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Partner trennt sich in Schwangerschaft

Stella31
Zitat von NineNinchen:
Es ist einfach alles leer und meine emotionalen Kapazitäten am Limit

Ich verstehe dich sehr gut!
Aus anderen Gründen habe ich bei einem meiner Kinder eine Zeit lang ähnlich ambivalent gefühlt und mich so geschämt. Und habe mich kaum getraut, das zu fühlen und schon gar nicht auszusprechen.
Durch eine lebensbedrohliche Situation ist alles dann in einem Schlag zurückgewesen. Meine Liebe war nie weg. Sie hatte sich nur unter viel Ballast versteckt

x 4 #7966


Stella31
Zitat von NineNinchen:
Keine Ahnung woher die diese Superkräfte nehmen.

Ach, wer weiß.
Vieles, was von außen so toll aussieht, ist bei näherer Betrachtung dann auch nicht besser.
Alle kochen nur mit Wasser!

x 4 #7967


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

x 3


Rheinländer
Liebes Nienchen, bei aller Erkenntnis die du gerade über deinen Ex gewinnst, wurde ich doch sehr traurig als ich diese Zeilen gelesen habe.
Zitat von NineNinchen:
Aber ich möchte nicht, dass dieser kleine, und kuschelige Kerl, der gar nichts dafür kann darunter leiden muss. Er freut sich immer so wenn ich mal einen guten Tag habe und ihn dann auch richtig liebhaben kann. So sollte es jeden Tag sein.

Für mich liest sich das so, dass du überwiegend schlechte Tage ihm gegenüber hast (90% schlecht-10% gut) und die guten Tage so die Ausnahme sind, dass selbst der kleine Mann schon bemerkt, wann du ihn mal richtig lieb haben kannst.

Ich hoffe so sehr, dass ich mit meiner Einschätzung falsch liege und dich falsch lese.

Das hingegen
Zitat von Femira:
In meinen guten Zeiten denke ich, dass mein Kind lernen darf, dass ich auch schlechte Tage habe und damit einen Umgang finde.

finde ich sehr natürlich (90% gut - 10% schlecht). Ja es darf auch schlechte Tage geben, doch die guten sollten doch die Regel sein.

Das mit den Prozenten soll nur verdeutlichen, was ich zum Ausdruck bringen möchte.

x 7 #7968


NineNinchen
Zitat von Stella31:
Aus anderen Gründen habe ich bei einem meiner Kinder eine Zeit lang ähnlich ambivalent gefühlt und mich so geschämt. Und habe mich kaum getraut, das zu fühlen und schon gar nicht auszusprechen.

Danke, genau auch mein Empfinden. Ist ein schwieriges Thema. Vor allem für einen selbst. Weil die schlechten Gefühle dazu den Druck noch mehr erhöhen.

Zitat von Rheinländer:
finde ich sehr natürlich (90% gut - 10% schlecht). Ja es darf auch schlechte Tage geben, doch die guten sollten doch die Regel sein.

Das mit den Prozenten soll nur verdeutlichen, was ich zum Ausdruck bringen möchte.

Ich bin dran, um es zu ändern. Gibt halt leider keinen Schalter. Der wäre für verschiedene Lebenssituationen echt praktisch.

x 4 #7969


Stella31
Zitat von NineNinchen:
Weil die schlechten Gefühle dazu den Druck noch mehr erhöhen.

Verstehe ich total!

Ich glaube, wenn du diese negativen Gefühle endlich demjenigen gegenüber hast , der der richtige Adressat ist, dann verändert sich auch dein Gefühl zu deinem Sohn.

Deinem Ex gebührt jegliche Wut und Enttäuschung!

x 2 #7970


Rheinländer
Liebes Nienchen
Zitat von NineNinchen:
Ich bin dran, um es zu ändern. Gibt halt leider keinen Schalter. Der wäre für verschiedene Lebenssituationen echt praktisch.

