Zitat von NineNinchen: Immer wenn ich ihn damals darauf angesprochen haben meinte er nur er wäre halt ein Stubenhocker. Hat er scheinbar nicht gelogen.
Das ist Unfug!
Und du glaubst es wieder.
Er ist nur Stubenhocker, wenn das Programm ihn nicht interessiert.
Wie kommt es, dass er Konzerte besuchen kann, oder mit der Band Auftritt, Stammtisch besucht, ein mehrtägiges Festival besuchen kann....
Es gibt nur dreii Gründe, warum er da nörgelt und quengelt.
1. Ist es nicht sein Interessengebiet
2. Hattest du Spaß dran, was nicht geht
3. Stand er nicht im Mittelpunkt
Zitat von NineNinchen: dass meine Erwartungshaltung zu einem gewissen Druck bei ihm geführt hat und er dann natürlich noch weniger Lust hatte vor die Tür zu gehen.
Nö. Siehe oben. Und wiederhole das unendlich.
Sieh dir an was er mit eurer Tochter gemacht hat.
Musizieren. TOLL!
Völlig egal was Kinder in dem Alter können, ich kann mich auch 3 Stunden auf dem Teppich mit dem Umkippen von Bauklötzen beschäftigen, wenn mein Kind da Spaß dran hat. Ich kann mir lustige Spiele ausdenken, unter Decken im Wohnzimmer zelten, mit Fingerfarben malen, mit Socken Puppentheater spielen, Verstecken spielen, Schattenspiele machen, Lufzballontanzen, Geschichten ausdenken...., setzt nur eins voraus "Ich will mich mit meinem Kind beschäftigen, weil es mir wichtig ist.
Wieviel mein Kind kann, ist da völlig egal.
Wo ein Wille ist...
Mit 40 saß ich im Sandkasten, am Strand wurden Krater und Burgen gebaut, mit 42 bin ich noch im Kinderindoorspielplatz über die diversen Geräte gekrochen, mit 45 Wetthüpfen auf dem Trampolin mit Salto, Zelten im Garten, mit 48 Fangen im Stroh, mit Kitzeln und anschließend auf dem Boden kugeln. Luftmatratzenschlacht im Badesee. Und heute gehen wir zusammen auf Konzerte und lieben noch immer Familienkissenschlachten und Wiispiele.
Zitat von NineNinchen: Da hatten wir beide wohl ein unterschiedliches Bild im Kopf.
Joh. Du das gemeinsame Erleben, die glückliche Familie in der man sich unterstützt und an einem Strang zieht. Er das "Mein Boot, mein Palast, mein Königreich"
Zitat von EineMitleserin: so ein Baby packt man doch einfach mit ein, man ist aber auch bisschen pragmatisch abgestumpft, glaube ich, wenn man mit den Kids schon bisschen was durch hat und 2+ Kinder aus dem Babyalter draussen hat
Schau dir die südlichen Länder an. Klappt dort ganz wunderbar.
Ich hab es beim ersten Kind so gehalten und später blieb mir eh nichts anderes über. Ich war schon in der Ehe alleinerziehend. Mann plötzlich beruflich Jahre im Ausland und dann mehr mit den Damen dort beschäftigt, Haussanierung/Umbau in einer neuen, fremden Stadt und 3 Kinder, Finanzen Jonglieren (dank seiner Altlasten und freigiebigen Lebensstil) , war mein Part.
Haus, Stadt und Mann waren kurz nach seiner Rückkehr Geschichte.
Man lernt mit den Herausforderungen. Geht nicht, gibt es nicht.
Diese Gefühl Dinge zu erleben und sie gerne mit dem Partner teilen zu wollen. Das hat bei mir auch genagt. Bis mir klar wurde, es war nur ein Wunschbild. Ich wollte es auch besser machen als meine Eltern.
Am Anfang fühlte es sich so an. Und doch wurde nur ein Bild skizziert, und ich glaubte dran, aber nie wirklich ehrlich mit Farbe gefüllt.
Das sah ich dann, wie er mehrfach woanders nur skizzierte, während ich anfing in meinem Leben mit Farbe möglichst nicht zu sparen.
Thema übergriffige Mutter.
Bei der Erziehung ging das Gott sei Dank meist in die gleiche Richtung, Es hat gedauert, aber Ich habe es gelernt. Wenn Sie nicht meine Art Erziehung akzeptierte, gab es Krach, selbst wenn ich drauf angewiesen war.
Irgendwann gab es das Totschlagargument. Ich bin erwachsen reichte nicht. Aber Du hast 1 Kind gehabt, ich 3, und schaffe es alleine, konnte sie nicht widerlegen.
Wenn ihr die Haushaltsführung, Schrankinhalt, Küchenaufteilung (Sortierung der Gewürze etc), Anzahl der gelaufenen Waschmaschinenprogramme, Eheführung, usw. nicht gefiel. "Mama, dein Haushalt, mein Haushalt, 1 Kind, 3 Kinder."
Kam "du musst aber, ich mach das aber so.."
"wie schön für dich und da vorne ist die Tür, wenn du es nicht erträgst.
Dieses Hechmeck fing bei ihr so richtig übel an, als ich Mutter wurde. Noch mehr als ich dann verheiratet war.
Heute ruft sie an, wenn sie kommen möchte, steht nicht mehr vor der Tür und erwartet 100% Betreuung, öffnet keine Schränke mehr, oder räumt sie einfach um, schmeißt nichts mehr ungefragt weg, bleibt aus der Küche.
Und sie ist stolz auf ihre Enkel.
Kommt mal ein großer Anflug von "Aber du solltest, musst...." weiß sie, dass ich problemlos für längere Zeit den Kontakt meide.
Als Kind habe ich mir vorgestellt, meine Mutter hat einen bösen Zwilling auf dem Dachboden. Wenn dann wieder so ein urplötzlich Gewitter losging, wenn sie zuvor die Wäsche aufgehängt hatte. Heute sehe ich, dass sie den äußeren Druck nur weiter gegeben hat.
Damals war eine Frau allein mit Kind ja noch der Teufel in Person.
Entschuldigt nicht alles. Definitiv nicht.
Wenn ich mir vorstelle meine Eltern wären zusammengeblieben, schüttelt es mich. Er war auch ein echter Badewannenkönig. Ein Opfer seiner Erziehung.
Bis zu seinem Tod wusste er nicht viel mit mir anzufangen, oder wie ich ticke. Er hatte so gar keine Ahnung von mir. Zu meinem 16 Geburtstag schenkte er mir die neueste Disco-Popmusiksammlung. Ich hörte fast nur Rock, ACDC, knarzigen Blues, Bap, Westernhagen usw.
Das war ein Schlag in den Magen.
Ich bin froh, ein ganz anderer Mensch geworden zu sein.