Zitat von So-isses: Nine, geh allein in den Wald und schrei! Das hält doch kein normaler Mensch auf Dauer aus
Hab ich bei der letzten Wanderung gemacht...da kam irgendwo von ganz weit her die Frage ob alles ok sei. Nirgendwo ist man alleine.

Zitat von Lilli2: Das heißt er zahlt auch jetzt nicht was er eigentlich müsste? Warum zum Teufel verzichtest du darauf?
Er zahlt alles was er kann. Aber er möchte gern mehr behalten, wenn ich wieder arbeiten gehe. Das kann ich irgendwo auch verstehen. Aber die Art wie er es gesagt hat fand ich eben seltsam. Und im nächsten Atemzug meinte er halt, er wird dafür sorgen, dass es uns an nichts fehlt. Es sind diese ambivalenten Gespräche die mich unsicher machen.
Zitat von Perzet: Zum Glück lag der Atlantik zwischen uns und wir hatten in der Zeit eigentlich keinen Kontakt.
Ja, er ist halt nur 10 Minuten zu Fuß von umgezogen. Ein Ozean zwischen uns wäre in so mancher Hinsicht besser. Für die Kinder ist es natürlich super praktisch. Er sagte deshalb hat er es auch gemacht. Wenn später mal ein Wechselmodell kommen sollte, ist das natürlich einfacher für die Kinder.
Zitat von PsychoMantis: Spinnen wir das doch logisch weiter, warum sollte es einem Mann, dem es leid tut und der Frau und Kinder zurück möchte und eine gemeinsame Zukunft so wichtig sein, wieviel Geld er zur Verfügung hat?!
Er meinte im Nachtrag auch das Geld sei ihm egal. Ich weiß halt einfach nicht was ich glauben soll. Und natürlich möchte ich meinen Unterhalt am liebsten selbst bestreiten. Ich habe keinerlei Interesse ihm mehr Geld zu nehmen als mir oder den Kindern zusteht. Da die Kinder ja auch bei ihm sind und er in seiner Betreuungszeit auch Kosten hat.
Ganz ohne seine Zahlungen wird es aber eben auch nicht gehen.
Zitat von DiesDasAnanas: Das stimmt.
Würdest du dich scheiden lassen wollen, als symbolisches Ende, mit ihm an einer neuen, besseren Beziehungsdynamik arbeiten und ihn dann nochmal heiraten?
Wenn ich mich scheiden lassen würde, dann würde ich auch niemals wieder heiraten. Egal wen. Die Erfahrung reicht einmal. Und man muss nicht zwingend heiraten wenn man sich liebt.
Was ich aber tun würde, wäre wieder meinen Ring zu tragen. Der ist einfach wirklich schön und ich finds traurig, ihn nicht mehr zu tragen.
Zitat von DiesDasAnanas: Würdest du die Ehe aufrecht halten wollen, wenn ihr die Möglichkeit nutzt die Ehe so umzugestalten, dass sie sich nicht mehr einengend anfühlt?
Ich möchte auf jeden Fall meine eigene Wohnung behalten und mindestens einen komplett freien Tag in der Woche.
Ansonsten haben wir uns immer schon sehr viele Freiheiten gegeben was Hobbies und Freunde angeht. Da gibt es nicht so viel, was mich eingeschränkt hat. Auch unsere Organisation war immer ganz vernünftig. Nicht perfekt, aber gut hat uns beiden gereicht. Was uns am Ende eben gefehlt hat war die emotionale Ebene. Das ist eine Sache, die viel zu kurz kam und ich so nicht mehr wollen würde wie sie vorher war.
Die Frage warum OD wenn eh schon alles kompliziert ist. Weil ich ein bisschen Alltag wollte, neue männliche Gesichter kennenlernen wollte. Auf Spielplätzen sind ja meist doch eher Mütter. Außerdem ging es da auch eher um eine rein körperliche Beziehung zueinander. Und es wären nur 1-2 Treffen im Monat. Mehr Zeit hat er nicht und ich auch nicht. Für mich ist das händelbar. Mein Profil ist beim OD inzwischen auch wieder deaktiviert. Es wurde mir zu anstrengend. Und wie ihr ja schon festgestellt habt, ist es dafür vielleicht einfach gerade nicht die richtige Zeit. Aber diese eine Person werde ich jetzt trotzdem weiter treffen. Es war unkompliziert und angenehm mit ihm.
