Zitat von NineNinchen: Letztens sagte er ich müsse mir um Geld nie Sorgen machen. Er würde uns immer unterstützen. Bei uns sei das Geld am besten investiert. Und er nimmt die Kinder, was auch nicht alle Väter machen die Unterhalt zahlen. Eigentlich kann ich doch froh sein, geht es mir doch gut. Er legt mir auch keine großen Steine in den Weg.
Du vermischst die Paar- mit der Elternebene. Dass er seinen Unterhaltspflichten nach kommt ist nichts wofür du irgendwie dankbar sein musst. Das ist seine gesetzliche Pflicht, die er zu erfüllen hat. Und zwar vorallem den Kindern gegenüber. Auch sein Kontakt mit den Kindern ist nichts wofür du dankbar sein musst. Es ist schön, wenn er sich um seine Kinder kümmert, aber er ist nunmal auch der Vater und das ist nunmal seine Verantwortung.
Der Umgang hat ohnehin nur indirekt mit dem Unterhalt zutun. Er hat immerhin ja auch die Pflicht Umgang mit seinen Kindern zu haben. Zu sagen, dass du froh sein kannst, weil er dir keine Steine in den Weg legt, ist etwa so als würdest du sagen, dass du froh sein kannst, dass dein Partner dich nicht schlägt, weil es eben viele Partner gibt die das tun.
Oder dass du froh sein kannst, dass dein Partner dir nicht das Essen um die Ohren wirft, wenn es kalt geworden ist.
Zitat von NineNinchen: Also egal was ich nun tue, um aus der friend zone auszubrechen, ich bin undankbar, ein A. oder veranstalte Drama. Wie sollte man auch nicht mit ihm befreundet sein wollen, wo er sich doch so kümmert.
Wer sagt, dass du undankbar bist? Er? Oder hast du das Gefühl, dass du das dann bist?
Für was sollst du überhaupt dankbar sein? Nochmal: seine Unterhaltszahlungen und sein Umgang mit den Kindern macht er vorallem wegen seiner Kinder. Da musst du gar nicht dankbar sein. Dass er die Kids nimmt, während du bei der Therapie bist, ist selbstverständlich. Nochmal: er ist der Vater und nicht eine liebe Nachbarin die gerade einspringt.
Zitat von NineNinchen: Nach außen hin kann ich also nichts sagen, aber für mich fühlt es sich so an, als ob mein Schmerz gar keinen Platz mehr hat. Und jetzt ist ja schon ein Jahr rum, jetzt muss doch mal langsam genug sein. Ist es aber für mich nicht. Die wenigsten können das verstehen was ich fühle und ich seh es ja auch, dass ich Glück habe, dass er sich kümmert.
Doch, du kannst und du solltest sogar sagen. Dieses ständige verrechnen was du sagen darfst, welche Ansprüche du haben darfst oder nicht haben darfst, nur weil er das Minimum erledigt, macht dich auf Dauer kaputt. Und es unterdrückt dich und deine Emotionen.
Dein Schmerz hat Platz! Hat Berechtigung! Das war keine Kleinigkeit die dir passiert ist. Und du musst auch nicht so tun, als wäre es eine Lapalie. Wenn deine Tochter sich verletzt, und wegen einer kleinen Schramme wirklich schlimm weint und es ihr schlecht geht, wie gehst du damit um? Ihr Schmerz, ihr Kummer haben doch auch eine Berechtigung. Ihr würdest du das nie absprechen. Warum also dir selbst?
Zitat von NineNinchen: Mein NM meinte auch ich muss nicht arbeiten, oder nur so viel wie ich will. Er unterstützt mich bei allem. Was soll ich denn darauf sagen?! Ich mag meine Arbeit, ich hab nicht nebenbei studiert, um jetzt zu Hause zu bleiben. Das füllt mich nicht vollständig aus. Und das weiß er auch.
Er sieht nur sich, nicht das was du willst. Und er schaut wie er selbst gut darstehen kann. Kommt ihm ja gelegen, weil du dann Schuldgefühle hast.
Zitat von NineNinchen: Er sagte auch, er weiß, dass er keine Ansprüche stellen kann der in der Position dazu ist. Er tut es auch nicht direkt. Aber eben dann mit ganz subtilen Schuldzuweisungen, wie mit dem Geburtstag unserer Tochter. Es ist schwierig alles immer so klar zu sehen.
Tut er aber. Seine ganze Trennung war eine massive Anspruchshaltung. Und die zieht er durch, bis heute.
Zitat von NineNinchen: Er hat mich schon ein paar mal nur angeschaut und gemeint: "Ich weiß nicht was ich mit dir machen soll." Nach 13 gemeinsamen Jahren ist das wie die Keule auf dem Kopf.
Empfinde ich als massiv übergriffig. Was bist du? Sein Hündchen? Er soll gar nichts mit dir machen, du bist nicht sein Eigentum, nicht seine Tochter, nicht sein Pony. Empfinde ich als massiv grenzüberschreitend und machtausübend. Das ist keine Augenhöhe.
Zitat von NineNinchen: Also eigentlich testet er weiterhin was besser zu ihm passt.
Ja, das tut er seit der Trennung und geht diesen Weg konsequent weiter.
Zitat von NineNinchen: Aber das Babyjahr geht eigentlich auch meinem NM an. Und er nimmt sich die Freiheit einfach mal zu testen was so für ihn passt. Prioritäten prüfen. Da muss ich nur dran denken und mein Blutdruck steigt.
Zu Recht, dass dein Blutdruck bei dem Gedanken steigt!