Zitat von Jane_1: Du bist mit deiner Erfahrung und deinem Weg eine Bereicherung (sicher nicht nur für das Forum) und ich hoffe, dass die jeweiligen TE was mitnehmen können.
Wie lieb von dir! Manche Threads sind sich an vielen Stellen so ähnlich, so wie auch eure Erfahrungen die ihr mit mir geteilt habt. Es ist nur fair, wenn jetzt auch andere eine ähnliche Unterstützung von mir bekommen. Ist ja alles ein geben und nehmen. Trotzdem hätte ich auf die Erfahrung gerne verzichtet.

Zitat von Stella31: Du meinst, was er schon hatte und weggeschmissen hat
Naja, er merkt erst jetzt was er hatte. Nicht nur vom Verstand her, sondern wirklich mit dem ganzen Körper. Das kann schon sehr überrollend sein.
Zitat von Rheinländer: Da fehlen einem schon die Worte, oder?
Sie fehlen mir sehr oft, die Worte. Von der Trennung bis heute klappt mir des Öfteren vor Fassungslosigkeit die Kinnlade runter. Es ist manchmal einfach so absurd und widersprüchlich.
Zitat von Perzet: Es klingt im ersten Moment, als ob Nine jemand anderen habe, der ihr glücklicher Partner und somit Familienvater ist.
Oder hat er die Frau vom Kollegen geschwängert und der Kollege übernimmt den Rest bezogen auf Ehefrau und Kinder?
Ne, hat er nicht. Aber ihm wird jetzt von seinem Kollegen gespiegelt wie sich ein werdender Vater verhalten kann. Was Familie für manche heißt. Wie eine Art Vorbild. Und jetzt merkt und sieht er eben auch wo er nicht für uns da war. Und er sieht eben auch, wie diese Verbundenheit, die er sich immer so sehr in seiner Herkunftsfamilie gewünscht hat, aussehen kann und das er sie verloren hat.
Zitat von Perzet: Oder was will er mit all dem sagen? Ich verstehe ihn nicht. Was meint er konkret mit seinen Nebelhülsen?
Schade.
Das ist eine sehr gute Frage. Das änderte sich in den letzten Monaten auch immer mal wieder. Vermutlich hat er auch immer wieder neue Erkenntnisse. Bislang ist es halt so, dass er verglichen hat wie es woanders ist und bei anderen war das Gras halt immer grüner. Dann war er mal auf anderen Wiesen unterwegs und hat festgestellt, dass ihn das auch nicht glücklich macht. Was jetzt ist, muss also auch nicht für immer gelten. Ich glaube ihm wirklich, dass er Familie möchte. Aber eben nicht weiß, wie man das lebt, was dafür nötig ist und das Durchhaltevermögen auch dazu gehört.
Zitat von MissLilly: Das Meer von Tränen welche er weint, vergießt er nur für sich selbst...
Er fängt jetzt an, wo ich schon seit Monaten drin bin. Er sagte zu mir ich hab mir mental das tiefste rabbit hole gesucht
und bin reingesprungen. Das es nötig ist und ich das nicht ganz freiwillig mache übersieht er gerne. Er ist einfach so wahnsinnig gut im wegducken und sich ablenken. Aber so kommt er halt aich nicht raus und bleibt in dem Verhalten und der Hilflosigkeit. Und klar, da weint man dann. Wenn meine Tochter nicht weiß was sie tun soll weint sie auch.
Mich macht das wirklich einfach traurig, weil es diese Trennung so sinnlos macht. So viel Schmerz auf beiden Seiten, einfach weil es an Dankbarkeit und guter Kommunikation fehlte. Und die Einsicht jetzt so spät erst kommt! Jetzt wo bei mir fast nichts mehr übrig ist und ich mich wirklich frage, ob es sinnvoll ist diesen Rest erneut mit viel Mühe zu aktivieren, wenn er so lauwarm bleibt. Nur um das Risiko einzugehen erneut auf die Nase zu fallen.
Das Wochenende habe ich frei. Gestern war ich mit einer Freundin schwimmen und danach noch auf der Geburtstagsfeier einer Freundin. Es war so ein toller Tag und er hat mir wieder richtig Kraft und Energie gegeben. Heute ist dann Entspannung angesagt.
Meine Schwimmfreundin fragte mich gestern auch ob ich wieder einen neuen Mann möchte. Und als sie mich das fragte hab ich richtig gemerkt, wie sich in mir alles dagegen gewehrt hat. Es wäre für mich aktuell eine starke Einschränkung in meiner Autonomie, die ich mir gerade so mühsam erarbeite.
Und ich hab realisiert, dass ich gar nicht abhängig von einem Mann bin: Familienplanung ist durch, einen Vater haben die Kinder und einen Versorger brauche ich nicht, einen Handwerker brauche ich auch nicht, das meiste mache ich eh alles selbst. Da musste ich gestern vor Erleichterung lachen, weil ich es wirklich ganz entspannt angehen kann.
Aber gleichzeitig ist da auch die Sorge, mich zu sehr abzukapseln mit der Zeit niemandem mehr an mich ranzulassen.