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Partner trennt sich in Schwangerschaft

aequum
Meine Kindheit war extrem schlimm. Es war alles dabei. Von Prügelstrafe bis hin zum Abscheiden der Haare (Glatze).

Alk. des Vaters und ständige lautstarke Streits meiner Eltern.

Ich habe daraus die Erkenntnis gezogen, dass ich eine solche Ehe nie wollte und wenn es um die Behandlung und um die Erziehung meiner Kinder geht, habe ich immer versucht, mich daran zu erinnern, wie es mir damals als Kind ergangen ist und wie ich es empfunden habe.

Das hat mir wirklich sehr geholfen, ein anderer Mensch zu werden und komplett anders zu agieren, bzw. zu handeln.

x 11 #8161


NineNinchen
Zitat von Wasabix:
Ist das Alk. deines Vaters Thema in der Therapie?

Ich habe es erwähnt, ist aber nicht weiter thematisiert. Ich weiß was ich von ihm erwarten kann und was nicht. Und das gleiche kann er auch von mir erwarten. Innerlich kann ich mich von ihm abgrenzen und bin auch in keinerlei Weise von ihm abhängig. Er hat keinerlei Kontrolle in meinem Leben. So soll es auch bleiben. Und ich werde mir seine Probleme auch nicht ans Bein binden, dafür habe ich keine Kapazitäten. Klingt hart, ist hart, aber irgendwo muss ich einen Strich ziehen.

Zitat von Wasabix:
Mitleid für deinen ( Alk.?) Vater ist völlig fehlplaziert.

Schwer zu sagen wann er Alk. geworden ist. Als ich Kind war war das Feierabendbier normal. Auch zwei. Das mit dem Schnap. fing erst an, als ich ausgezogen bin. Als meine Mutter mal einen Ausflug mit Freunden unternommen hat, hat er mich total betrunken angerufen und mit Selbstmord gedroht. Da war ich 22. Seit meine Mutter ausgezogen ist trinkt er auch in der Öffentlichkeit. Es war wirklich ein schleichender Prozess.

Zitat von Wasabix:
Aus meiner Sicht gehört ihr Verhältnis/ Prägung zum Vater ans Licht geholt.

Er war halt kaum da, hat meine Mutter kaum unterstützt. Und wenn er da war hat er Druck wegen Schule, Ordnung usw. gemacht. An den Wochenenden waren wir öfters zu zweit wandern oder im Wildgehege. Genießen konnte ich das kaum, weil er mich oft schulische Dinge angefragt hat.

Zitat von aequum:
Meine Kindheit war extrem schlimm. Es war alles dabei. Von Prügelstrafe bis hin zum Abscheiden der Haare (Glatze).

Das ist wirklich schlimm zu lesen. Richtig heftig. Tut mir echt Leid und stark, dass du das für deine eigene Familie anders machen konntest.

Heute war ich mit den Kindern und meiner Mutter auf dem Flohmarkt. Ein paar Sommerklamotten und einen Roller haben wir gefunden. Den gibt's zu Ostern. Da kann ich dann bald mit meiner Tochter zusammen rollern. Muss nur noch der Kleine nachziehen. Lachendes Gesicht

x 2 #8162


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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aequum
Zitat von NineNinchen:
Als meine Mutter mal einen Ausflug mit Freunden unternommen hat, hat er mich total betrunken angerufen und mit Selbstmord gedroht. Da war ich 22.

Uhh das ist wirklich übel und vermutlich für dich sehr schwer gewesen, damit zurechtzukommen, bzw. damit umzugehen.

Mein Bruder ist mit 19 an Krebs gestorben, da war ich 17 und kurz nach der Beerdigung wurde mir von meinen Eltern gesagt, dass sie es besser verarbeiten könnten, wäre ich gestorben und nicht mein Bruder.
Zitat von NineNinchen:
Das ist wirklich schlimm zu lesen. Richtig heftig. Tut mir echt Leid und stark, dass du das für deine eigene Familie anders machen konntest.

Ach weißt du, glücklicherweise gab es in meinem Umfeld tolle und liebenswerte Menschen. Freunde und deren Familien. Das zu sehen und zu realisieren hat mir geholfen, meinen eigenen Weg zu finden.
Das ist einer der Gründe warum ich es für sehr wichtig halte, gute soziale Kontakte oder sogar ein gut funktionierendes soziales Netzwerk zu haben. Man muss allerdings auch auf Menschen zu gehen.
Zitat von NineNinchen:
und einen Roller haben wir gefunden. Den gibt's zu Ostern. Da kann ich dann bald mit meiner Tochter zusammen rollern. Muss nur noch der Kleine nachziehen.

