Zitat von NineN:Aber warum brauche ich so viel länger als er. Meine Therapeutin meinte letztens zu mir, dass ich schon recht leidensfähig bin. Gut trainiert aus dem Elternhaus. Eine Pflanze die wenig Wasser braucht und trotzdem blüht. Das ist wirklich hart. Vor allem was denn für Verpflichtungen. Er könnte doch stets seinen ...
Ja, das ist die Frage - bist du "leidensfähig" oder kannst du so viel "Leid" nicht ertragen?
Du bist relativ anspruchslos, wie eine Pflanze die wenig Wasser braucht und trotzdem blüht. Und da "erträgst" du auch viel, aber du hast auch was: du bist in einem Topf oder in einem Blumenbeet, in der Familie bei deinen Eltern oder beim BWK.
Aber kannst du wirklich das "Leid" ertragen, welches dir deine Eltern und der BWK angetan haben?
Mir fällt auf, dass du diese Therapiemethoden (die mit vergangenen Situationen arbeiten) nicht gut weg stecken kannst - du hast es zweimal probiert und zweimal ging es dir schlecht danach (beim zweiten Mal bist du der Therapeutin gegenüber abgekühlt).
Und die Trennung vom BWK kannst du nicht wirklich akzeptieren bzw willst du nicht Loslassen. Ich denke, das Können und Wollen sind vielleicht gleichgestellt im Hinblick auf den BWK und die Trennung.
Und was wäre die Alternative? Die Hoffnung zu begraben und den Schmerz auszuhalten.
Und das ist hart. Sehr hart.
Vor allem für jemanden wie dich, die schon in der Kindheit schmerzhafte Zurückweisung erfahren hat und der Trennungsschmerz vom BWK sicherlich diese auch wieder aufwecken wird.
Und die ihren eigenen Lebensplan dem vom BWK angepasst hat. Die eigentlich alles richtig gemacht hat.
Viele Menschen lenken sich von Trennungsschmerz ab - andere Beziehungen, Arbeit, Affären, Alk. & Co (Dein Vater - vielleicht ein Generationsproblem? Nicht der Alk., sondern vielleicht (! Spekulation) flüchtet er auch vor irgendwelchem Schmerz den er nicht fühlen will oder kann) und Du flüchtest eben Schuldgefühle und Hoffnung.
Und warum lenkt man sich ab? Weil man vielleicht nicht leidensfähig genug ist, den Schmerz nicht ertragen kann oder will, der Schmerz als zu groß empfunden wird. So flüchtet man in Ablenkung. Sehr verständlich.
Und du bist ja "leidensfähig" in der Hinsicht, dass du fast keine Grenze für schlechte Behandlung und Vernachlässigung hast. Deswegen konntest du ja auch immer weiter hoffen, egal was der BWK gemacht hat, du hättest es weg gesteckt und trotzdem geblüht. Weil du eine Kämpfernatur bist und stur und hartnäckig und du wegen einer Dürreperiode nicht gleich eingehst wie eine anspruchsvolle Heckenrose (keine Ahnung, ob die anspruchsvoll sind). Deswegen ist dir die Hoffnung überhaupt noch möglich und das Karussell noch da.
(Nur so Gedanken von mir. Können komplett daneben liegen.)