Zitat von Rheinländer: Liebes
ich habe mal eine Frage und würde mich über eine klare Antwort freuen.
Würdest du ihn zurück nehmen, wenn er auf Forderungen von dir eingeht?
Das ist ne schwierige Frage, die mir seit Monaten im Kopf und Herz herumgeht.
Hier im Forum sagen allen Nein, meine Familie sagt Nein, meine Kollegen, meine Freunde und selbst Chatgpt sagt Nein. Mein Kopf tendiert zu Nein, es war einfach zu viel. Nicht nur die Trennung an sich, sondern auch der Rattenschwanz der dann folgte. Es war ja nicht mehr feierlich. Und wenn wir uns sehen, kommt das immer wieder hoch, dieser Verrat und diese Missachtung seiner eigenen Familie. Das schmeckt sehr bitter.
Aber auf Gefühlsebene ist es eben nicht so leicht. Da sehe ich die wirklich vielen schönen Dinge die wir hatten, was wir noch vor hatten, wie es vielleicht sein könnte, wenn man dem ganzen Raum für eine Entwicklung geben würde und mit 80 dann sagen könnte, was die 30er doch für eine verrückte Zeit waren. Aber was, wenn es eben nur Wunsch ist und einfach mit ihm nicht möglich ist, weil er nun einmal nicht so ist. Dann habe ich noch mehr Zeit verschwendet. Aber sollte man dieses Opfer an Zeit nicht auch aufbringen, wenn um sowas wie Familie geht? Also ganz viele Fragen. Aber je mehr ich verstehe und für mich herausfinde, desto klarer geht auch mein Herz eher in Richtung Nein. Mein NM hat mich jetzt einfach gerade in einer sehr innerlichen Zerrissenheit erwischt, wo es mir schwer fällt endgültig einen Schlussstrich zu ziehen. Vermutlich merkt er mir dieses Schwebezustand auch an.
Und für euch liest es sich alles verrückt und wenn ich hier andere ähnliche Geschichten lese, dann ist es für mich auch manchmal schwer zu verstehen warum die TEs da nicht loslassen können
Eine richtige klare Antwort kann ich vermutlich erst geben, wenn ich ganz bei mir angekommen bin. Wenn ich keinen Halt im Außen mehr suchen muss, wenn ich mich auch gegenüber meinen Eltern endlich mal behaupten kann. Ein bisschen muss ich eben auch noch erwachsen werden. Und ich hab einfach wirklich auch die Sorge, niemanden mehr in ferner Zukunft zu finden.
Und deswegen:
Zitat von Jane_1: Ach, und wegen revival: Schau dir das bitte noch länger (Monate!) an.
Ist das vermutlich ein ziemlich guter Ratschlag. Am Ende braucht einfach jeder von uns noch Zeit. Denn er weiß ja auch nicht so richtig was er will. Ist nur alles doof, mit den zwei Kindern dazwischen. Für die müsste Klarheit herrschen. Solch Neuorientierungen sollten eben vor der Familienplanung stattgefunden haben.
Da muss ich auch ein bisschen an Fenjal denken. Sie hat schon irgendwo recht eine klare Kante zu zeigen, wo eigene Grenzen überschritten werden. Und dann auch die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
Zitat von Jane_1: Wenn du das aber nicht kannst, bitte treff keine impulsive Entscheidung. Schau dir das ganz genau an.
Auch ein guter Rat. Wird mir ja sonst immer gern vorgeworfen. Aber an dieser Stelle besser nicht.
Zitat von Heffalump: wie er aus mir, lebensbejahend, einen Menschen strickte, der sich nichts mehr zutraute.
Ja, so ähnlich geht es mir auch. Viele Dinge bin ich gar nicht angegangen, weil er es doof fand oder unnötig oder albern und das hat mir dann den Mut genommen es durchzuziehen. Z.B. auf ein Mittelalterfestival zu gehen. Ich mag diese Musik er nicht so. Und irgendwie bin ich dann nie gefahren, weil ich den Mut dafür nicht aufgebracht habe alleine hinzugehen. Nächstes Jahr ist eines hier in der Nähe, da bin ich dann dabei.