Das mit dem Roller finde ich ganz toll! Den Kleinen könntest Du doch sicherlich noch in einem Tragerucksack oder so mitnehmen. Oder wird er dir bereits zu schwer?

x 6 #8163


Stella31
Zitat von Jane_1:
:ich glaube, ich kann und will das nicht vertiefen. Das hat mehrere Gründe

Danke dir trotzdem für deine Antwort!

Kann ich verstehen...auch was du dennoch schreibst, hilft.
Da bin ich dran

x 3 #8164


S
Zitat von sonntag_morgen:
Lustig, dass so viele Menschen den Winter nicht mögen. Ich finden die kurzen Tage und langen Abende so gemütlich und romantisch.
Aber Frühling mag ich auch am liebsten.

Ich liebe den Winter und Weihnachten total, aber ich liebe auch den Frühling und Ostern. Ich mag alle Jahreszeiten. Jede hat ihren Reiz für sich. Nach einem langen, heißen Sommer freue ich mich immer auf kühlere, kürzere, gemütlichere Tage. Und nach einem langen, kalten, dunklen Winter freue ich mich total über den Frühling, die Blumen und die Märzensonne. Meine Lieblingsjahreszeit ist immer die, die gerade ist. Also jetzt gerade ist es der Frühling.

Zitat von NineNinchen:
Und ich werde mir seine Probleme auch nicht ans Bein binden, dafür habe ich keine Kapazitäten. Klingt hart, ist hart, aber irgendwo muss ich einen Strich ziehen.

Das ist überhaupt nicht hart, sondern vollkommen selbstverständlich. Krass, dass du es überhaupt "hart" findest, dich als Kind nicht um die Probleme deiner Eltern kümmern zu wollen. Die sind erwachsen. Der VdK ist genauso erwachsen. Lass die ihren Kram alleine machen, du schuldest denen nichts, im Gegenteil. Das was deine Eltern und der BWK mit dir gemacht haben, ist hart – nicht aber deine Abgrenzung von ihnen. Die ist reiner Selbstschutz und völlig normal. Du musst nur für dich und deine Mäuse sorgen, für niemanden sonst.

Und deine Eltern und der BWK bestimmen auch nicht deinen Wert. Selbst wenn du deinen Wert noch nicht fühlen kannst – dann tue einfach vehement so, als könntest du es und verteidige deinen Selbstwert halt erstmal nur über die rationale Verstandesebene. So lange bis das Gefühl irgendwann nachzieht.

Ein Jahr ist da nichts bei so lange eingeprägten Mustern. Man muss ja das Gehirn komplett umprogrammieren, um so tiefsitzende, alte Muster aufzubrechen und aufzulösen und durch neue, gesündere zu ersetzen. Aber das geht schon mit der Zeit. Das Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig. Nennt sich Neuroplastizität. Klavier lernen ist auch schwer, aber wenn man immer wieder übt und dranbleibt, kann man es irgendwann. Und so musst du halt auch üben, deinen zwar tatsächlich vorhandenen, aber für dich derzeit nicht fühlbaren Selbstwert zu verteidigen. So lange, bis er endlich auch fühlbar für dich ist.

Zitat von aequum:
Mein Bruder ist mit 19 an Krebs gestorben, da war ich 17 und kurz nach der Beerdigung wurde mir von meinen Eltern gesagt, dass sie es besser verarbeiten könnten, wäre ich gestorben und nicht mein Bruder.

Das ist ja krass. Da fehlen mir die Worte. Das tut mir so Leid für dich. Ich hätte in dem Moment wohl gesagt "ok, dann bin ich ab jetzt eben für euch gestorben" und hätte dann den Kontakt abgebrochen und nie wieder was mit denen zu tun gehabt.

Zitat von aequum:
Das mit dem Roller finde ich ganz toll! Den Kleinen könntest Du doch sicherlich noch in einem Tragerucksack oder so mitnehmen. Oder wird er dir bereits zu schwer?

