie Kinder haben oder kein Model sind oder älter als 25 sind oder mehr als 3 Partner hatten oder oder oder. Da steckt die Hoffnung dahinter, dass Frauen, die ihren "Wert" ganz gering schätzen, solche Typen als Partner in Erwägung ziehen könnten. Nach dem Motto: Freu Dich, dass ich Dich trotz Deiner Kinder akzeptiere und verlang auf keinen Fall von mir, zu arbeiten oder mich zu waschen oder auch mal eine Mahlzeit zu kochen. Die Typen, die über AE-Frauen auf SC abwettern, sind ganz arme Würstchen und die ersten, die in der Schlange stehen, wenn eine AE-Mutter oder sonstige Frau wieder datet.
Aber solange Du Deinen "Wert" immer noch für so gering hältst und für andere Leute Ausreden erfindest, date bitte nicht. Denn sonst landest Du garantiert wieder bei einem Grottenolm, der anstrengender als Deine Kids ist.
P.S. Ist bei Dir eigentlich schon so richtig eingesunken, dass jetzt alles mindestens doppelt so anstrengend sein muss(!), weil Du zwei Kinder hast? Du vergleichst mit dem Zustand als 1-Kind-Familie und rechnest Deinem NM als Leistung an, was ein Kind gegenüber zweien leichter zu managen war.
Vielleicht auch mal ganz bewusst das Vergleichen mit irgend einem Zustand vorher lassen. Jetzt ist jetzt und die einzige Frage, die Du Dir imho stellen solltest ist: Was brauche ich heute, um einen guten Tag zu haben?
Das ist mit Kleinkind und Baby doch ohnehin ein heheres Ziel. Und ja, es wird besser. Wenn Du Dich auf Dich und die Kids konzentrierst!