Verantwortung übernehmen heißt für mich vor allem, die Auseinandersetzung nicht zu scheuen. Und Auseinandersetzung bedeutet nicht Streit, sondern sich hinzusetzen, zu sprechen, zuzuhören, in sich zu gehen, dazuzulernen und zu wachsen. Fehler nicht wiederholen zu wollen, weil man verstanden hat, wieso man diese gemacht hat. Weil man sich verstanden hat.
Suppe kochen kann jeder. Wirklich. Topf auf den Herd, Huhn, Wasser und Gemüse rein, Herd an und warten.
Was aber nicht jeder kann ist, sich wirklich zu hinterfragen. Wachsen zu wollen. Den Partner zu sehen und zu lieben wie er ist. Hinter die Fassade zu blicken. Angriffe nicht als Angriffe sehen, sondern als Not. Liebe nicht zu schenken, weil es einem selber gut tut, sondern für die andere Person. Gespräche so zu führen, dass beide echt sein können, dass beide vulnerabel sein können, dass beide sich gesehen fühlen, dass die Seelen sich treffen und nicht bloß das nächste Date geplant wird. Dass man sich nicht nur vornimmt, sich im Alltag nicht zu verlieren, sondern auch etwas dafür tut.
Keine Ahnung, wie ich das ausdrücken soll. Aber das was du aufgezählt hast, sind einfach nur oberflächliche Taten, die immer stattfinden sollten. Partner sollten sich gemeinsam um ihre Verpflichtungen kümmern, erst Recht als Eltern. Partner sollten nett zueinander sein und Interesse haben. Ausgleichen, wo der andere Hilfe braucht, dabei auf Augenhöhe bleiben. Ein Teil dessen, was aufgezählt wurde, sind auch schlichtweg rechtliche Verpflichtungen. Unterhalt zu zahlen ist nichts, wofür es Applaus gäbe.
Kämpfen würde bedeuten, dass er dich in den Fokus setzt, weil du du bist. Und nicht, weil er lost ist. Du musst das Gefühl haben, nicht austauschbar zu sein. Aber momentan klingt alles danach, als seiest du nur die einfachste Option.
Kämpfen würde bedeuten erst zu handeln und dann zu reden. Sich den a.rsch aufzureißen, um dir zu beweisen, dass er ein anderer geworden ist. Denn nicht du musst dich ändern, damit die Beziehung hält. Dieses Gefühl darf er dir nicht geben. Sondern er muss sich ändern. Er muss seinen s.hit zusammen bekommen. Seine wiederholten Fluchtimpulse, die es ja auch zuvor bereits gab, verstehen wollen, therapieren und im Griff haben. Erwachsen werden. Seine Bude wie ein erwachsener und verantwortungsvoller Vater einrichten. Seine Kinder ohne Hilfe versorgen. Seine Finanzen und Jobs im Griff haben und nicht wie ein 16jähriger, langhaariger Ki.ffer in Bands spielen und "Therapie" auf Google nachlesen. Sondern erwachsen werden wollen.
Und wenn er das alles im Griff hat, dann ruft er an und hört DIR zu. Dann heult er nicht mehr, denn das hat er für sich selbst geklärt, sondern er gibt dir den Raum, den du willst. Dann darfst du heulen. Und du darfst ihn dann auch beschimpfen. Du dürftest dann Gefühle haben und er wäre da und er bliebe da und er würde das gelernt haben zu halten. Bis deine Wunden geheilt wären. Dann würde er dich nicht wie den nächstbesten Lappen behandeln, sondern erkannt haben, dass er ein Juwel zerstört hat und alles dafür tun dich zu flicken, dich wieder heil zu machen und dich auf Knien anflehen ihm zu verzeihen. Nachdem er erwachsen geworden ist und kapiert hat, wer er bisher war. Nämlich ein egoistischer, gemeiner, fieser Junge, der ein bisschen Wasser und Huhn auf den Herd gestellt hat und dachte, damit hat er jetzt den Friedensnobelpreis verdient.