Genau das wollte ich auch vorschlagen. Mit dem Töchterchen durch den Großen Garten rollern und dabei den Kleinen auf den Rücken gebunden? Oder ist er schon zu schwer? Gibt ja zarte Kinder und "Bröckchenkinder".

x 4 #8165


C
Zitat von aequum:
Mein Bruder ist mit 19 an Krebs gestorben, da war ich 17 und kurz nach der Beerdigung wurde mir von meinen Eltern gesagt, dass sie es besser verarbeiten könnten, wäre ich gestorben und nicht mein Bruder.

Wie furchtbar.
Mein Bruder ist auch gestorben (an der Alk.), er war jünger als ich. Meine Eltern haben war so etwas Krasses nicht gesagt, aber gedacht auf jeden Fall (er war das Lieblingskind, vor allem meiner Mutter). Ich war aber deutlich älter als du und konnte das daher besser einordnen.
Wenn einem so etwas als Teenager ins Gesicht gesagt wird, ist es einfach nur grauenhaft.

x 5 #8166


Stella31
Zitat von aequum:
Mein Bruder ist mit 19 an Krebs gestorben, da war ich 17 und kurz nach der Beerdigung wurde mir von meinen Eltern gesagt, dass sie es besser verarbeiten könnten, wäre ich gestorben und nicht mein Bruder.

Das tut mir sehr leid für dich!
Fürchterlich, was manche Menschen so von ihren eigenen Eltern ertragen müssen

x 4 #8167


Stella31
Zitat von Sternenguckerin:
Ich hätte in dem Moment wohl gesagt "ok, dann bin ich ab jetzt eben für euch gestorben" und hätte dann den Kontakt abgebrochen und nie wieder was mit denen zu tun gehabt.

Ich glaube, als Außenstehender stellt man sich in so vielen Situationen vor, was man so tut und sagt.
Aber wenn du direkt in einer Situation bist, vor allem gefühlsmäßig verstrickt, reagiert man dann oft doch nicht so.
Oder erst sehr viel später

x 7 #8168


aequum
Vielen Dank für euer Mitgefühl.

Natürlich habe ich den Kontakt abgebrochen, allerdings erst nachdem ich 18 Jahre alt geworden bin.

Mir geht es inzwischen sehr gut. Ich bin glücklich verheiratet und wir haben zwei tolle Kinder.

x 8 #8169


NineNinchen
Zitat von aequum:
Mein Bruder ist mit 19 an Krebs gestorben, da war ich 17 und kurz nach der Beerdigung wurde mir von meinen Eltern gesagt, dass sie es besser verarbeiten könnten, wäre ich gestorben und nicht mein Bruder.

Da hab ich keine Worte für. Da schont der Kontaktabbruch vermutlich wirklich am ehesten die Nerven.

Zitat von Sternenguckerin:
Mit dem Töchterchen durch den Großen Garten rollern und dabei den Kleinen auf den Rücken gebunden? Oder ist er schon zu schwer? Gibt ja zarte Kinder und "Bröckchenkinder".

Eher ein großes schweres Bröckchen. Zwinkerndes Gesicht
Ich trage ihn nicht mehr sehr oft, der Beckenboden findet das nämlich nicht so gut.
Einmal davon abgesehen, ist mir das auch zu gefährlich. Wenn ich mit dem Roller stürze und hinten drauf das Kind....ne, das mag ich mir nicht vorstellen. Aber ich hab ja stellanweise an meinen freien Wochentagen auch mal für ein paar Stunden nur meine Tochter von meinem NM "ausgeliehen". Und dann haben wir auch etwas Mama-Tochter Zeit. Da merke ich auch, wie sehr ich sie vermisst habe und wie einfach es nur mit ihr ist. Und sie genießt die Exklusivzeit ebenfalls. Und an solchen Tagen würde ich dann mit ihr Roller fahren gehen. In 2-3 Jahren kann der Kleine dann mit.

x 5 #8170


Femira
Zitat von Sternenguckerin:
Gibt ja zarte Kinder und "Bröckchenkinder".

Ich sag ja zu meinem Buddha Baby. Grinsendes grünes Gesicht Hat sich mittlerweile gut verwachsen, aber hui, sag ich mal. Hatte mehrere Hexenschüsse, die mich zum Arzt gebracht haben, weil mein Körper nach der Schwangerschaft nicht in der Lage war, einen Buddha zu tragen. Das hat mich damals im Bewegungsradius irre eingeschränkt.
Es wird leichter!
Zitat von NineNinchen:
Aber tatsächlich fällt es mir auch sehr schwer bewusst zu bestimmen wann ich Gefühle zulassen kann. Ich kann nicht sagen, dass ich mir jetzt mal 30 Minuten Zeit nehmen und dann geht es los mit der Verarbeitung. Hab ich probiert, geht nicht.

