Zitat von sonntag_morgen: Der macht es schwer die für dich falschen Partner auszufiltern.
Deswegen ist das für mich auch gerade keine Option. Ich würde mich selbst gerade nicht als beziehungsfähig einstufen. Und das trifft theoretisch auch auf meine NM zu. Dafür ist zu viel Umbau in meinem Kopf und alle übrige Energie brauche ich für die Kinder und für unser Überleben.
Zitat von Heffalump: Warum hast du „nachgelassen „ und warum warst du nicht „verfügbar“, hat er sich das je gefragt?
Er gehört zu den Typen die echte Nähe vermeiden. Ich hab das erst jetzt erkannt und dazu passt leider auch sein Verhalten. Natürlich führt das irgendwann zu Frust bei mir. Vor allem wenn es zeitweise auch mal wieder Nähe gibt und wenn er merkt es wird für ihn zu viel, dann zieht er sich wieder zurück. Mit "witzigen " Kommentaren kann man Nähe ja ebenfalls gut torpedieren. Er sagt halt, dass er sich nicht getraut hat aus sich herauszukommen, weil ich eben für ihn manchmal zu impulsiv reagiert habe. Vermutlich braucht er eine gaaaaanz sanfte Partnerin hnd ich bin von Natur aus nicht so. Und das werde und will ich nicht ändern. Nur soweit, dass es eben nicht verletzend ist und über die Jahre bin ich auch schon ruhiger geworden. Meine Therapeutin meinte zu mir, dass sie das in Beziehungen sehr häufig erlebt. Mit dem Alter werden alle ein Stück weit ruhiger. Also an fer Dynamik haben wir beide unseren Anteil.
Zitat von sonntag_morgen: Mir fällt aber auf, dass Wohnung und Beziehungsgespräche eine Grenze von dir wahren. Was ist damit geworden?
Das mit der Wohnung habe ich auch versucht. Das ist aber recht schwierig, wegen der Übergabe mit dem Kleinen. So eine Übergabe im Treppenhaus finde ich auch eher schwierig. Meine Regel ist Aufenthalt im Essbereich. Das klappt gut und ist kein hochpersonlicher Bereich. Eher funktional. Hier würde ich auch einen Versicherungsvertreter empfangen.
Ja, Grenze Beziehungsgespräche ist übertreten.
Zitat von sonntag_morgen: Du schreibst nicht über die anstehende Scheidung und wie lange noch, dass euer beider Wohnungen langfristig für euch passen und ihr deshalb schon mal Kitas testet, oder wie die Betreuungsaufteilung langfristig klappen könnte und er schon etwas organisierter wirkt oder halt andere Sachen die darauf hindeuten, dass die Trennung immer endgültiger wird.
Scheidung werde ich einreichen, wenn ich wieder arbeiten bin. Der Betreuungsunterhalt ist niedriger als der Trennungsunterhalt. Da denke ich einfach ganz praktisch. Kita ist schon alles klar. Der Kleine geht dahin, wo jetzt auch seine Schwester hingeht. Grundschule ist auch hier in der Nähe. Unsere Wohnungen sind jetzt beide so eingerichtet, dass jeder die Kinder bei sich haben kann. Wie er sein Leben weiter organisiert weiß ich auch gar nicht. Die Umfangszeiten für unsere Tochter sind ja fest. Werden angepasst, sobald ich wieder arbeiten bin. Und für den Kleinen werden die Umfangszeiten dem Alter entsprechend angepasst. Jetzt schläft er ja schon eine Nacht die Woche dort. Wenn er 1 wird, dann zwei Nächte und sobald er in die Kita geht, hat er ihn so wie unsere Tochter. Meine Steuererklärung mache ich jetzt selbst.
Nur unser gemeinsames Konto existiert noch. Das muss mein NM endlich kündigen. Es dauert halt.....aber es ist bei +-0 Es gehen keine Buchungen mehr von ab. Unterhaltstitel vom JA hab ich ja auch bereits. Gemeinsame Familienfeiern gibt es nicht und jeder bewältigt seinen Alltag alleine. Falls doch mal einer einen Termin hat, dann konnten wir uns gegenseitig den Raum geben. Es herrscht kein Ungleichgewicht dahingehend. Und das war auch die Empfehlung von JA. Manche Termine gehen nur an bestimmten Tagen. Und solange jeder noch an seinem Netz strickt, ist es nur fair, ggf. mal einzuspringen. Auch wenn es innerlich bei mir manchmal brodelt.