Zitat von Heffalump: Ich habe vier Jahre gebraucht um mich aus der Ehe zu verabschieden und verarbeite heute noch, seinen Erziehungsstil
Meiner Mutter hat ja auch 3 Jahre gebraucht und sich vorbereitet. Also ja, es dauert wirklich seine Gedanken zu sortieren.
Zitat von Heffalump: Und so eine Beziehungsdynamik macht krank. Mein Fehler, vielleicht auch deiner, war und ist - das ich ihn immer in Schutz nahm. Er, das Opfer der Umstände - und was bin ich dann?
Ja, was ist man selbst. Das Opfer kann ich ja nicht sein, wenn ich die Schuld nur bei mir suche. Das abzustellen ist schwierig, während das Gegenüber damit keinerlei Probleme hat.
Zitat von Heffalump: Du musst dich nur ein bisschen mehr anstrengen. Nicht? Er könnte dir entgegen kommen
Er meinte halt er will Harmonie. Ich hab gesagt, dass kann man erreichen, wenn die Bedürfnisse aller befriedigt sind und keiner irgendwie das Gefühl hat zu kurz zu kommen und das es Beziehungsarbeit ist diesen Harmoniezustand zu erreichen. Das sei meine Meinung, er sieht das anders, Harmonie könnte auch einfach da sein. Aber er will ruhige Gespräche und keine Streitgespräche. Die wären unnötig, wenn man ja ganz normal miteinander umgehen kann. Da muss man nicht laut werden oder sonstwas. Es ist halt immer meine Meinung und er hat seine. Völlig egal, ob es auf die restlichen 99% der Bevölkerung zutrifft. Die meisten Tipps für diese 99% funktionieren bei mir, bei ihm halt nur manchmal.
Ich wäre gern so, ein bisschen ruhiger usw. Aber so war ich noch nie. Ich bin in allen Gefühlslagen ein bisschen mehr als er und insgesamt eben auch ein sehr lebendiger Mensch. Er ist da introvertierter. Ich will mich aber nicht in dem Maße einschränken, wie er es braucht, damit er mit mir klarkommt. Klingt als ob ich mega anstrengend wäre, aber so ist es eigentlich nicht. Vermutlich braucht er eine Frau die ebenfalls introvertierter ist.
Wir hatten halt vor kurzem ein Gespräch als die Kinder im Bett waren. Es ging auch nicht lange. Wir waren zu Cola und Keksen verabredet. Ich hatte hier im Forum in einem anderen Thread gelesen, dass Männer es schätzen, wenn es bei solchen Gesprächen Snacks gibt. Fand ich einleuchtend und auch als Geste schön. Jedenfalls hab ich dann mit meiner Tochter Kekse gebacken, die er auch mag. An dem besagten Abend hatte er dann vor dem Treffen schon so viel Süßkram gegessen, dass er keine Kekse mehr mochte. Hab ihn gefragt, warum er das denn gemacht hat, wo wir uns ja ganz explizit zu Cola und Keksen treffen wollten. Naja, er dachte es gäbe was gekauftes und dann wäre es ja auch nicht so schlimm, wenn er nichts isst. So von außen betrachtet keine große Sache, er wollte halt keine Kekse, aber mir hats die Laune verhagelt. Hab dann die Kekse mit meiner Tochter beim Zoom-Ausflug verputzt. Sie hat sich drüber gefreut.
Nach der Aktion bin ich innerlich noch ein Stück weiter von ihm weggerückt. Mit jeder Enttäuschung wird's mehr. Das kann er eigentlich gar nicht mehr aufholen. Und inzwischen gibt's eben auch immer mehr Momente in denen ich es schaffe alleine zufrieden zu sein. Bis auf so manche Tiefs eben.