Natürlich geht das nicht. Gefühle brauchen Zeit, nicht Zwang.
Zitat von NineNinchen:
Wenn ich die Stille doch mal zulasse bleibt es nicht lange still. Dann wird es innerlich immer lauter.

Genau. Da merkst du es. Spazieren oder wandern finde ich für sowas super. Das Laute raus lassen und zulassen. Wenn es wärmer wird, kannst du dir vielleicht wieder Zeit.nehmen dafür?
Zitat von NineNinchen:
Innerlich kann ich mich von ihm abgrenzen und bin auch in keinerlei Weise von ihm abhängig.

Abhängigkeit hat viele Facetten. Du meinst, finanzielle Abhängigkeit. Ja, das bist du nicht.
Emotionale Abhängigkeit, bzw Co-Abhängigkeit meint, dass man sich nicht so verhält, wie es für einen selbst richtig ist, sondern es von potentiellen Reaktionen, Gedanken des anderen Abhängig macht.
Da würde ich mir sehr wünschen, dass du dich dahingehend mal prüfst, inwiefern du das machst.
Du hattest bzgl des VdK mal geschrieben, dass du immer freundlich, nett und fair geblieben bist und dich deshalb ärgert, dass er das nicht zu dir ist. Auch hier ist dein Verhalten nicht an dich rück gekoppelt (zum Beispiel an deinen Werten), sondern daran dass du ihm leichter machen willst, freundlich zu dir zu sein.

Ich kann verstehen, dass du feinen Vater da nicht angesprochen hast, weil es so klingt, als müsstest du dich physisch und psychisch vor ihm schützen. Das ist klug, aber dann tu es auch richtig und ziehe eine Grenze. Sprich: du triffst dich nicht mehr mit ihm, um dich und deine Kinder vor ihm zu schützen. Nimm das Ernst.

Und zu dem Nett sein zum Vdk: Natürlich ist nett sein zu Menschen die Voraussetzung dafür, dass sie nett zu mir sind. Wenn sie mich aber schlecht behandeln und ich bin weiter freundlich und nett, bestätige ich ihr Verhalten als richtig und verliere mich.
Und das ist ja etwas, dass du mit dem VdK sehr deutlich spürst. Danach musst du dich, deine Grenzen und deine Wahrnehmung erstmal suchen.

Zitat von NineNinchen:
Jedes mal werde ich daran erinnert, gescheitert zu sein und das für ihn weder die Kinder noch ich bedeutungsvoll gewesen sind zu bleiben oder überhaupt mal mit mir zu reden.

Auch hier: warum scheiterst du, wenn jemand anderes Sicherheit wie ein @rsch verhält?
Warst du nicht nett genug oder was?

Weißt du, es ist auch etwas überheblich, zu denken, dass du andere mit deinem Verhalten kontrollieren kannst. Zwinkerndes Gesicht

Zitat von aequum:
Es war alles dabei. Von Prügelstrafe bis hin zum Abscheiden der Haare (Glatze).

Danke dir für das Teilen Tröstender Smiley DEin inneres Kind scheint unglaublich stark zu sein, dass es diese Zeit überlebt hat und liebesfähig geblieben ist. Herzen
Ich lese dich als empathischen Menschen, der sich wohlwollend und freundlich anderen Menschen zuwendet, hilfsbereit ist. Eigenschaften, die dein inneres Kind sich schwer erhalten musste in so einem Umfeld.
Vielleicht hast du mal einen Moment, die Stärke dieses kleinen Kindes in dir anzuerkennen beten

x 5 #8171


P
Boah @aequum wie heftig ist das denn von deinen Eltern gewesen 😨

Zitat von NineNinchen:
Ich sehe mich nicht gern selbst als Opfer und mag diese Haltung nicht. Meine Haltung war immer tun und nicht jammern.

Tja, ist das Deine Grundhaltung oder ist Dir das früh eingebleut worden, weil Täter es hassen, wenn ihre Taten spürbare Konsequenzen haben? Da dürfen die kleinen Kinder einfach nicht weinen, nachdem sie rund gemacht wurden.