Zitat von sonntag_morgen: Vielleicht wäre ein Versuch eines Neuanfangs auch das letzte Stück das dir fehlt um komplett ohne "aber" dazu "Nein" zu sagen.
Die Überlegung hatte ich auch. Aber ganz ehrlich, ich habe dazu keine Reserven und nochmal das ganze schaffe ich nicht. Denn diese Runde wäre schon groß. Und es bringt auch nichts, wenn nur ich an mir arbeite und er denkt es reicht.
Zitat von sonntag_morgen: Die Gespräche drehen sich noch immer um Schuld, potentielle Paartherapie, potentiellen Neustart etc. Mental ist die Trennung noch nicht wirklich angekommen.
Nein, so richtig nicht. Das Gefühl hat sich bei mir irgendwie nicht eingestellt. Also nicht so ganz tief. Es war immer mal kurz da, dann wieder weg. Aber gemerkt hab ichs mir nicht. Dafür brauche ich noch mehr Zeit. Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich alleine bin, also ohne Kinder fällt es mir sehr viel leichter mit der Trennung umzugehen. Die Kinder sind einfach wirklich wie ein Superkleber und binden in dem Alter ja doch sehr ans Haus. Da sind einfach so viele Faktoren, die eine Trennung erschweren umd das er das in diesem Zeitraum gemacht hat, ohne auf die Umstände zu achten macht mich auch wirklich wütend.
Bei ihm ist es so, dass er eine emotionale Maurer hochgezogen hat und in die Verdrängung gegangen ist (Stammtische, Musik...). Und jetzt beginnt er eben abzubauen und da kommen wohl so langsam auch einige Gefühle durch.
Zitat von sonntag_morgen: Immer wieder schreibst du hier von Kommentaren von ihm bzgl Neuanfang (du müsstest dich ändern, evtl doch Paartherapie, er sieht jetzt manche Dinge ein etc). Das klingt für mich, als wäre das dein Ziel.
Ich will meinen Charakter und mein Wesen nicht ändern, nur meine alten Muster. In wie weit sie aber in meine Charakter einreichen weiß ich nicht. Das muss ich erst herausfinden. Aber auf Eierlaufen hab ich keine Lust. Das macht mich auf Dauer kaputt. Ich möchte schon noch ich selbst bleiben. Und auf seine abgedichteten Diagnosen gebe ich nichts. Nur weil ich lebendiger bin als er und unsere Tochter auch, haben wir kein ADHS oder sonstiges. Da darf er anerkennen, das Menschen unterschiedlich sind.
Zitat von aequum: Ich bin der Meinung, dass dieses an Deinen Zukunftsplänen zu arbeiten, genau das Richtige für Dich ist, um voranzukommen.
Ich hab so viel vor und ich weiß einfach auch, dass es Dinge sind bei denen er sonst gemault hat. Und ich möchte mir das nicht mehr madig machen lassen. Ich unterteile das in Mikroabend (z.B. wandern, Paddeltour, Besuch auf Mittelalterfest, Badeausflug, Spaziergang), große Abenteuer (z.B. Urlaub, Festivalbesuch, Kurztrips, Ballonfahrt) und ganz große Abenteuer (z.B. Kinder, Studium, Weltreise, Haus bauen)
Von den Mikroabenteuern möchte ich ich eigentlich gern mehrere pro Woche machen, die großen Abenteurer vielleicht so 4x im Jahr und von den ganz großen macht man ja nur ein paar im Leben. Aber auch da hab ich was vor.
Mein NM ist halt am liebsten zu Hause, der braucht nicht so viele Abenteuer. Er ist genügsamer. Aber ich fühle mich damit lebendig, ich brauche das, um glücklich sein zu können. Und die Kinder können bei den meisten Dingen ja auch mitmachen und haben hoffentlich auch Spaß dran.