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Partner trennt sich in Schwangerschaft

alleswirdbesser
Zitat von NineNinchen:
Er ist oft so, wenn er die Kinder holt oder bringt. Frisch fröhlich oder aber mit Tränen in den Augen. Aber seit der Absprache nichts persönliches mehr eigentlich nur noch ohne Tränen und eher fröhlich. Als ob damit eine Last von ihm genommen wäre.

Wenn dich aber sein frisch fröhliches Auftreten ärgert, so bist du noch lange nicht bei der reinen Elternebene angekommen. Denn sonst würdest du dich nur freuen, dass der Papa deiner Kinder gut drauf ist.

x 3 #8266


Femira
Zitat von Sternenguckerin:
Es bringt, dass du dich befreiter und leichter fühlst und weniger gereizt den Kindern gegenüber bist. Unterdrückte Wut bricht sich leider manchmal unwillkürlich Bahn, wenn sie zu groß wird und da ist es besser, sie dort abzuladen, wo sie hingehört, anstatt sie in sich aufzustauen und dann manchmal ungewollt Unschuldige damit zu treffen, die eigentlich nicht Ursache dieser Wut sind.

Da bin ich anderer Meinung.

Wut ist erstmal dazu da, dass wir spüren, dass etwas aus unserer Sicht nicht richtig läuft, dass eine Grenze überschritten wurde, die es zu verteidigen gilt.
Wut stellt dafür auch Energie bereit.

Der nächste Schritt ist meiner Meinung nach nicht, die Wut los zu werden, abzuladen oder bei jemanden unbedingt auszuagieren. Vielmehr geht es darum, die Wut zu nutzen, wofür sie da ist.

Deine Kraftgrenze ist übertreten, weil du immer noch in deinen Ex investierst, um ein bisschen Freundlichkeit und Bindung zu bewahren. Ich kann das auch voll verstehen. Für die Kinder wäre diese Ebene auch im Ernst absolut sinnvoll. Nur...du merkst doch, dass da nix zurück kommt.
Zusätzlich denke ich wie @MissLilly, dass du ihn ent-erwachsenisierst. Er äußert einen Gedanken und du wirst sofort aktiv:
- 40h Arbeit ist anstrengend. Du fühlst dich schlecht, dass du Unterhalt beziehst.
- Dagegen steht: Kinderbetreuung ohne Pausen. Ganz ehrlich und das hast du auch schon geäußert, ist arbeiten gehen deutlich leichter als Kinderbetreuung. Warum bemittleidest du ihn und versuchst, sein Leben leichter zu machen? Da gehst du über deine Kraftgrenze.

- er zieht in die Nähe, damit Orga leichter wird.
- Du fühlst sofort, dass du dankbar sein musst und nun mehr Orga übernimmst. Warum? Er will seine Kinder sehen und will es sich leicht machen. Da auf ihn zuzustürmen, damit übertrittst du erneut deine Kraftgrenze.
Zitat von NineNinchen:
Er hat 3 Tage, ich 4.

Ja und weil er einen Tag weniger macht und dir ermöglicht, zur Therapie zu gehen, stürmst du erneut aif ihn zu in Dankbarkeit und willst ihm die Hälfte des Unterhalts geben. Dabei vergisst du, dass du auch mehr Nächte hast, weniger Rente, wenn die Kinder krank sind, allein bist und auch alle Anschaffungen für die Kinder zahlst. Behalte das Geld und investiere in Entlastung: Putzkraft und Mass.
- Er mault über den Kinderwagen, Schwung, besorgst du einen.

Mensch! Verteidige deine Grenzen! Da meine ich nicht, mach das mit ihm aus, sondern mit dir. Energie für dich und Energie für die Kinder. Auch Geld ist Energie. Alles bleibt bei dir. Wenn du denkst: Oh, da gibt es sicher ein danke für, da wird er sich aber freuen, tu es nicht! Du tust nur noch Sachen für dich!
Teile ihm mit, dass du erfahren hast, dass er die Kinder abholen und wiederbringen muss. Das passt ihm doch eh gut, denn er kann ja den Ki Wa nicjt unterstellen. Dann kann er was nehmen, das besser für ihn passt.

x 10 #8267


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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Ameise_78
Zitat von Femira:
Der nächste Schritt ist meiner Meinung nach nicht, die Wut los zu werden, abzuladen oder bei jemanden unbedingt auszuagieren. Vielmehr geht es darum, die Wut zu nutzen, wofür sie da ist.

