Ich weiß nicht, ich sehe bei ihm absolut keine Fortschritte. Er gibt die Verantwortung auch immernoch immer wieder ab. Er selbst konnte laut der ganzen Schilderungen ja nie anders handeln, weil es ja immer "gute Gründe" gab warum wie was war.
Zitat von NineNinchen: Er möchte sich gefordert fühlen. Zum Beispiel beim zocken ist er besser als ich. Es würde ihn langweilen, wenn er auf mein Level kommt. Das gleiche beim musizieren. Ein bisschen Gitarre spielen und singen kann ich auch (für die Runde am Lagerfeuer ist's ausreichend). Aber er hat andere Ansprüche, hatte schon mehrere Bands. Da komm ich nicht mit. Ich würde halt einfach alles aus Spaß an der Freude machen und wenn dabei etwas entsteht, dann ist das super. Aber ich tu es nicht, damit etwas entsteht.
Zitat von NineNinchen: Aber am Ende passt da ich eine Partnerin besser die ebenso leidenschaftlich und mit so viel Ehrgeiz wie er ein Hobby verfolgt. Und für mich jemanden, der vielleicht nur mittelmäßig dabei ist,aber dafür mit Spaß.
Zitat von NineNinchen: Er hatte höhere Ansprüche als ich und ich bin dem nicht gerecht geworden.
Für mich lesen sich deine Zeilen wirklich schmerzhaft. Irgendwo hattest du noch geschrieben, dass er jetzt erst gesehen hat, dass seine Freunde mit deren Freundinnen ja trotzdem Freude an gemeinsamen Hobbys haben könnten, auch wenn diese nicht so gut darin seien (ich habe das Zitat gerade nicht mehr gefunden). Ich finde das ganz schlimm abwertend, muss ich dir ganz ehrlich schreiben.
Er stellt sich dar, als wäre er der nächste grandiose Meistermusiker, und alles unterhalb seiner Fähigkeiten ermüdet ihn, bremst ihn aus und ist eben seinem Anspruch nicht genug um hochwertige Kunst zu erschaffen. Und das schlimme ist: du glaubst das auch noch, du nimmst das an und beschreibst, dass du selbst nur mittelmäßig bist.
Aber er ist das doch auch! Oder ist dein NM ein mehrfach ausgezeichneter Berufsmusiker? Hat er irgendeinen Preis gewonnen? Führt er Listen in Spotify an? Gibt er ausverkaufte Konzerte?
Er hatte mal ein paar Bands und macht Musik, aber damit ist er kein Beethoven oder Bach, Ray Charles oder Freddie Mercury.
Er sollte seine hohen Ansprüche mal auf sich münzen und sich selbst mal genauer betrachten. Dass die Freundinnen der Freunde und du unter "Mittelmäßig aber man kann ja Spaß haben mit ihnen, wenn man zwei Augen zukneift" empfinde ich als absolut abwertend. Hat er mit dir mal gebastelt? Gehäkelt? Kennt er den Unterschied zwischen Filethäkelei und Amigurum? Nein? Aber wenn du viel Mitgefühl mit ihm hast, kannst du ja trotzdem Freude mit seiner Gegenwart und Partizipation haben, auch wenn er nur "mittelmäßig" ist.
Zitat von NineNinchen: Und er hatte dann das Gefühl, nicht auszureichen und egal was er tut, es reicht dann halt nicht. Er löst ja gern Probleme. Wenn dann natürlich alles doof bei mir ist, dann wird's für ihn schwierig.
Ja kein Wunder, wenn Mäuse verhungern, wenn er für sie verantwortlich ist und das Küchengeschirr langsam zur Hochkultur emporsteigt, weil er es nicht schafft den Abwasch zu machen. Und du musstest auch noch an ihm herumnörgeln, obwohl er es doch so gern schaffen wollte.
Er löst gerne Probleme? Das Problem "Abwasch" oder "Mäusefütterung" war ihm aber irgendwie zu anspruchslos, scheint es. Und das Problem "Kindersicherung" in seiner Wohnung ebenso. Nicht zu vergessen das Problem "Babybett". Tut mir leid, liebe Ninchen, ich weiß du hängst mit deinem Herzen noch sehr an ihm. Aber weißt du wie ich ihn sehe? Wir in Hessen sagen dazu: Schwätzer.
Zitat von NineNinchen: Und er sagte er könne sich mittlerweile eine Freundschaft zwischen uns nicht mehr vorstellen. Dafür sei zu viel zwischen uns, was eine Freundschaft behindern würde. Völlig neue Töne von ihm. Ich weiß auch nicht mehr....
Zitat von NineNinchen: Hat er nicht. Sagt er selbst auch. Er versucht ja seine Gefühle an seine Wünsche zu koppeln. Er will Familie, eine Partnerschaft, am liebsten mit mir. Aber die Gefühle zu mir passt nicht so richtig. So sagt er.
Er sagt vieles, wenn der Tag lang ist, gerne auch verschiedenes. Und er sagt immer das, was du gerade nicht hören willst, weil er dich dann am Haken hat. Innerhalb eurer Ehe will er dich nicht mehr, wirft dich weg, egal, dass du schwanger bist und verzweifelt. Egal wie dein gesundheitlicher Zustand ist. Ohne Rücksicht auf Verluste zieht er sein Ding durch. Dann suchst du trotzdem noch Nähe und er gibt sie dir nicht mehr. Er will die Freundschaft, aber du möchtest sie nicht. Und jetzt wo du langsam autark wirst, aber gleichzeitig hin und her schwankst, will er plötzlich doch keine Freundschaft mehr. Ein Schritt vor - drei zurück. So geht es die ganze Zeit schon.
Er will viel, aber er tut wenig dafür. Und am nächsten Tag will er was anderes. Vorallem aber will er im Zentrum stehen. Und daran hat sich (trotz viele Worte seinerseits) nichts verändert.