Zitat von Stella31: Und was er da alles mit dir gemacht hat.
Verdrängung ist da, mMn eine schlechte Idee, weil du dann nur deine einseitigen Gefühle für ihn jetzt betrachtest.
Ich weiß, dass ich es irgendwann noch einmal lesen sollte und auch werde. Aber nicht aktuell. Das pack ich gerade nicht. Ich hab so viele schlechte Gefühle dabei.
Zitat von aequum: Ich denke, dir wird nun mehr und mehr die Endgültigkeit eurer Trennung bewusst.
Ja, das ist es ja. Es wird immer offensichtlicher. Oft genug denke ich immer noch, dass es unmöglich mir passiert sein kann, das ist einfach wirklich nie passiert ist. Es fühlt sich immer noch unwirklich an und oft fühle ich mich eher wie fremdgesteuert. Da ist eine Nine in mir, die verdammt gut funktioniert und die anderen Anteile kaum zu Wort kommen lässt.
Zitat von sonntag_morgen: Du hattest geschrieben, dass das Gefühl von ihm benutzt worden zu sein / eine Funktion erfüllt zu haben, tief in dir arbeitet.
Wie würde das denn in ein Comeback passen?
Eben vermutlich gar nicht. Das ist ein großer Widerspruch den ich da selbst spüre. Ich vertraue ihm nicht, dass er mich nicht wieder ausnutzt oder es für sich selbst einfacher machen möchte. Ich vertraue ihm nicht, dass er wirklich aus Liebe handeln könnte.
Zitat von sonntag_morgen: Und dann denke ich auch immer an deine "tiefe Traurigkeit" von der du so oft schreibst und frage mich, was da alles drin steckt.
Das weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht richtig. Aber neben dieser Traurigkeit ist es auch eine ganz diffuse Angst die durchkommt wenn die Stille einkehrt. Die Angst fühlt sich an, als würde ich ein Tablett mit Gläsern balancieren und als ob ich mich sehr anstrengen muss um ja nicht zu stolpern. Meine Therapeutin hat letztens ihr Therapieziel mal mit mir besprochen: sie möchte mir einfach ein wenig Vertrauen mitgeben, dass die Welt ok ist. Das Urvertrauen was man in der Kindheit bekommen sollte, was der VdK erschüttert hat, versucht sie ein wenig aufzubauen. In der letzten Stunde hat sie mir eine Kurzgeschichte vorgelesen. Sie wollte einfach mal etwas für mich mache, weil sonst kaum jemand etwas für mich macht. Das war so eine liebe Geste von ihr und hat mich sehr gerührt.
Zitat von sonntag_morgen: Irgendwie passt die Auto-Frage auch ins Bild: auch mit benutzen, gegen gelegentliche Tankfüllung, aber nicht die volle Verantwortung übernehmen. Macht ja jemand anderes.
Zitat von sonntag_morgen: Er ist nicht einfach nur da, sondern zieht seinen Nutzen aus dem, was ebenfalls anwesend ist.
Zitat von sonntag_morgen: Was will er? Es bei Bedarf "nutzen" (man beachte das Wort!) und dafür halt mal den Tank füllen
Das habt ihr ganz gut zusammengefasst. Seine Argumente waren es ist ja eh sinnlos, wenn das Auto die meiste Zeit nur herumsteht, er könnte damit auch mal zu seinen Eltern fahren bzw. die Kinder zum Arzt fahren. Er würde mir ein "unschlagbares Teilautoangebot" machen. Ich hätte ja auch was davon. Er macht das schon sehr geschickt. Er gibt die Verantwortung ab, tut aber trotzdem einen kleinen Teil, so kann er sagen er würde ja nicht nichts machen. Aber dieser Anteil tut ihm nicht weh, und ja er "hilft" mir auch ein wenig. Aber das ist halt wenig im Vergleich zur gesamten Verantwortung. Ich fand seinen Vorschlag schon frech und es hat mir glatt die Sprache verschlagen.
Zitat von MissLilly: Mein Zitat bezog sich auf das "Carsharing" und nicht darauf, dass Nine den Kindern zu Liebe wieder mit ihm zusammenkommt
Ich hab es nicht vor und prüfe gerade sehr sorgfältig meine Optionen wie ich das alles alleine hinbekomme. Mein Vater hat mir auch schon angeboten, dass ich erstmal sein Auto nehmen kann. Aber Nein, da komme ich vom Regen in die Traufe. Ich will meine eigene kleine Karre in die ich Beulen reinfahren kann und wo ich mich vor niemanden rechtfertigen muss.