Aber warum ist offen kommunizieren = abreagieren..?
Das sehe ich völlig anders!
Für mich ist das die reifste Art und Weise, für seine eigenen Bedürfnisse einzustehen: klar ohne Wut und ohne Vorwürfe zu kommunizieren!
Eben nicht stillschweigend alles hinnehmen und lächelnd weitermachen.

@NineNinchen der zuckersüße Umgang während du wütend bist ist 100% Selbstverleugnung.
Kein Wunder, dass es dir (damit) schlecht geht.
Man fühlt schon beim Lesen den inneren Druck.
Klare, respektvolle Kommunikation (mit Abgrenzung!) kann das Leben unendlich leichter machen und die inneren Kämpfe beenden.

x 1 #8268


Löwenzeh
Femira hat super Punkte gebracht.
@NineNinchen fühlst du dich wirklich schuldig fürs Unterhalt-beziehen?
Klar ist das mega unangenehm für den VdK, diese lästigen Mehrkosten - auf seinem Mist gewachsen, wie alles, womit du dich herum schlägst.

Zitat von NineNinchen:
Und ich bin fassungslos wie jemand so einfach durchkommt und ich nichts tun kann, außer ruhig zu bleiben, weil ich sonst die Schwierige bin.

Ich auch. Immer wieder im Leben, aber deine Lage ist echt eine extreme.
Dann noch miteinander auskommen müssen, grausig.
Und ja, es ist einfach nur mies.

Ich klammere mich in solchen Fällen an den Zeitfaktor.
JETZT kommt er durch. HEUTE hat er gute Laune.
Die Wende wird kommen, ninchen, eines Tages schwimmst du obenauf, die Kinder groß und die Zukunft rosig.
Er wird traurig und allein die Verantwortung für alles von sich weisen und die wird's piepegal sein.

Bis dahin, durchhalten

x 3 #8269


Löwenzeh
Zitat von Ameise_78:
der zuckersüße Umgang während du wütend bist ist 100% Selbstverleugnung.

Das stimmt.
Ich hadere auch am meisten mit den Situationen, in denen ich schwieg oder um Worte verlegen war und hinterher brodelt soviel, was hätte gesagt werden sollen!

Trotz emotionalem Aufruhr, wenn ich gesagt habe, was ich denke, ohne ausfallend oder laut zu werden, bin ich mit mir im reinen und kann besser aushalten, dass ich mich im Streit befinde. Muss nicht sofort reden, schlichten, klären, nein: ich bin wütend, habe gesagt warum und du bist dran.

x 3 #8270


S
Zitat von Sternenguckerin:
Jedes Mal, wenn jemand um des äußeren Friedens willen stillschweigt, obwohl ihn etwas eigentlich wütend macht, beginnt ja stattdessen ein innerer Krieg in ihm selbst.


Zitat von Ameise_78:
@NineNinchen der zuckersüße Umgang während du wütend bist ist 100% Selbstverleugnung.


Zitat von Löwenzeh:
Ich hadere auch am meisten mit den Situationen, in denen ich schwieg oder um Worte verlegen war und hinterher brodelt soviel, was hätte gesagt werden sollen!


Ninchen, es ist so wichtig für deinen inneren Frieden, dass du hierfür eine Lösung findest. Du musst ihm nicht verschweigen, wie du sein Verhalten findest. Sonst machst du dich nur kaputt. Es geht ja auch nicht mal unbedingt ums Anbrüllen, aber darum, es wenigstens überhaupt zu kommunizieren. Das kann man auch klar, energisch und sachlich machen.

x 1 #8271


Ameise_78
Zitat von Sternenguckerin:
Es geht ja auch nicht mal unbedingt ums Anbrüllen, aber darum, es wenigstens überhaupt zu kommunizieren. Das kann man auch klar, energisch und sachlich machen.

Sogar ganz ruhig kann man das machen. Wenn man nicht energisch sein kann oder will.
Einfach sagen. Respektvoll. Sachlich. Das bringt so viel.

