Yoffi
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Zitat von NineNinchen:Aber ich verzeih mir nicht. Ich bin manchmal wie meine Mutter. Sie kann ihre Gefühle auch schlecht lenken und dann explodiert sie. Dann schnappt sie um sich wie ein Krokodil. Und ich bin manchmal genauso. Ich kann zum Teil verstehen, warum er sich getrennt hat.
Liebe Nine!
Diese Wut in dir, dieses unkontrollierte, wenn deine Grenzen so maßlos überschritten werden, dass es einfach nicht mehr geht, das ist einer der gesündesten Anteile in dir. Er schützt dich, wenn es einfach nicht mehr anders geht. Und insofern muss man auch nicht "verstehen", dass dein Ex sich daraufhin getrennt hat, sondern du solltest verstehen, dass du auf seine Grenzverletzungen re-agierst in diesen Momenten. Dass er dir weh tut und du dich nur irgendwann wehrst. Dass er hier der Fehler ist. Immer und immer wieder.
Natürlich ist es gut und wird dein learning für die nächsten Jahre sein, gar nicht erst an diesen überkochenden Punkt zu kommen. Aber das wird für dein Umfeld nur bedeuten, dass du früher und konkreter, wenn auch in Ruhe statt in Wut, deine Grenzen ziehst und durchsetzt. Für dein ungesundes Umfeld wird das mit Sicherheit unangenehmer werden, als bisher. Deine Wutausbrüche konnte man belächeln. Sie dir aufs Brot schmieren. Deine neue Haltung wird bedeuten, dass du dich von Menschen, wie deinem Ex trennst. Dass sie gegen Wände rennen werden. Dass sie mit ihrer ganzen Kontrolle über dich leerlaufen, ihre ganze Manipulation nichts bringt. Menschen wie deinem Ex wirst du mit ruhiger Abwehr rasend machen. So wie du ja jetzt grade siehst, wie er aufläuft und seine Manipulationsmethoden neu sortiert.
Deine Wut ist nicht das Problem für diese Menschen, liebe Nine. Sondern deine ruhige Stärke wird es sein.
Und bei gesunden Menschen wirst du diese Wut auch kaum gehabt haben. Denn da gab es nichts zum abwehren.
Wer angegriffen wird, der darf sich wehren.
Und du und deine Mama seid euch nicht in eurer Wut ähnlich. Dass ist kein Charakterzug. Sondern ihr seid euch darin ähnlich, die falschen Menschen in euer Leben zu lassen, euch so lange zurückzunehmen, bis der Körper es nicht mehr aushält und euch durch eine Explosion wenigstens ganz kurz versucht zu schützen. Bis ihr euch im nächsten Moment reflexartig wieder anpasst, euch selbst vergesst, euch selbst dabei mit Füßen tretet und das Spiel von vorne beginnt, bis der Druck zu groß wird und ihr zu eurem Schutz erneut explodieren müsst. Weil kranke Menschen euch verletzen. Und ihr es ungesunderweise immer und immer wieder zulasst, bis gar nichts mehr geht.
Die Wut, die ist nicht das Problem. Das davor ist das Problem. Die Menschen, die ihr rein lasst, sind das Problem.
Die Wut, die ist der gesunde Anteil.