Zitat von Perzet: Darf ich fragen, warum Du das gesagt hast?
Warst Du da entspannt?
Warst Du da Deiner selbst sicher, daß Du das wirklich so willst?
Warum?
Weißt Du selber, warum Du so re-agiert hast?
Er hat den Kleinen zu dem Zeitpunkt abgeholt, meine Tochter hat noch was zu Ende gepuzzelt. Also hat mein NM sich nochmal hingesetzt. So kamen wir ins Gespräch. Und ich will halt einfach kein Ar. sein und hab eh schon ein schlechtes Gefühl dabei, dass uns so viel Geld zahlt.
Zitat von Winza: Geht es dir um ihn als Mensch/Partner oder um die Idee, die du von einer Familie hast?
Vermisst du ihn oder das, was du dir mit ihm vorgestellt und gewünscht hast?
Manchmal ist es mehr die Idee als die Realität
Wenn wir reden, finde ich immer noch interessant was er so erzählt und was er so erlebt, seine Sicht auf manche Dinge und was er gerade so macht. Er inspiriert mich, hat er schon immer. Und andersrum ist es genauso. Es ist also nicht nur die Projektion oder die Vergangenheit, sondern tatsächlich auch der Mensch am sich. Er ist nicht nur ein Idiot, dann wäre die Trennung sehr viel leichter. Er ist auch liebevoll, lustig, kreativ und hilfsbereit. Mit ihm Zeit zu verbringen, wenn er sich tatsächlich darauf einlässt, ist einfach wirklich schön.
Zitat von Fenjal: Und, dass die Te wusste, dass ihr Typ sein Vatersein nicht als Prio uno favorisiert, wusste sie SPÄTESTENS nach dem Kind 1, wenn nicht sogar schon vorher.
So einfach war das leider nicht. Die Phasen haben sich abgewechselt und waren manchmal auch echt lang. Manchmal war die Familie Prio 1 und das sogar über Monate recht stabil. So wie auch die Beziehung zeitweise Jahre Prio 1 war. Das macht es alles so schwer und undurchschaubar.
Zitat von DiesDasAnanas: Aus Angst die falsche Entscheidung zu treffen eierst auch du rum. Was in deiner Situation und mit eurer Hintergrund Geschichte auch nur verständlich und menschlich ist. Es bringt euch nur leider beide nicht weiter, wenn beide rumeiern.
Ein super Beitrag den du geschrieben hast und der mich wirklich nachdenklich gemacht hast. Es stimmt, ich eier herum.
Zitat von DiesDasAnanas: Statt dich zurück zu ziehen oder auf den nächsten Bomber von ihm zu warten, rate ich dir aktiv zu werden.
No Kontakt war gestern, hat nicht funktioniert. Warum versuchst du es nicht mit einem Strategiewechsel?
Auch richtig, mit den vorherigen Bemühungen klappt es irgendwie nicht. Weil keiner von uns beiden konsequent ist.
Zitat von DiesDasAnanas: Die Strategie wäre aktiv auf ihn zuzugehen. Nicht persönlich Face-to-Face, sonst geht es dir danach wieder schlecht. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Gespräch eskaliert oder du DEINE Sichtweise nicht vollumfänglich mitteilen kannst.
Ich glaube es würde dir gut tun alles mal abzulassen.
Auch wenn es blöd klingt, schreibe ihm einen Brief.
Die Idee finde ich gar nicht mal so schlecht. Ich werde mir überlegen was ich ihm gern sagen möchte bzw. schreiben.
Zitat von Ella: Diese Aussage bringt es auf dem Punkt. Klar und deutlich. Ninchen scheint mir nicht offen zu sein für komplexe Gedankengänge, vermutlich überfordert sie ihre Unsicherheit. Mir kommt es vor, als würde sie alles als miteinander verwoben empfinden, wie eine klebrige, amorphe Masse, die sich nicht Formen lässt.
Was andere Dinge angeht kann ich sehr gut komplex denken. Aber hier....ja, da passt deine Beschreibung der klebrigen Masse sehr gut. Wo fange ich an und wo beginnt das wir. Wir sind so sehr zusammen erwachsen geworden. Es ist schwer zu trennen, weil er so sehr ein Teil von mir geworden ist.
