Zitat von Waterfall: Wie läuft es mit der Familienhilfe?
Leider war war sie auch schon mehrfach krank, hat Termine immer mal wieder kurzfristig verschoben. Planbarkeit ist ein bisschen schlecht. Und der Kleine lässt sich schlecht abgeben. 2 h kommt sie und eine halbe Stunde brauchen wir immer ungefähr für die Annäherung. Jedes Mal. Es ist ein Ehrenamt, es ist gut, dass es das gibt, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Meistens hab ich mich hingelegt, weil ich so müde war. Aber sie ist sehr nett, wir haben auch schon ein bisschen miteinander gesprochen. Und sie vertritt eine ähnlich Meinung wie @zimt.
Zitat von sonntag_morgen: Jetzt kannst du wenigstens machen was du willst und hast deine eigenen vier Wände und musst dich nicht über die Spül- und Müllberge ärgern

Es liegt jetzt nicht zwingend nur an ihm, aber eine Erwachsene Person macht wirklich viel Dreck! Das ist sehr deutlich spürbar. Und ja stellenweise genieße ich auch, dass ich sie Wohnung so einrichten konnte wie ich es wollte ganz ohne Rücksprachen.
Zitat von Waterfall: Als ich frisch getrennt war, bin ich mal zu einem Alleinerziehenden-Treffen von einer örtlichen Gruppe zusammen mit Nachwuchs auf nen Spielplatz mitgegangen.
Was du erzählst ist genau auch meine Befürchtung. Trotzdem werde ich dem nach Ostern (bis dahin sind wir hoffentlich alle endgültig ganz gesund) eine Chance geben und zu so einem offenen Alleinerziehendentreffen gehen.
Ich möchte wenigstens probiert haben was möglich ist um auch herauszufinden ob das zu meinen Leben passen würde.
Zitat von Ameise_78: Ich kenne an Trennung nichts schlimmeres !
Schwanger verlassen zu werden obwohl das Baby ein gemeinsames Wunschkind war, ist mit Abstand das Niederträchtigste, was man seiner Partnerin und Mutter der gemeinsamen Kinder antun kann. Da kommt in meinen Augen keine normale Trennung ohne Kinder oder mit größeren Kindern mit.
Für mich ist das keine normale Trennung. Als ich mal in der Therapie aussprach, dass eine Trennung ja an sich nichts ungewöhnliches ist, wurde ich sehr schnell von der Therapeutin unterbrochen. Wenn ich ständig den Schmerz relativiere, verleugne ich auch sie Heftigkeit der Trennung und was er da für ein Verhalten an den Tag gelegt hat.
Zitat von zimt: Wie einige andere auch, die mal so ungefähr meinten, dass schwarz/weiß nicht alles ist was zählt.
Ich finde nicht, dass es nur s/w ist und das macht es auch etwas schwierig. Er ist eben nicht nur A.rsch und ich bin eben auch nicht unschuldig. Und trotzdem ist die Art und Weise unterirdisch gewesen und hat eben was mit mir gemacht.
Ich sehe mich nicht gern selbst als Opfer und mag diese Haltung nicht. Meine Haltung war immer tun und nicht jammern. Das hat auch immer geklappt. Aber zum ersten mal in meinem Leben merke ich eben auch, dass tun alleine nicht hilft. Mir fehlt da eine andere Kompetenz das emotional gut zu verarbeiten.
Zitat von zimt: Ich glaube, Du willst in Deiner Rolle bleiben und es tut sich nichts in Sachen Verarbeitung, weil Du das gar nicht Wahrhaben willst.
Das führt vielleicht auch dazu, dass es zu dieser Ansicht kommt. Ich möchte nicht in dieser Rolle bleiben, ich finde die richtig s.cheiße. Aber eben weil mir da das fehlt, um alles verarbeiten gut zu können, drehe ich Schleife um Schleife. Bis es irgendwann mal Klick macht. Bis ich mich dahin entwickelt habe.
Dazu möchte ich noch mal anmerken, dass ich so richtig ins verarbeiten auch erst seit September gekommen bin. Als der VdK den Kleinen auch mal über Nacht genommen hat. Vorher war es ja wirklich nur funktionieren und überleben. Ich hätte nicht so gut funktioniert, wenn ich nicht auch einen Teil verdrängt hätte. Einen kompletten Zusammenbruch hätte ich mir nicht erlauben können.
Zitat von Waterfall: Die Osteopathin, bei der ich letztens war, meinte ähnlich deiner Bedenken, eine Kur mit ihren zwei Kids zusammen war für sie auch mehr Stress als Erholung. Kommt vielleicht auch aufs Alter und Persönlichkeit der Kids draufan - nicht jedes (Klein-)kind möchte sich da temporär fremdbetreuen lassen.
Das bestärkt gerade meine Ansicht eine Kur erst zu einem späteren Zeitpunkt zu machen. Danke.
Zitat von zimt: Wenn das alles (noch) nichts für Dich ist rate ich dennoch zur Annahme der Situation und Faktencheck. Oder/und Therapieformwechsel. Traumatherapie, EMDR beispielsweise.
Meine Therapeutin ist Familientherapeutin aber auch im Bereich Trauma unterwegs. Ich hab mit ihr letztens über die Opferrolle gesprochen. Weil sie es so benannt hat und ich das ganz furchtbar fand und gleichzeitig in meinem Umfeld auch Schwierigkeiten habe, weil es eben gern relativiert wird. Sie meinte Traumaopfer haben dieses Problem sehr häufig und finden eher Verständnis bei Gleichgesinnten. Weil einfach schwer nachvollzogen werden kann welche Ebene da in einem zerbricht. Diese "Opfer" sind also gleich mehrfach bestraft. Die Erfahrung aus ihrem Arbeitsalltag fand ich interessant. Am Ende kann man sich aber auch nur selbst aus dieser Rolle befreien.
Zitat von Caecilia: Sehe ich auch so. Ich habe das hier auch nicht erlaubt. Habe dann beispielsweise einfach ruhig gesagt: "Ich möchte nicht, dass X bei dir im Auto mitfährt, das Risiko ist mir zu groß." Wäre die andere Person wütend geworden (war hier zum Glück nicht der Fall), wäre das dann halt so gewesen.
Er geht in 2 Jahren in Rente und sagt immer schon, was er dann mit den Enkeln machen möchte. Ich denke mir jedes mal so "Nein, wirst du nicht." Es ist schlimm, dass so sehen zu müssen.
Zitat von Waterfall: Falls du dazu weitere Ideen ausprobieren möchtest: Hier im Forum gibts dazu einen Thread, wo viele Impulse gesammelt werden.
Danke für den Tipp. Ich werde den mal suchen. Das mit der Beschreibung der Umgebung mache ich tatsächlich schon sehr häufig.
Zitat von Waterfall: Besonders interessant fand ich die Einstellung des Experten, dass die eigene Vergangenheit nicht die Zukunft bestimmt, sondern primär die eigene innere Haltung dazu .
Das klingt nachvollziehbar. Hab mal gelesen, dass das Bauchgefühl stellenweise falsch sein kann, weil es auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit geprägt ist. Je nach Erfahrungsschatz ist eben aich das Bauchgefühl mehr oder weniger zuverlässig. Mir fehlt ein bisschen die Perspektive für die Zukunft.