sowohl deine Aussage, als auch deine Rückmeldung beschäftigt mich sehr . Ich glaube dir, dass du dran bist, etwas zu verändern. Und ja, so ein Schalter wäre in manchen Lebenssituationen wirklich praktisch.
Trotzdem merke ich, dass mich das Thema einfach traurig macht. Nicht, weil ich dich angreifen will, oder dich als schlechte Mutter sehe, sondern weil es in mir etwas auslöst. Wenn Erwachsene miteinander Probleme haben, ist das das eine. Aber bei so einem kleinen Kind gehen bei mir innerlich die Alarmglocken an. Ein Baby oder Kleinkind kann nichts einordnen, nichts verstehen und schon gar nichts dafür. Es ist komplett darauf angewiesen, wie es emotional aufgefangen wird.
Vielleicht fällt es mir deshalb auch so schwer, das nachzuvollziehen. Ich kann ehrlich gesagt nicht richtig verstehen, wie so eine Situation entsteht, obwohl ich natürlich lese, was dich bewegt, wie es dir ergeht und was du gerade durchmachst. Das ist nicht wertend gemeint – ich kann es für mich einfach nicht greifen. Und genau das macht dieses Bauchweh.
Was ich dir wirklich lassen möchte, ist deine Offenheit. Du redest nichts schön, du schaust hin. Das finde ich ausgesprochen stark. Denn nur wenn man ehrlich hinschat, kann sich überhaupt etwas verändern.
Und trotzdem würde ich mir wünschen, dass dein Kind gerade Priorität "eins" ist. Noch vor allem anderen. Auch vor dem Ex und allem, was damit zusammenhängt. Die Erwachsenen Themen können warten oder Schritt für Schritt sortiert werden, aber dein Kleiner kann nicht warten. Für ihn ist jeder Tag seine ganze Welt.
Nochmals, dass ist kein Angriff. Das ist einfach mein ehrliches Gefühl beim Lesen.
Fühl dich gedrückt, ich weiß du willst nur das Beste für deinen kleinen.

x 8 #7971


Stella31
Zitat von Rheinländer:
Und trotzdem würde ich mir wünschen, dass dein Kind gerade Priorität "eins" ist

Alles, was du schreibst, ist richtig.

Allerdings wird das auch alles in Ninchens Kopf präsent sein.
Aber noch nicht in ihrem Herzen!

Und das lässt sich nicht über die kognitive Ebene herbeizaubern.

Auch wenn du nur das Beste für den Kleinen willst, so wie auch ich und mit Sicherheit besonders Ninchen, werden genau diese Zeilen wieder und noch mehr Druck in ihr auslösen.

Denn zu wissen und zu fühlen sind zwei verschiedene Paar Handschuhe

x 2 #7972


sonntag_morgen
Zitat von NineNinchen:
Danke, genau auch mein Empfinden. Ist ein schwieriges Thema. Vor allem für einen selbst. Weil die schlechten Gefühle dazu den Druck noch mehr erhöhen. Ich bin dran, um es zu ändern. Gibt halt leider keinen Schalter. Der wäre für verschiedene Lebenssituationen echt praktisch.

Das scheint ein Tabu-Thema zu sein, obwohl es nicht so ungewöhnlich ist.

Ich denke, es gehört dazu, diese Situation und die Gefühle auch erstmal anzuerkennen und anzuschauen. Erst dann kann man sie verarbeiten und damit umgehen.

Und von allem was Du geschrieben hast, warst Du immer ein relativer "free spirit". Du mochtest Deinen Job, Kultur und Kunst. Jetzt wünscht Du Dir Reisen und Unternehmungen (Wandern usw).

Der VdK hatte Dich damals nach kurzer Zeit der Ehe verlassen, dann kam er zurück aber mit dem Kinder-Ultimatum. Du hast zugestimmt. Aber das Ultimatum war ziemlich fies, weil sonst hätte er Dich verlassen.

Dann hast Du kurz nach dem stressigen Studium die Tochter bekommen, das war schon anstrengend im 1. Jahr. Entsprach nicht deinem Naturell diese Zeit.
Dann kurz danach der Sohn, was immer bedeutete: eine Wiederholung dieser stressigen Zeit plus sehr kleine Tochter noch dazu. Logischerweise entspricht auch das nicht Deinem Naturell.

Und dann die Art und Weise plus Timing der Trennung. Da ist dieses Gefühlschaos ja vorprogrammiert.

Und unterschwellig wird natürlich mitschwingen, dass dies der Wunsch vom VdK war. Und Du auch eine Alternative (oder mehrere) Dir gut hättet vorstellen können - eine Auszeit für eine Weltreise, eine Beziehung mit vielen Unternehmungen und Ausflügen übers Wochenende/Städtetrips/Kulturtrips, Deine eigenen Interessen verwirklichen (bspw eine eigene Ausstellung, mehr Handwerk erlernen, weiter im Job aufsteigen/Karriere ausbauen, Deine Mittelalter- und Rollenspiel-Aktivitäten usw usw). Oder alternativ eine coole klassische Familie mit liebenden Partner und angenehmen Leben (auch finanziell angenehm und sorglos).