#8272


NineNinchen
Zitat von Sternenguckerin:
Ninchen, es ist so wichtig für deinen inneren Frieden, dass du hierfür eine Lösung findest. Du musst ihm nicht verschweigen, wie du sein Verhalten findest. Sonst machst du dich nur kaputt. Es geht ja auch nicht mal unbedingt ums Anbrüllen, aber darum, es wenigstens überhaupt zu kommunizieren. Das kann man auch klar, energisch und sachlich machen.

Ich werde das versuchen und mir vielleicht ein paar Standardsätze zurechtlegen. "Du musst ruhiger werden" hat mir der Vater nach der Trennung meines ersten Freundes gesagt. Hätte ich den Rat mal besser befolgt.

#8273


Ameise_78
Zitat von NineNinchen:
Ich werde das versuchen und mir vielleicht ein paar Standardsätze zurechtlegen.

Aber warum Standardsätze, wenn es doch um konkrete Dinge geht, die dich ärgern..?
Also zB das mit den Sachen, die du kaufen musstest.
Ich hätte da den BWK höflich gefragt ob er dieses Verhalten selbst als angemessen betrachtet, sich tagelang nicht bei dir zu melden, damit du die Sachen nachkaufen musst? Ob er selbst es richtig bzw. angenehm gefunden hätte, wenn du dich ihm gegenüber so verhalten hättest..?
Und dann mal die Antwort abgewartet.

x 2 #8274


Löwenzeh
@NineNinchen
"Du musst für dich einstehen" wäre die bessere Lektion gewesen, Herr Vater! War wohl den Söhnen vorbehalten.
Löse dich bloß von dem Schwachsinn, den die Herren erzählen, um die eigene Unfähigkeit und Ratlosigkeit zu kaschieren.

x 5 #8275


E
Zitat von NineNinchen:
Wie gehst du damit um? Wenn jemand sich so verhält, dass er deinen wunden Punkt trifft?

Mein Automatismus ist deinem sicherlich ähnlich: wenn ich in der Situation bin, bin ich unglaublich harmoniebedürftig und deeskalierend. Es fällt mir sehr schwer direkt meinen Standpunkt klar zu machen und ich muss erst sehr oft mit der selben Person ähnlich auf die Nase fallen, bis ich mich auch in der Situation klar abgrenzen kann.

Was absolut ungesund ist, weil es mich dann echt einholt wenn ich einen Moment für mich habe oder raus aus der Situation bin. Das wurmt mich richtig, macht mich wütend und enttäuscht mich. Ich versuche es dann mit jemanden zu "besprechen". Ich bin sehr kommunikativ, ich muss das ganze dann ewig und weit breit treten, mich darüber mit jemanden unterhalten, ja und manchmal auch Druck ablassen. Danach geht es mir besser, aber ich merke, dass es mich noch lange beschäftigt, bzw mich triggert wenn ich mit der selben Person wieder solche Momente habe (als würde es sich summieren).

Mittlerweile kann ich mich bei einigen Leuten wirklich gut abgrenzen. Aber ich muss gestehen, dass mir das bei Menschen mit denen ich emotional verbandelt bin oder bei Lehrkräften der Kinder immernoch massiv Probleme habe und dem "Frieden willen" priorisiert einstecke.

Das ist echt ungesund.

Aber(!) in einigen Fällen (Ex-Beziehungen, engere Familienbandeleien) kam dann doch irgendwann der "Point of no return", wo ich dann die Harmonie nicht mehr erhalten wollte und konnte. Und wo mir auch der Mensch plötzlich total unangenehm wurde. Ab da konnte ich wirklich klar Grenzen ziehen und die auch sehr klar und deutlich zeigen und für diese einstehen.

Heute denke ich, dass in den anderen Fällen der "Leidensdruck" einfach noch nicht hoch genug war / ist.

Das hilft dir wahrscheinlich nicht besonders viel. Wie gesagt, mir hilft es mit jemanden darüber zu reden (wo ich mich aufregen kann, wo ich es zerdenken kann, wo wir gemeinsam am Ende drüber lachen können). Gleichzeitig arbeite ich hart daran mir selbst zu erlauben nicht darauf angewiesen zu sein, dass andere mich gut finden. Das gelingt mir an manchen Tagen richtig gut und an manchen richtig schlecht. Aber ich bin heute deutlich weiter als vor 10 Jahren.