Zitat von zimt: Also ich weiß manchmal nicht, wie man das Ganze noch einordnen soll, es scheint mir komplett absurd, und wir kennen hier nur die eine Seite. Also ob die Dialoge so abgelaufen sind, dass man von außen sofort denkt: Achtung, Manipulation! Und Nine das ja auch so schreibt, dass sie das auch so empfindet...Aber auf der anderen Seite schreibt sie, dass er besser wird, sich Mühe gibt usw. What?
Ich kann verstehen, dass du so denkst. Natürlich habt ihr nur meine Seite und wenn ich schreibe, er ist auch ganz anders, dann meine ich das so. Auch als ich schrieb, dass einige ihn bestimmt auch sehr sympathisch finden würden. Natürlich finden nicht alle Dialoge immer an einem Tag statt und ja, diese würden nicht zustande kommen, wenn es kaum Kontakt bzw. nur um die Kinder gehen würde. Warum kommen die Gespräche nun immer wieder zustande....weil ich nicht immer konsequent bin, mich nach ihm sehne und damit zweifelsohne auch an ihn gemischte Signale sende. Somit finden immer wieder Gespräche statt. Und da wir ums 3 x die Woche sehen, um den Kleinen zu übergeben, gibt es eben Möglichkeiten zum reden. Meistens sind diese Gespräche freundlich, interessiert aber eben auch mal mit solche seltsamen Momenten wie ich sie hier beschreibe. Es sind Bruchstücke, ich schreibe hier nicht, dass er mir erzählt hat wie sein neuer Laptop so ist. Das weiß ich ja einzuordnen. Aber vielleicht verzerrt dad auslassen dieser Banalitäten auch das Bild von ihm zu sehr ins negative. Dann bin ich auch sehr hin und hergerissen was ihr hier im Forum schreibt und was ich selbst fühle. Da prallen manchmal Welten aufeinander und ich versuche das dann in Einklang zu bringen. Klappt manchmal gut und manchmal weniger gut. Aber das führt manchmal eben auch dazu, dass ich meinem NM unterschiedlich gegenübertrete. Ich hoffe, meine Erklärung hilft dir das Ganze etwas einzuordnen.
Zitat von DiesDasAnanas: Kann er Wiedergutmachung für das was angerichtet hat leisten und wie sieht diese aus? (Es wird nie wirklich gut sein, weil er die Zeit nicht zurück drehen kann, aber was benötigst du um irgendwann vergeben zu können?)
6. Was hinter mich, mich auf ihn einzulassen? Was könnte ihn daran Hintern sich auf mich einzulassen? Damit meine ich emotional. Welche Lösung gibt es für diese Hindernisse?
Ich habe bereits viel darüber nachgedacht, was er tun könnte oder müsste, damit ich ihm irgendwie vergeben könnte. Und ich weiß es einfach nicht. Der Verrat, die Enttäuschung, das er uns im Stich gelassen hat. Das sitzt alles so tief. Und ich habe Angst, dass es nur wieder eine Phase ist in der die Familie gerade für ihn oberste Priorität hat. Scheinbar.
Zitat von Perzet: Darunter ist die Angst, jemanden fälschlicherweise zu beschuldigen und die Unsicherheit, ob Du vielleicht doch echte Chancen nicht genutzt haben könntest.
Das auch! 100%!
Es ist im Großen und Ganzen ein Problem für mich dieses neue Leben für mich so anzunehmen. Ich wollte es nie so. Familie wollte ich mit meinem NM, niemals alleine. Weil ich wusste, dass ich dafür nicht gemacht bin. Und ich hab ohm einfach so vertraut. Natürlich sollte jeder damit rechnen, dass der Partner plötzlich nicht mehr da ist. Ein Todesfall kann immer passieren und dann hätte ich ordentlich trauern können. Aber ich hätte den Schmerz des Verrats und gebrochene Vertrauen so nie erlebt. Ich komme damit und mit meinem jetzigen Leben nicht klar. Es fühlt sich falsch an, als ob ich das falsche Drehbuch dazu hätte. Ich kann es nicht anders beschreiben. Und ich bin gleichzeitig so von mir selbst überrascht, weil ich so denke und gleichzeitig die Kinder meine liebsten Menschen sind (ja, auch der kleine Unruhestifter).