Zitat von EineMitleserin: Gute Besserung euch! Im Moment geht's schon wieder rum.
Vielen Dank.

Das Gute an der Elternzeit ist, dass einem kein Arbeitgeber im Nacken sitzt und das schlechte Gewissen anklopft wenn man sich schon wieder krankmeldet. Ist zum Glück auch nicht so schlimm wie die Nasennebenhöhlenentzündung im März.
Also wird schon, bis zum nächsten Husten aus der Kita.
Zitat von sonntag_morgen: Eigentlich ist dein Leben ja stabil, du bist in Elternzeit und gehst dann wieder in deinen Job. Viellecht sind das Verlassenheitsgefühle/-ängste?
Dieses Gefühl des Fallens hatte ich tatsächlich auch bei den Gedanken an meine Therapeutin. Die ich ja eigentlich sehr mag und hab das dort auch angesprochen. Sie meinte beobachten und das sei wohl eine Reaktion auf tiefe Nähe, weil das für mich eben auch gleichzeitig eine Gefahr darstellt. So ähnlich hat sie es erklärt.
Zitat von Perzet: Hier hat jemand ein Problem mit Akzeptanz
Ja, hab ich. Ganz enorm. Das weiß ich auch.
Zitat von Catalina: Sorry Ninchen, ich verstehe beim besten Willen nicht, wie du nach allem was gewesen ist immer noch etwas Gutes in ihm sehen oder vermuten kannst.
Zitat von Perzet: Hier hat jemand ein Problem mit Akzeptanz.
Lieber bin ich so unglaublich verständnisvoll, als daß ich akzeptiere, daß der andere tatsächlich so ist, wie er sagt und tut.
Ich bin dabei mir anzutrainiern wie die Realität aussieht und nicht nur die Hoffnung. Das ist schwierig, aber ich rife mir halt immer wieder ins Gedächtnis was alles so passiert ist. Aber wenn dann so eine Nachricht von ihm kommt, dann wirft mich das schon aus der Bahn. Habe ich doch fast ein Jahr lang auf seine Erkenntnis gehofft. Und ich versuche mich auch nicht besser oder moralisch wertvoller dastehen zu lassen. Ich hab auch meine Fehler.
Zitat von sonntag_morgen: Bspw "Wir sind hier alle erkältet, bitte kaufe doch Multivitaminsaft und Hustentee und bringe den vorbei bevor du in die Kletterhalle gehst. Vielen lieben Dank."
Inzwischen hab ich alles immer da was für Erkältungen gebraucht wird. Selbst Hühnersuppe aus der Dose, wenn gar nichts mehr geht. XD
Er braucht also nichts besorgen. Die größte Hilfe wäre, wenn er die Kinder mal für 2 h genommen hätte, damit ich schlafen kann. Unsere Nächte sind momentan nämlich auch einfach nur zum schreien. Meinen Eltern möchte ich die Kinder auch nicht krank geben. Die müssen auch auf Arbeit. Auch wenn mein Vater unsere Tochter gestern mal für eine Stunde beschäftigt hat.
Zitat von Yoffi: Eine meiner liebsten Freundinnen hatte vor vielen Jahren mal so eine Situation, dass ihr "Freund" sie einfach nicht hat gehen lassen
Wie hat sie den endgültigen Absprung geschafft. 6 Jahre ist echt viel Zeit.
Zitat von Perzet: Auch so eine Haltung hat Vorteile. Wenn man diese Haltung verlässt, ändert sich alles für einen. Das macht Angst. Aber es ist viel besser, als man anfangs denkt.
Es macht mir wahnsinnige Angst. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen.
Zitat von Violettsloth: Ninchen, ich war da auch mal wie du. Niemals hätte ich meinem NM Dinge zugetraut, hab ihn auch oft in Schutz genommen. Als ich kurz vor der Trennung im Krankenhaus lag und mein NM nicht einmal morgens nachgefragt hat, wie es mir geht, wurde mir da zum ersten Mal bewusst, dass ich ihm als Mensch gar nichts wert war.
Am Anfang unserer Beziehung hatte ich mal eine Infektion an der ich fast gestorben wäre. Ich war dann eine Woche im Krankenhaus und mein NM hat mich wirklich jeden Tag besucht und mir Blumen mitgebracht und viel mit mir geschrieben. Als unsere Tochter geboren wurde, war er eigentlich außer Nachts ebenfalls ständig da und hat sich mit gekümmert, damit ich mich ausruhen konnte.