Und ich sage Dir an dieser Stelle, daß Du das im Moment noch nicht wissen kannst. Du hast sehr früh Verhalten internalisiert, die eigentlich Re-Aktionen auf Vaters toxisch-gefährliches Verhalten waren. Es ging bei der kleinen Nine nur ums Überleben. Auch wenn Du da jetzt keinen Zugang zu hast. Ist alles eine Frage der Zeit, bis Du dorthin gelangst. Und alle Verhaltensweisen, die Dir den Umgang mit Deinem Vater erleichtert haben, haben sich bei Dir als "Eigenschaften" oder Dir typische Denkweisen eingeprägt.

Ich habe eine Zeitlang regelrecht darum kämpfen müssen, daß ich und das, was mit mir gemacht wurde, als Opfer anerkannt wird. Da gab und gibt es große Widerstände. Aber auch ich musste es vor mir selber zugeben lernen und mich mit dem erlebten annehmen lernen. Klar, würden die Taten anerkannt werden von den Tätern, dann könnten sie sich nicht mehr weiterhin hinter "Ach, stell Dich nicht so an!" verstecken und sich der Sache weiter entziehen.

Ich finde es extrem wichtig, daß man an einer Stelle auf dem Weg anerkennt, daß man Opfer war.

Ich definiere hier "Opfer" als "einer Person oder Situation ausgeliefert, wofür man absolut nichts kann, nichts hat ändern oder beeinflussen können."

Es ist eine weitere Frage, wie man dann danach damit umgeht.
Aber das Anerkennen, daß man absolut keine Chance hatte, unversehrt aus der Situation zu kommen, ist eine eigene Qualität.

Erst von da aus kann man sagen: "Okay, und jetzt?"

Aber wenn man hartnäckig leugnet, daß es Situationen gibt oder gab, die einen überfordert haben, dann bleibt man da stecken.

Ich habe diese Woche das beeindruckende Interview mit Gisele Pericot gesehen. Ihr Satz "Die Scham muß die Seiten wechseln!" ist nicht umsonst legendär und ein Paradigmenwechsel. Denn dieses hartnäckige gleichsetzen von 'Opfer' = 'Memme' ist bereits eine Unverschämtheit der Täter. Sie, die Täter, sollen sich schämen, daß sie kleine Kinder (verbal, emotional, physisch..) missachten und ja, misshandeln. Oder alte oder schwache Personen. D A S ist falsch. Nicht die Tatsache, daß die andere Person nichts hat dagegen machen können.

Wenn man hartnäckig leugnet, daß man mies und voll toxisch behandelt wurde, fehlt diese Chance endlich mal loslassen zu können, sich fallen lassen und trauern, trauern und trauern um das, was war. Schotten auf und Tränen los. Das darf soll und kann betrauert werden. Als Phase. Und d a n a c h weitermachen im Leben, mit der Akzeptanz, was war. Aber nicht mehr mit dem Einfluss davon. Der wurde freigesetzt durch die Trauerphase.

Ich hoffe, der Gedanke wurde verständlich transportiert.

x 9 #8172


Ameise_78
Zitat von Zitat von Perzet:
Denn dieses hartnäckige gleichsetzen von 'Opfer' = 'Memme' ist bereits eine Unverschämtheit der Täter.

👍👍👍

x 5 #8173


aequum
@Femira
Ich möchte mich für deine wirklich herzerwärmenden Worte bedanken. Das hat mich doch sehr bewegt.

Ich lese auch dich sehr gerne. Du schreibst immer sehr emphatisch und mit einer klaren Intension, helfen zu wollen. Meinen Respekt dafür.

@NineNinchen
Ich hoffe sehr, dass auch du deinen Weg finden wirst. Das Leben kann und wird uns immermal wieder vor große und schwierige Herauforderungen stellen aber es hat eben auch großes Potential, überwiegend glückliche Zeiten und Momente erleben zu können.

Wie gesagt, mir hat es geholfen, auf andere Menschen offen zu zu gehen. Das musste auch ich erstmal lernen und ja, mich persönlich dazu überwinden.

Nicht alle Menschen sind oder werden im positiven Sinne gut, bzw. hilfreich für dich sein aber nach meiner persönlichen Erfahrung dann doch überwiegend die Mehrheit.

Beschränke den Kontakt zum VdK ausschließlich auf die Elternebene und knüpfe neue Kontakte. Das wird dir definitiv helfen, abschließen und heilen zu können.

#8174


A


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