Zitat von Sternenguckerin: Es bringt, dass du dich befreiter und leichter fühlst und weniger gereizt den Kindern gegenüber bist. Unterdrückte Wut bricht sich leider manchmal unwillkürlich Bahn, wenn sie zu groß wird und da ist es besser, sie dort abzuladen, wo sie hingehört, anstatt sie in sich aufzustauen und dann manchmal ungewollt Unschuldige damit zu treffen, die eigentlich nicht Ursache dieser Wut sind.
Da bin ich anderer Meinung.
Wut ist erstmal dazu da, dass wir spüren, dass etwas aus unserer Sicht nicht richtig läuft, dass eine Grenze überschritten wurde, die es zu verteidigen gilt.
Wut stellt dafür auch Energie bereit.
Der nächste Schritt ist meiner Meinung nach nicht, die Wut los zu werden, abzuladen oder bei jemanden unbedingt auszuagieren. Vielmehr geht es darum, die Wut zu nutzen, wofür sie da ist.
Deine Kraftgrenze ist übertreten, weil du immer noch in deinen Ex investierst, um ein bisschen Freundlichkeit und Bindung zu bewahren. Ich kann das auch voll verstehen. Für die Kinder wäre diese Ebene auch im Ernst absolut sinnvoll. Nur...du merkst doch, dass da nix zurück kommt.
Zusätzlich denke ich wie @MissLilly, dass du ihn ent-erwachsenisierst. Er äußert einen Gedanken und du wirst sofort aktiv:
- 40h Arbeit ist anstrengend. Du fühlst dich schlecht, dass du Unterhalt beziehst.
- Dagegen steht: Kinderbetreuung ohne Pausen. Ganz ehrlich und das hast du auch schon geäußert, ist arbeiten gehen deutlich leichter als Kinderbetreuung. Warum bemittleidest du ihn und versuchst, sein Leben leichter zu machen? Da gehst du über deine Kraftgrenze.
- er zieht in die Nähe, damit Orga leichter wird.
- Du fühlst sofort, dass du dankbar sein musst und nun mehr Orga übernimmst. Warum? Er will seine Kinder sehen und will es sich leicht machen. Da auf ihn zuzustürmen, damit übertrittst du erneut deine Kraftgrenze.
Zitat von NineNinchen: Er hat 3 Tage, ich 4.
Ja und weil er einen Tag weniger macht und dir ermöglicht, zur Therapie zu gehen, stürmst du erneut aif ihn zu in Dankbarkeit und willst ihm die Hälfte des Unterhalts geben. Dabei vergisst du, dass du auch mehr Nächte hast, weniger Rente, wenn die Kinder krank sind, allein bist und auch alle Anschaffungen für die Kinder zahlst. Behalte das Geld und investiere in Entlastung: Putzkraft und Mass.
- Er mault über den Kinderwagen, Schwung, besorgst du einen.
Mensch! Verteidige deine Grenzen! Da meine ich nicht, mach das mit ihm aus, sondern mit dir. Energie für dich und Energie für die Kinder. Auch Geld ist Energie. Alles bleibt bei dir. Wenn du denkst: Oh, da gibt es sicher ein danke für, da wird er sich aber freuen, tu es nicht! Du tust nur noch Sachen für dich!
Teile ihm mit, dass du erfahren hast, dass er die Kinder abholen und wiederbringen muss. Das passt ihm doch eh gut, denn er kann ja den Ki Wa nicjt unterstellen. Dann kann er was nehmen, das besser für ihn passt.