Zitat von Femira: Da er nicht.entschieden ist, ob Trennung oder Neustart, handelt er wischiwaschi und deshalb bist du auch zerrissen und verwirrt. Er saugt dich rein.
Zitat von Violettsloth: Erinnert mich an meinen Exmann. Der war auch nicht in der Lage, sich zu trennen. Er konnte auch nichts entscheiden, aus Angst, dass die Entscheidung ja falsch sein könnte. Und Verantwortung wollte er auch keine übernehmen. Lag also dann an mir, den Haken dran zu setzen.
So sieht das aus. Am Ende werde auch ich den endgültigen Haken setzen müssen. Jedenfalls den, wo dann mal der nötig Abstand herrscht. Er wird es nicht machen. Da sind sich die zwei Männer sehr ähnlich.
Zitat von MissLilly: Vielleicht habe ich es ja überlesen, aber welche wirtschaftlichen Nachteile hättest DU, wenn du jetzt die Scheidung einreichst?
Zitat von DiesDasAnanas: Soweit ich mich erinnere, wollte sie die Scheidung doch erst nach der Elternzeit einreichen?
Meine Anwältin hat mir sehr klar empfohlen die Scheidung erst nach der Elternzeit anzugehen. Das hat etwas mit der Höhe des Trennungsunterhalt und dem Rentenausgleich zu tun. Ich vertraue ihr da, sie ist die Expertin. Auch wenn es emotional natürlich nochmal ein Schritt weiter weg wäre.
Zitat von Plague: Eben drum. Der Kindsvater hätte mit Sicherheit eine Million Gründe, das formale Verfahren noch ewig in die Länge zu ziehen.
Hat er ja schon gesagt, dass er die Scheidung nicht einreichen möchte zum jetzigen Zeitpunkt und auch nichts unterschreiben wird. Es wäre ein Krampf jetzt die Scheidung durchdrücken zu wollen, weil er es vermutlich hinziehen würde.
Zitat von Sternenguckerin: Der ist ein sogenanntes "Man-Child" und leidet am Peter-Pan-Syndrom und zwar sowas von eindeutig. Musst mal danach googeln.
Zitat von Sternenguckerin: In dem Beitrag geht es ja auch gerade darum, wie starke Frauen, die solchen "Mann-Kindern" leider viel zuviel Verantwortung abnehmen, es schaffen, sich daraus zu lösen und für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen,
Hab mir den Beitrag dazu durchgelesen. Vieles trifft zu, wobei es da sicher auch noch ganz andere Kaliber an Männer gibt. Aber ich seh mich da auch in der Verantwortung ihn zu lassen, damit er überhaupt mal in die eigene Verantwortung kommt und so endgültig erwachsen werden kann. Das heißt für mich aber auch die Kontrolle über die Situation abzugeben.
Zitat von DiesDasAnanas: Welcher Gedankenimpuls hindert dich daran die Nachricht zu versenden?
Den dafür war der Trennungsimpuls zumindest groß genug die Nachricht aufzunehmen.
Ich denke auch hier spielt ein gewisser Kontrollverlust eine große Rolle und die Angst vor dem absolutem Aus. Auch wenn es diesen faktisch schon seit Monaten gibt.
Zitat von Löwenzeh: Was erhoffst du dir von der Paartherapie?
Wäre nur gewesen, wenn er einige Einzelstunde vorher gehabt hätte und man sich anschließend daran überlegt hätte doch wieder eine Beziehung aufzubauen. Alleine würden wir das aus meiner Sicht nämlich nicht schaffen.
Aber dazu ist es ja nie gekommen.
Zitat von DiesDasAnanas: Sogar JETZT in diesem Zustand, hält er es immer noch nicht für sinnvoll sich professionelle Hilfe bei der Entscheidungsfindung zu holen?
Doch hält er für sinnvoll. Hat sich sogar erkundigt. Aus irgendeinem Grund möchte er es nicht über die Krankenkasse laufen lassen sondern selbst zahlen. Und das kann er sich gerade nicht leisten hat er gesagt. So bleibt es eben, auch wenn es ihm vermutlich helfen würde.
Zitat von Femira:
Ungesunde Beziehubgsdynamiken entstehen durch Unklarheit und dann der Angst, die Beziehung zu verlassen
Ja, das ist gut zusammengefasst.