Wenn ich mal jemanden nicht belästigen will, nehme ich mir eine LLM und "berede" das mit der. Allerdings muss man hier aufpassen, LLMs stimmen dir immer zu, sie geben dir immer recht. Egal was für einen Blödsinn du auch erzählen magst. Sie ersetzen also nicht einen echten Menschen aber manchmal reicht es mir es einfach irgendwo "abgeladen" zu haben.

x 3 #8276


E
Nachtrag: bei so Situationen wie den Sachen von deiner Bekannten und dem Kinderwagen, wenn ich also nicht direkt jemanden gegenüberstehe erlaube ich mir die Dinge erstmal zur Seite zu legen. Und darüber nachzudenken: was bin ich im Begriff zu tun. Warum tue ich das. Ist das richtig so?

Gerade über Whatsapp und digitaler Kommunikation ist es für mich deutlich leichter, weil ich die Nachrichten erstmal zur Seite lege und meine Impulse überdenke.Da fällt es mir auch deutlich leichter Grenzen zu ziehen.

x 2 #8277


aequum
@NineNinchen und @all,
Kommunikation ist für uns Menschen eines der wichtigsten Tools um uns untereinander zu verständigen und das in jeder Lebenslage und Situation.

Genau deshalb ist es meiner Meinung nach so extrem wichtig alles das auszusprechen, was auch immer uns auf der Leber liegt, denn unausgesprochene Meinungen oder Gedanken werden niemals zu einer zufriedenstellenden Lösung oder einem Ergebnis führen.

Also auf jeden Fall an- oder aussprechen. Es macht allerdings der Ton die Musik.

x 4 #8278


Ameise_78
@aequum

💯 % Zustimmung!
Ganz genau so sehe ich es auch.
Und ich selbst habe nur die besten Erfahrungen damit gemacht, immer alles offen an- und auszusprechen.
Und ganz genau... der Ton macht die Musik... klare und faire Kommunikation... kein Abreagieren, Brüllen, Launen Ausleben.

(Wobei sich das jetzt nicht auf den Anfang deiner Geschichte beziehen sollte @NineNinchen. Ich möchte die Person sehen, die in einer solchen Lage zu 100% die Kontrolle über ihre Emotionen behalten hätte - angesichts eines solchen Schocks und Traumas. Wurde eine PTBS bei dir eigentlich sicher ausgeschlossen..? Falls ja... erstaunlich. Fiele mir auch nicht so leicht, zu glauben...)

x 3 #8279


sonntag_morgen
Ich denke, was viele hier übersehen ist folgendes: Was ist das Ziel der Kommunikation?

Und @NineNinchen möchte eben noch immer den BWK nicht komplett verprellen, indem sie dem Umfeld Anlass zur Kritik gibt (sie hat mehrmals geschrieben, dass sie nicht als "schwierig" oder so wahrgenommen werden will) und auch für den BWK noch immer als attraktive Partnerin gelten will, weil sie ihn vermisst.

Wenn das Ziel wäre
- sich zu positionieren,
- inneren Frieden zu gewinnen,
- Aggression los zu werden,
- Standards setzen und fordern,
- usw usw
dann würde die Kommunikation anders aussehen.

Aber ehrlich - wenn wir jemanden frisch Daten oder uns auf einen Job bewerben, dann passen wir unsere Kommunikation doch an. Dann schlucken wir Irritationen runter und bleiben freundlich.

Ich denke, dass muss man auch beachten.

Wir geben Ratschläge für Kommunikation auf Eltern-Ebene, wenn @NineNinchen sich noch immer eine Partner-Ebene wünscht. Was legitim ist.

Ich denke, da liegt auch ihr Kampf, ihr struggle - sie wird schlecht behandelt, möchte sich aber in einem attraktiven Licht präsentieren.
Das habe ich jetzt nicht ideal ausgedrückt, ich hoffe, es ist trotzdem verständlich.

x 4 #8280


A


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