Da ist doch klar, dass das dann hochkommt wenn Du um 3h ausgelaugt und schlaflos da liegst und schon wieder hoch musst um Dich um etwas zu kümmern und am nächsten Tag die graue Strähne im Spiegel siehst und der VdK schreibt, dass er jetzt zum Klettern geht und Du noch zur Apotheke schleichen musst weil die Tochter schon wieder krank ist.

Und dann ist die Entwicklung ja noch ungewiss, niemand weiß ob die Tochter immer so unkompliziert bleibt oder wie der Sohn sich entwickelt und wie das mit der Schule wird.

Der VdK wusste, dass das erste Baby schon anstrengend für Dich war und Du auch eigenen Ziele und Träume hattest. Er hat gesehen, was die Trennung mit Dir machte. Da ist doch klar, dass negative Gefühle folgen.

Es gibt Frauen, die wissen schon mit 12 dass sie Kinder wollen und es unbedingt sein muss für sie. Eine Freundin von mir hat 3 Kinder und ist geschieden, ihr Mann war nie "der Traummann" aber sie meinte: lieber geschieden mit 3 schwierigen Kindern und einen stressigen Job mit keinem Unterhalt als glücklich verheiratet und keine Kinder.
Und obwohl 2 der Kinder sehr schwierig waren sah sie das durchgehend so, auch in den schwierigsten Zeiten und in jedem Alter.

Von daher finde ich Deine emotionale Reaktion sehr nachvollziehbar, auch wenn sie unfair dem Sohn gegenüber ist. Dabei betone ich, dass nicht DU unfair dem Sohn gegenüber bist, sondern die Situation ist es. Es ist eine unfaire Situation für Dich, die Tochter und dem Sohn.

Ich glaube aber auch, man muss in den Abgrund blicken und alles an Enttäuschung, Bitterkeit und Traurigkeit anschauen bevor man eine Situation akzeptieren kann und dann darauf aufbauen und neu weitermachen kann.
Aber die schlechten Gefühle sind sehr schwer auszuhalten, weswegen es einfacher ist, sie soweit es geht beiseite zu schieben. Aber irgendwie kommen sie eben immer raus.

Aber Du hast ja Deine gute Therapeutin und es wird auch noch einige Zeit dauern, was ja normal ist. Die Trennung war ein großer Einsschnitt in dein Leben und auch die 2 Kinder waren ein großer Einschnitt.

Von daher finde ich nicht, dass Du Dich für Deine Gefühle schämen musst, sondern dass sie normal sind unter allen Gegebenheiten.

x 6 #7973


Ameise_78
Zitat von Stella31:
Und das lässt sich nicht über die kognitive Ebene herbeizaubern.

Habe das anders erlebt und sehe es daher tatsächlich anders... Ich hatte nach der Geburt meines ersten Kindes, das sehr erwünscht und heiß ersehnt und erwartet war, postnatale Depressionen... recht stark... und begriff zunächst einfach nicht was das war und was da passierte... wo dieses Glücksgefühl und die unendliche Liebe blieben..?
In meinem Kopf war das alles präsent... aber ich fühlte nichts.
Da ich mich zum Glück schon mit Müttern über dieses Thema ausgetauscht hatte, versuchte ich dann, nachdem ich begriff, was da los war, tatsächlich, das über die kognitive Schiene zu lösen... und es funktionierte! Es dauerte eine Weile, aber irgendwann (leider erst nach längerer Zeit) kam das körperliche Gefühl, und mein Kind 1 und ich haben eine sehr enge, gute Bindung.
Man kann über die kognitive Schiene wahnsinnig viel lösen - gerade wenn man so reflektiert und bewusst ist wie NineNinchen das ist! Wenn es anders ist, ist es sehr schwierig! Dann ist man ein Spielball seiner Emotionen. Hat man eine starke Psyche, kann man sich damit sehr behelfen. Ich persönlich bin dankbar dafür.
Und denke, NineNinchen kommt ihre starke Psyche/Kognitives Bewusstsein ebenfalls sehr zu Gute!👍

x 4 #7974


Stella31
Zitat von Ameise_78:
Habe das anders erlebt und sehe es daher tatsächlich anders...

Es wäre ihr sehr zu wünschen, wenn das klappt.

Allerdings unterscheiden sich eure beiden Geschichten im Kern sehr.
Denn sie hat das Kind 1. nicht ohne weiteres und als Lebenstraum gewünscht, sondern sich in gewisser Weise bereit erklärt, weil ihr damaliger Mann versprochen hat, dass er an ihrer Seite bleibt und 2. hat er sie dann während der Schwangerschaft verlassen.