Zitat von MissLilly: Besser und wesentlich effektiver wäre es wenn du nur eine Grenze setzt und diese an dich selbst richtest:
" Ich werde nichts mehr im Zweifel oder aus Hoffnung tun, sondern nur noch aus echter (innerer) Überzeugung und dem eigenem Antrieb heraus".
Merksatz: Hoffnung ist das Seil, an dem man sich (irgendwann) zu tode zu hangeln droht.
Siehst du, auf die Idee eine Grenze so zu formulieren wäre ich gar nicht gekommen. Wenn du das so schreibst ist es aber absolut logisch und sinnvoll!
Zitat von Waris07: Das kann ich gut nachvollziehen. Vermutlich wird dieses Bild noch eine ganze Weile bleiben, mit einer leisen, stillen, ziehenden Sehnsucht.
Aber vielleicht darf/ wird sich dieses innere Foto irgendwann verändern.
Ich fürchte das auch. So oft im Leben gründet man eben keine Familie. Das ist was einmaliges und besonderes. Da hängt natürlich eine Vorstellung und das Herz dran.
Zitat von Femira: ine...ich sage dir, dass das menschlich ist. Ich habe das auch schon gemacht. Danach nie wieder. Aber die Verzweiflung, die einen da überkommt und fort spült, ist einfach so unglaublich, dass ich auch gebettelt habe, dass sie nicht kommt.
Zitat von Femira: Verzweiflung hat hier im Forum doch null Verachtung oder Ablehnung dir gegenüber hervorgerufen. Kein Mensch hat hier gedacht: Boah, hat dich sich erniedrigt. Ganz im Gegenteil: deine Situation, dein Schmerz hat hier Mitgefühl, Verständnis und der Wunsch danach, dir beizustehen, wurden ausgelöst.
Das stimmt, die Verzweiflung überkommt einen wie eine Welle und ist riesig. Diese Scham kommt auch daher, weil ich so hilfsbedürftige war und so gebettelt habe, dass ich in seinem Blick damals nur Ablehnung und Ekel sehen konnte. Es muss ihn damals überrollt habe. Aber ich wusste ja auch nicht wohin. Ich war so hilflos und das kenne ich sonst gar nicht von mir. An der Stelle bin ich an mir selbst gescheitert und das zeigt sich eben auch durch diese Schamgefühle.
Zitat von MissLilly: und wenn du mich fragst, ist das, das beste was dir in dieser Situation passieren kann, denn es zeigt deutlich, dass dir dein Selbstwert (trotz allem) nicht vollständig abhanden gekommen ist.
Ja, es zeigt auch, dass da noch ein bisschen Stolz da war. Und je mehr der Selbstwert wieder kommt, desto schlimmer fühlt es sich für mich an, wie ich damals auf den Knien gerutscht bin. Dafür hasse ich den VdK, dass er mich dazu gebracht hat mich selbst so sehr zu erniedrigen.
Zitat von DiesDasAnanas: Trotzdem ist in dir berechtigterweise eine Menge Wut und ich frage mich, ob sich (unter anderem) deswegen teilweise so starke Hassgefühle entwickeln konnten, weil du deine Wut unterdrückst.
Das kann schon sein. Ich bin vor allem auch sehr oft empört. Ist vielleicht eine Vorstufe von Wut. Aber in bestimmten Situationen, wo ich mich von ihm besonders schlecht behandelt fühle oder wo es besonders ungerecht ist, kommt vor allem ein großes Hass wie ein Feuer über mich. Aber hinter Wut steckt ja meist auch eine ganz große Traurigkeit.
Zitat von DiesDasAnanas: Dann denke ich mir: Naja, war wohl Pustekuchen!
Geht mir so wie dir. Ich denke, jetzt versteht er und kurz darauf redet er so wie über das Car-Sharing. Und da merke ich dann, dass er eben doch leider nicht aus seiner Rolle rauskommt.
Zitat von EineMitleserin: Du kannst stolz auf dich sein. Und ich bin (unbekannterweise) extrem stolz auf dich!
Das ist so lieb. <3 Vielen Dank.
Zitat von Rheinländer: Immer wenn wieder etwas passiert sind wir alle hier um dich wieder gerade zu rütteln und dir zu helfen.
Wir können nicht alle falsch liegen.
Und darüber bin ich so froh. Hier sind wirklich so viele Menschen die einfach nett sind und jetzt schon so lange mit mir Achterbahn fahren. Weil ich manchmal eben doch wieder geradegerückt werden muss, wenn ich mal wieder verwirrt aus einem Gespräch rausgehe.