So a bissl vergleiche ich deinen Schnösel immer mit meinem Deppen. Der war anfänglich auch noch nicht so der gemeine und fiese.
Das kam erst mit Ablauf, der gemeinsamen Zeit.
Das Abwerten, was meins war oder ist, begann im kleinen. Wurde aber immer größer. Ob das Kochen, Musik, Klamotten, Frisur, Hobbys oder sonstiges an mir betraf, er musste sich darüber stellen.
„Bücher gehören nicht in einem Wohnzimmer Schrank „ dabei hatte ich diesen nur für diesen Zweck erworben.
Ich hatte ein Regal für CDs, da wanderten meine irgendwie in die zweite Reihe
Hätte er mich eingekleidet, wäre ich ne Mischung aus Oma und Teresa Orlowski. Er begann Teller, Besteck, Gläser, Handtücher, Bettwäsche zu seinem Geschmack zu tauschen, so hintenherum, das dies zunächst nicht einmal auffiel.
Als würde eine fremde Macht, dir all das aussaugen, was dir Freude macht.
Trug ich Schmuck, der mir gefiel, aber ihm nicht, ließ er es mich auf seine Art wissen.
Und da ich mir anfangs nichts bei dachte, eher noch dachte, er nimmt Anteil, hab ich mich auch nicht gewehrt.
Welche Farbe die Wände, Form und Größe vom Sofa, welchen Fernseher.. mit den Jahren wurde es immer mehr seins und immer weniger meins.
Ich verschwand, verblasste. Wie ein Nazgul, zerrte er mein Mich aus mir heraus. Was mir natürlich meine Lebensfreude raubte.
Und als ich folglich immer weniger, ich, war - übernahm der rebellische Teil meines Unterbewussten auch ganz allmählich Fahrt auf.
Wie schon zu Zeiten bei meinem Eltern, begann die Rebellion.
Was mir zum Ende unserer Ehe, den Vorwurf einbrachte, ich wäre nicht mehr die Frau, in die er sich verliebt hätte.
😳😵💫
Dabei war sein Anteil daran größer als meiner. Ich musste mich erst wieder finden.
Dreiundzwanzig Ehejahre.
Das einzig Gute davon, mein Sohn.
Blieb!
Alles andere hab ich Stück für Stück weg geworfen, entsorgt. Es war hart und heftig. Heute - wenn ich merke, das jemand versucht mich zu formen, sortiere ich gnadenlos aus.
Ich war zu lange ein Zombie
Mir tut das nicht gut, wenn jemand versucht, mich umzubauen, nur um in dessen Gehirnwindungen auf Platz 37 zu kommen.
Die echten Freunde, nehmen mich wie ich bin.
Die freuen sich mit mir über Dinge, die mir gut tun.
Die werten nicht ab.
Der Weg, dies zu erkennen, war lang. Aber wichtig!
Ich schreibe dir das, weil ich nicht möchte, das du auf wunden Füßen wandelst, statt auf gesunden.
Einer, der es gut mit Dir meint, wird sich mit Dir freuen!
Einer, der es nicht tut, wird dir immer versuchen, die Freude daran zu nehmen.
Egal ob Ehemann oder Elternteil oder sonstige Bekannte. Was nicht gut tut, kann weg