Das kann so viele negative Gefühle auslösen und leider übertragen sie sich bei ihr auch auf die Beziehung zu ihrem Sohn.

Aber ich wünsche ihr und glaube auch daran, dass sie bald die Wut über ihre Lebenssituation überwindet und ihr Kind dann aus ganzem Herzen genießt

x 4 #7975


Femira
Hey Ninchen,
Mein Weg geht auch meist über das Rationalisieren.
Ich biete dir meine Gedanken mal an. Ich hab in der Schwangerschaft Regretting Motherhood gelesen und finde es einen sehr wichtigen Themenbereich, der einerseits zugelassen und andererseits beforscht werden muss. Forschungen in die Richtung gibt es kaum. Die umfassendste ist irgendwann von 1944 und zwar von de Beauvoir. Sie hat in ihrer Arbeit herausgearbeitet, dass das Bereuen NICHT auf das Wesen des Kindes, auf Merkmale der Mutter oder fehlende Liebe zurück zu führen sind, sondern IMMER fehlende Ressourcen das Problem sind, die in mehrere unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden können.
Es liegt nicht an deinem Sohn (weil schwieirg, schlecht schlafend oder so), nicht an deiner Tochter (weil sie Krankheiten mitbringt), vor allem liegt es nicht an dir (weil du eine schlechte Mutti bist, nicht lieben kannst oder weil dir Supermärkte fehlen), sondern schlicht und ergreifend daran, dass du in einer wahrlich herausfordernden Situation bist, in der du für ein Dorf leistest und eine andere Person sich die Eier schaukelt oder klettern geht. wütend
Das ist unfair! Das ist sch***! Und dafür kannst du erstmal nichts.
Zitat von Stella31:
Deinem Ex gebührt jegliche Wut und Enttäuschung!

Genau!


Zitat von NineNinchen:
Vor allem für einen selbst. Weil die schlechten Gefühle dazu den Druck noch mehr erhöhen.

Bitte gib dir nicht die Schuld. Du fühlst wiw Millionen anderer Mamas auch, denen Ressourcen versagt werden. Akzeptiere, dass du so fühlst, weil dir eben Ressourcen fehlen.
Und dann - und das tust du bereits - wrrde aktiv.
Hol dir Hilfe rein (das tust du schon) und hol dir mehr. Soweit ich mich erinnere, verzichtest du auf Gelder, weil er Betreuung übernimmt. Da du aber die Care Arbeit behältst, brauchst du mehr Ressourcen. Verzichte nicht auf Geld, hol dir dafür eine Putzkraft und einen Einkaufsdienst oder so. Investiere in Ressourcen

x 9 #7976


sonntag_morgen
Zitat von Femira:
Hey Ninchen, Mein Weg geht auch meist über das Rationalisieren. Ich biete dir meine Gedanken mal an. Ich hab in der Schwangerschaft Regretting Motherhood gelesen und finde es einen sehr wichtigen Themenbereich, der einerseits zugelassen und andererseits beforscht werden muss. Forschungen in die Richtung gibt es kaum. ...

Die "regretting motherhood" - Forschung ist inzwischen aber schon viel weiter und hat abgebildet, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen, vor allem die Persönlichkeit der Mutter und nicht nur Ressourcen ausschlaggebend sind, sondern bspw auch die Verantwortung ggüber der früheren Selbstbestimmtheit/Unabhängigkeit und die Veränderungen auf den Körper und Partnerschaften.

Mittlerweile gibt es ja auch ganz andere Ressourcen/Unterstützung als noch vor 80 Jahren (finanziell aber auch durch Kita/Kindergarten, Transportmittel und auch praktische Dinge wie Babyfon und Babynahrung, Wegwerfwindeln, Elektrogeräte wie Flaschenwärmer usw) und damals waren die Mütter ja idR zu 100% für die Betreuung zuständig.

Heutzutage verzichtet man eben auf andere Dinge (Reisen, Karriere, Selbstverwirklichung), damals waren es eher materielle Ressourcen (Zeit und Geld).

Mit einer 40/60 - Betreuung in der Elternzeit hat NineNinchen es eigentlich schon gut getroffen. Bei manchen getrennten Paaren wäre das ja gar nicht möglich, weil der Vater weiter entfernt wohnt oder längere Arbeitszeiten hat oder auch Schichten oder auf Reisen arbeitet.

x 3 #7977


Ameise_78
Hormone sollten auch nicht außer Acht gelassen werden... da Frauen und Mütter heute immensem seelischen Druck und Stress ausgesetzt sind, haben unglaublich viele mit der Schilddrüse zu tun oder anderweitig Hormonungleichgewichte...