Er hat mal gesagt, wenn er die Bindung nicht mehr zu mir spürt, dann kippt da was in ihm. Und auch das merke ich. Innerhalb der Beziehung kann er sehr zugewandt sein. Bis auf so manchen Ausfall. Und ich merke auch, dass er versucht sich zu ändern. Er macht keine blöden Witze mehr. Und wenn er denkt er hätte was doofes gesagt, dann fragt er mich, ob das jetzt zu viel war. Aber er ist unbeholfen, weiß einfach nicht was passt und was normal wäre. Er hat es nie vorgelebt bekommen. Man könnte auch sagen, ihm fehlen manchmal die guten Umgangsformen. Nicht nur innerhalb in der Beziehung. Das ist mir vorher schon mal an manchen Stellen aufgefallen.
Zitat von Catalina: . In ihm befindet sich lediglich ein großes schwarzes Loch, in dem alle Zuneigung und alles Gute, dass ihm entgegengebracht wird, auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Ohne jede Resonanz und ohne, dass da jemals etwas zurückkommt.
Irgendwie schon. Es fällt ihm schwer das zurückzugeben. Wobei ich sagen muss, dass es innerhalb der Beziehung auch oft Phasen gab, wo er ganz intensiv Nähe gesucht hat.
Zitat von Lumba: Jepp, du meinst es gut und Grenzen ziehen ist schwer. Aber gut gemeint ist nicht automatisch gut getan.
Ja, ich nehme ihm sonst die Chance zu wachsen. So etwas ähnliches hat auch meine Therapeutin gesagt.
Zitat von Heffalump: Ninchen, vergleiche das doch mal mit den lieben Worten im Thema von
Und stell Vergleiche an
Ich kenne den Thread und bin über so viel Anteilnahme auch jedes mal sehr positiv überrascht. So grantig wie es da manchmal in anderen Themen hier im Forum zugeht.
Zitat von Winza: Ärgert dich das so gar nicht?
Hier geht's ja auch um eure kranken Kinder.
Doch es ärgert mich sehr. Weil ich mal wieder alleine mit UNSEREN Wunschkindern dahsteh. In den Zeiten, wo es eben nicht lustig und leicht ist, sondern wirklich kräftezehrend und anstrengend. Und es ärgert mich, dass er keinen Gedanken daran verschwendet, dass es ihnen ebenfalls nicht gut geht und wir alle davon profitieren würden, wenn einfach eine Hand mehr für die Betreuung da wäre. Dann könnte auf die Bedürfnisse der Kinder viel besser eingegangen werden. Gerade auch wenn sie krank sind.
Zitat von Heffalump: Ninchen
Kannst du uns, bitte, mal deine Grenzen definieren
- keine Abwertungen mehr. Egal in welcher Form.
- keine Haarspaltereien mehr
- ich möchte mir meine Wahrnehmung und meine Gefühle nicht mehr absprechen lassen
- viel weniger Genörgel im Alltag (positiveres Mindset). Ich nehme sehr schnell die Stimmungen anderer Menschen auf und passe mich an. Das ist bei dem falschen Umgang sehr anstrengend.
- Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit nur noch bis zu einem gewissen Punkt (hatte letztens ein Treffen und derjenige meinte es wird etwas später. Etwas später war eine Stunde, aber ohne Bescheid zu geben. Für mich ist inzwischen eine 1 h sehr wertvoll und ich war entsprechend sauer. Es ist respektlos doe Zeit anderer so zu verschwenden. Kommt das nochmal vor, wird dieser Mensch aus meinem Leben verbannt. Da bin ich inzwischen knallhart.)
- Versprechen einhalten
Das waren aktuell meine wichtigsten Grenzen .
Zitat von Heffalump: Sei bitte vorsichtig, liebes Ninchen
<3 Ich versuche achtsam mit meinen Ressourcen umzugehen. Damit ich nicht noch im Burnout Ende. Deshalb habe ich ja die Pause von ihm erbeten. Hab die ja aber selbst nicht konsequent durchgezogen, eben weil ich darauf eingegangen bin, was er geschrieben hat.