Zitat von Stella31: Dennoch könnt ihr euch beide für die guten Zeiten eurer Ehe danken und euch als Paar verabschieden.
Ich kann das noch nicht. Es tut noch zu sehr weh! Aber ich merke, dass ich immer mehr wegrutsche. Weil es gerade nichts mehr gibt was wir teilen außer die Kinder. Da ist nichts anderes Verbindendes.
Inzwischen kommt mir unsere ganzes bisheriges Leben wie ein einziger Traum vor und ich frage mich manchmal, ob es überhaupt wirklich existiert hat.
Zitat von Femira: Du hast es beendet. Wir sind getrennt.
Das habe ich auch gesagt. Er schaut mich dann manchmal einfach nur an, sagt nichts. Vermutlich weil:
⬇ Zitat von Stella31: Er ist irgendwie auch zerrissen, so wie du.
Die lange Zeit, die ihr zusammen ward, lässt sich ja nicht so schnell abschütteln. Auch wenn er derjenige war, der euch verlassen hat.
Er kämpft seinen eigenen Kampf.
Das merke ich ihm deutlich an. Er hat verdrängt ohne Ende als ich schon begonnen habe die Scherben zusammenzukehren. Jetzt erst fängt er bei sich an.
Zitat von Perzet: Doch noch n Randkommentar zu ihm. Das klingt ein wenig nach "ich stelle dich ins Regal und hole dich hervor, so wie ich Lust (und Zeit und Kraft) habe".
Auch hier, ja, weil er sich nicht klar bekennen kann oder will. Ich bin aber kein Sammlerstück, sondern ein Spielzeug was im Dauereinsatz sein möchte.
😅 Zitat von Perzet: Als Ehemann hat er sich selbst verabschiedet und anscheinend war er bewusst oder unbewusst an dieser Stelle erstaunlich ehrlich gewesen. Jetzt, rückblickend wird es immer deutlicher.
:'-(
Zitat von Nalf: So lange Zeit war es üblich, keine eigenen Interessen zu haben und nur durch und über das erfüllte Leben des Mannes oder der Kinder zu leben, dass frau dazu auch keine guten Vorbilder findet.
Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie das gewesen sein muss. Kein Wunder, dass so das Narrativ der nörgelnden Frau aufkam. Natürlich macht es unglücklich, wenn ein großer Teil der eigenen Identität über Jahre nicht gelebt werden kann.
Zitat von Femira: Die Zeit reicht nicht, um alle Räume für mich ausreichend zu füllen. Wie löst du das Problem? Du bist ja eine erfahrenere Mutti als ich.
Also zuerst einmal war es mit einem Kind wirklich sehr viel leichter. Wurde ja auch schon geschrieben. Und ganz ehrlich: ich habe zurückgesteckt. Und bin dabei innerlich verhungert, weil der Ausgleich einfach nicht da war. Gleichzeitig hab ich gesehen, dass der VdK in der ganzen Beziehung immer geschafft hat seine Räume zu leben. Aber ich war stellenweise auch einfach fertig. Vor den Kindern hab ich ja neben dem Beruf noch studiert. Ich hatte also schon sehr lange Ebbe in meinem kreativen Herzen. Und dann habe ich ebe auch erlebte, dass der VdK seine Räume immer als oberste Priorität hatte, auch über mir. Das hat auch ziemlich an der Basis meiner Zufriedenheit gesägt. Aber die Verantwortung über den Umgang damit habe ich zu tragen, dafür kann er nichts.
Zitat von Femira: Kein Wunder, dass da dein Raum sehr klein geworden ist und ich verstehe - weil es mir auch so geht - dass das einen unglücklich macht.
Ja. Ich glaube auch, dass es win schleichender Prozess ist. Und dann ist diese Unzufriedenheit so diffus und kaum bestimmbar. Man muss erstmal dahinterkommen woran das liegt.
Tatsächlich versuche ich mir jetzt etwas Platz einzuräumen indem ich zum Beispiel auf Instagram tätig bin und einem Teil meiner Arbeiten zeige und den Prozess dahinter. Das ist sehr niederschwellig und auch mit Kindern umsetzbar. Aber ich hätte Lust irgendwie ein Teil von etwas zu sein, woran man mit mehreren Leuten arbeitet. Ich spinne jetzt mal rum: Z.B. kleine Illustrationen gestalten für ein regionales Blatt o.ä.
Tatsächlich gibt es bei uns im Stadtteil eine Arbeitsgruppe des Naturschutzbundes. Sie treffen sich immer mal wieder zu Arbeitseinsätzen und man kann einfach hingehen und mitmachen. Im Januar ist der erste Arbeitseinsatz, ich habe frei und werde mal hingehen. Wenn die Kinder größer sind, können sie sogar mitmachen. Die Auktionen sind auch für Kinder geeignet.
Zitat von aequum: Das sind zwei grundverschiedene Dinge. Aktuell wirst du keinen Partner aktiv suchen aber unterschätze nicht den zündende Moment in dem es klick macht. Das passiert nicht selten in Momenten in denen man es am allerwenigsten erwartet.
Ich weiß nicht. Natürlich möchte ich im romantischen Sinne geliebt werden, aber der Preis dafür erscheint mir gerade sehr hoch. Es ist nämlich die Zeit, die ich gerade für meine Hobbys nutze, die mich regulieren und stabil halten. Und ich kann mir diesen Mann auch absolut nicht vorstellen. Die andere Zeit gehört meinen Kindern und irgendwann auch wieder zum Teil meiner Arbeit.