Liebes Ninchen,
ich kann das alles völlig nachvollziehen und finde nichts davon "drüber" - also, von deiner Seite aus.
Zitat von sonntag_morgen: Ich habe auch mal gelesen, dass Menschen, die mit wenig Empathie und elterliche Zuwendung aufgewachsen sind, sich da schwerer tun und oft selbstbezogen Handeln in Partnerschaften.
Das gibt es, ja. Bei Tieren ist sogar nachgewiesen, dass sich das vererben kann (Epigenetik). Aber: Es ist, wie es ist - und wir sind denkende Menschen und können solche Kreisläufe und Prägungen bis zu einem gewissen Grade durchbrechen - da bin ich sicher.
Zitat von NineNinchen: Aber im großen und ganzen haben wir nie groß in der Öffentlichkeit oder vor anderen geknutscht oder viel Intimität ausgetauscht.
Ich finde nicht, dass das ein Kriterium für "Zugewandtheit" oder gar "Liebe" ist. Ist eher eine Typfrage. Ich mache das auch wenig. Bei manchen Paaren hat das auch fast so etwas "Demonstratives", das stößt mich oft fast ab und ich frage mich manchmal, warum die sich überhaupt mit FreundInnen treffen, wenn sie nur Augen füreinander haben.
Zitat von NineNinchen: Jedes Jahr bekommen meine liebsten Menschen auch was kleines Selbstgemachtes von mir. Immer am Ende des Jahres. Über die Jahre waren das Zeichnungen, was Gehäkeltes, Origami, ein Gedicht etc. Oft auch noch an die entsprechende Person angepasst. Einfach weil ich mich für die Freundschaft bzw. Beziehung bedanken möchte und so eben auch meine Wertschätzung ausdrücken.
Ein offenes Ohr, oder zu Arbeitseinsätzen wenn ich gerufen werde bin ich auch da. Ich bin verlässlich, organisiere und mache fast alles mit, wenn es um Aktivitäten geht.
So drücke ich aus und zeige, wenn mir Menschen etwas bedeuten. Ich weiß nicht ob das genug ist. Aber ich bekuschel meine Freunde nicht und auch in der Partnerschaft ist das nicht so meine Liebessprache.
Ist bei mir auch so. Und diese Liebessprache ist genau so gut wie eine andere. Es ist aber natürlich schon möglich, dass zwei Partner hier nicht zusammenpassen.
Zitat von NineNinchen: Vielleicht ist es auch was anderes als verletzter Stolz.
Ich glaube, es ist schon verletzter Stolz. Und das ist auch völlig normal.
Zitat von NineNinchen: Ich kann nicht akzeptieren, dass er mein Leben in solch einem Ausmaß beeinflusst, ohne das ich mitsprechen darf und jetzt tun wir mal eben so, als seien wir richtig gut im co-parenting?
Absolut verständlich.
Zitat von EineMitleserin: Ehrlich gesagt würde ich es bedenklich finden wenn du nicht Wut und Trauer empfinden würdest.
Warum wart ihr zu viert beim Umzug? War das (auch) dein Wunsch? Du musst nicht perfektes co-parenting spielen wenn es sich falsch anfühlt
Ja.
Wäre es keine Option gewesen, deinen NM alleine hingehen zu lassen? Ich weiß, du wolltest auch dabei sein - aber vielleicht wäre das doch das kleinere Übel gewesen? Zumindest hätte er dann nicht auf "Happy Family" machen können.
Zitat von Violettsloth: Ich habe das gleiche bei mir auch. NM möchte jetzt bei der Organisation des Geburtstages des Sohnes helfen und dabei sein. Ich habe echt lange mit mir gerungen, aber ich möchte das nicht. Ich kann einfach nicht mehr mit einem Menschen, der mir psychisch so massiv
Verstehe ich völlig. Nein und fertig.
Zitat von Femira: Aber in der Öffentlichkeit schön auf guten Papa machen. Ich werde richtig stellvertretend wütend.
Absolut - ich auch. Mein Ex macht das auch, verschickt z.B. an Gott und die Welt irgendwelche Urlaubsbilder mit den Kindern (hat er früher nie gemacht) - das nervt mich auch sehr.
Zitat von NineNinchen: Am nächsten Tag hat sie schon direkt nach dem Aufstehen von den Lichtern und der Musik erzählt. Es war für mich im Nachhinein die richtige Entscheidung, obwohl ich ihm gern die Laterne um die Ohren gehauen hätte.
Ich habe bei solchen Dingen immer den Einzelfall abgewogen und dann entschieden (bzw. tue das heute noch z.T.).
Es gibt aus meiner Sicht die "Pflicht" (z.B. Einschulung, Schulabschlussfeier, Konfirmation ...), wo klar ist, dass da beide dabei sind und sich freundlich-zivilisiert benehmen. Dann gibt es die "Kür" - und darunter fällt für mich so etwas wie der Laternenumzug. Da finde ich es am besten, die eigene Befindlichkeit dem gegenüberzustellen, wie wichtig es dem Kind ist, dass beide dabei sind. Wenn mein Eindruck war "Kind ist es nicht so wichtig." bzw. "Es ist voll O.K., wenn nur eine/r dabei ist.", habe ich im Zweifelsfall den Ex alleine hingehen lassen.
Zitat von NineNinchen: Ich fühle mich betrogen, benutzt und dann weggeworfen.
Und das ist auch ganz normal. Dieses Gefühl wird zwar schwächer, aber ich habe es selbst auch immer noch ein bisschen. Frage mich oft, ob das jemals ganz weggehen wird.
Zitat von NineNinchen: "Nagut. Imho: Für xy wäre es trotzdem cooler, wenn alle da sind." Und da bin ich kurz ausgeflippt. Nicht weil er wegen des Geburtstages gefragt hat, sondern wegen der subtilen Schuldzuweisungen
Da schwillt mir echt der Kamm. So etwas hat mein Ex auch oft gesagt und mir dabei subtil "Unsouveränität" unterstellt. Unerträglich, wirklich.
Zitat von NineNinchen: da frag ich mich dann ob ich überreagiert habe. Ob ich es vielleicht über dramatisiere....
Nein.