Zitat von sonntag_morgen:
Mittlerweile gibt es ja auch ganz andere Ressourcen/Unterstützung als noch vor 80 Jahren

Klingt in der Theorie super, du übersiehst da aber eine Sache: früher gab es große Familien/ein großes soziales Netz! DAS dürfte heute für viele schwerer wiegen (das Fehlen dieser Konstrukte) als technische Hilfsmittel aufwiegen können.
Als meine Großeltern Kinder bekamen, half die Familie meines Opas voll mit - Vater, Mutter, (kinderlose) Schwester.
In ihren eigenen Familien war es genauso gewesen, auch auf der Familienseite meiner Oma.
Ich könnte hier endlos Fälle aufzählen, in denen Familie wirklich noch "Familiensache" war... wo von der Cousine bis zur Schwägerin alle mithalfen oder als Ansprechpartner verfügbar waren.
Heute sind viele Familien winzig klein. Viele haben außer Eltern, die oftmals selbst schon nicht mehr fit sind oder tatsächlich auch nicht so viel mit Kindern am Hut haben, keinen mehr.
In meinen Augen ist das eine schwierige Entwicklung... ich selbst zumindest hab unter diesem Thema sehr gelitten und weiß noch von einigen anderen.

Es gibt nicht umsonst den Spruch "it takes a village to raise a child"

Heute sind viele junge Eltern ziemlich alleine und fühlen sich isoliert. Das ist sehr grausam.

Natürlich gibt es Elterntreffs, Einrichtungen usw.
Klar - alles nicht schlecht. Kann aber zum Einen auch nicht jeder so nutzen... und ersetzt nicht wirklich das sichere, geborgene Gefühl einer großen Familie, die zusammenhält (als kleines Kind habe ich das noch erlebt...)
Man müsste sich da gerade in einer Phase, in der man vulnerabel ist und sich teilweise nur verkriechen möchte, um neue Kontakte bemühen. Was ja auch nicht jedem/jeder super leicht fällt... und muss ja auch erstmal passen.

Von außen redet es sich immer so leicht, was für tolle Möglichkeiten es da gibt... und ja, mag sein. Dennoch ist es für den Einzelnen eben nicht so super easy und unter Umständen einfach kein Ersatz für echte emotionale Nähe/Verbundenheit.

x 5 #7978


E
Zitat von NineNinchen:
Das ist ein Knacks und Verrat, den ich bislang nicht verarbeiten konnte. Das tut noch weh wie am ersten Tag. Es ist mir einfach unbegreiflich, wie jemand so unfair sein kann.

Nicht nur *jemand* sondern dein eigener Mann! Dein Partner. Vater deiner Kinder. Dein Vertrauter.

Ich kann verstehen, dass du das nicht so leicht wegstecken kannst. Und ich finde auch das was er getan hat missbräuchlich. Es hat meiner Meinung nach auch eine ganz andere Tragweite weil es dich nicht nur körperlich beeinflusst hat, sondern auch emotional. Es hat Spuren für den Rest deines Lebens hinterlassen und die harten Entwicklungsschritte, babyschreiende Nächte, die wuppst vorallem du.

Ich glaube auch, dass es das ist was dir den Zugang zu deinem Sohn so schwer macht. Er ist direkt an diesen Verrat gekoppelt. Und ich denke es braucht Zeit bis du das trennen und verarbeiten kannst. Deine Therapeutin hat es ja auch auf den Schirm, ich denke es ist gut, dass du da ehrlich zu dir bist.

Ich bin mir aber sicher, dass du mehr Nähe zu deinem Sohn aufbauen kannst. Vorallem wenn mehr seiner Persönlichkeit hervor kommt, er mehr eigenen Charakter entwickelt und zeigt.

Gib dir Zeit.

x 4 #7979


sonntag_morgen
@Ameise_78 Ja, aber ich habe mich auf die Schrift von de Boudoir bezogen und sie kommt ja zum Ergebnis, dass es an den fehlenden Ressourcen liegt.
Sie hat in Paris gelebt und ihre Analyse/Studie wohl dort gemacht.
Die früheren Großfamilien (vor allem auf dem Land) haben ja eher für Ressourcen gesorgt.

x 3 #7980


A


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