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Partner trennt sich in Schwangerschaft

NineN
Zitat von Perzet:
Das würde bedeuten, daß bei Schritt 2 erkannt wird, daß nicht mehr Verständnis oder Interesse für einen kommen wird (Achtung: tut irre weh!) und man selber von der eigenen Hoffnung auf Verständnis vom anderen Abstand nimmt.
"Lerne Dich kennen. Lerne den anderen kennen."

Das bedeutet also, dass der Ausstieg nach Phase 2, dem Erklären kommt. Da ist man im ja noch im einigermaßen vernünftigen Modus unterwegs. Ich erkläre, es kommt nicht an, ich steige aus dem Gespräch aus?

#8686


sonntag_morgen
Zitat von NineN:
Ich hab das schon sehr deutlich bei dem Ausflug und auch im Gespräch gemerkt wie ich da wieder hochgefahren bin. Ablenken? Wo von denn? Er ist ja nicht die einzige Person die diese Punkt findet. Bei anderen ist es nur nicht so extrem. Ich bin ziemlich wütend. Auf ihn, auf mich. Ich hasse es, wenn ich so bin. Ich ...

Ablenken von dem Schmerz, der durch dieses Gespräch verursacht wurde.

Wut kann auch eine Ablenkung von Trauer sein.
Warum bist du denn wütend auf ihn? Weil er sagte, dass er alleine bleiben will, Angst vor Nähe hat und nichts für seine Weiterentwicklung getan hat/tut?

x 2 #8687


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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Odette
Zitat von Femira:
Ich hatte aber mal mit im Liebeskummer Ingwer oder Zitronenshots gegen Gedankenkreisel ausprobiert. war widerlich aber gar nicht so schlecht.

Oh, ja. Das waren gute Zeiten 😣🍋Aber es half/hilft ja tatsächlich.

@NineN Ich grätsche hier einmal rein, und hoffe es ist okay. Habe jetzt nur den letzten Abschnitt hier gelesen bzgl. deines Skill-Koffers.
Zitat von NineN:
Und mit welchen Mitteln, man sich selbst wieder runterholen kann. Z.B. Gummi gegen die Hand schnippen, scharfe Bonbons, Klammer an Ohr, Stressball,...

Ich habe auch ein kleines Täschen, und kann ein bisschen ergänzen, was mir hilft.
Ich habe immer Tigerbalsam dabei. Der Geruch und die Wäre am Handgelenk holen mich oft runter.
Oder aber, vielleicht ein wenig merkwürdig, der Inhalierstick von Wick, der eigentlich für Erkältung gedacht ist.
Ammoniak soll ja auch helfen, aber das ist mir zu doll gewesen. (Kann man in kleinen Ampullen erwerben.)

So meine Helferlein.

Zitat von NineN:
Aber oft genug bin ich dann schon über den Punkt hinaus und der Notfallkoffer hilft auch nicht mehr. Griffbereit steht er trotzdem.

Hast du Werkzeuge bekommen, das vorher schon zu bemerken und zu spüren?
Mein Tigerbalsam benutze ich auch häufig einfach so im Alltag, wenn ich merke, dass ich kribbelig werde. Quasi als Vorbeugung.

Dies zu Beachten und zu lernen/spüren hatte ich damals in meiner Verhaltenstherapie erlernt.

Nur kurz mein Senf.

x 2 #8688


sonntag_morgen
Zitat von NineN:
Das bedeutet also, dass der Ausstieg nach Phase 2, dem Erklären kommt. Da ist man im ja noch im einigermaßen vernünftigen Modus unterwegs. Ich erkläre, es kommt nicht an, ich steige aus dem Gespräch aus?

Oder wenn bestimmte Menschen nach dem Erklären es nicht verstehen (wollen) oder Änderungen vornehmen wollen, dann könntest du akzeptieren, dass diese Menschen eben so sind und es von ihnen "nichts zu holen gibt" in dieser Hinsicht.

Es gibt doch in Freundeskreisen auch so Leute, da muss es immer nach deren Nase gehen und sich Anpassen an die Bedürfnisse anderer liegt ihnen nicht.

x 1 #8689


MissLilly
Zitat von NineN:
Tatsächlich war es so, dass in meine bisherigen Partnerschaften am Ende immer in einer Art Versorger bzw. Fürsorgerrolle war.

Aus der sich natürlich die Männer irgendwann herausemanzipiert haben.


🎯🎯🎯🎯🎯🎯🎯🎯

Und genau DAS ist es was dich so wütend macht und an deinem Selbstwert nagt.

x 2 #8690


E
Zitat von NineN:
So hab ich das damals in meinem Tagebucheintrag vermerkt. Und es stimmt. Meine Mutter sagte mir das auch schon immer, dass ich mit dem Kopf durch die Wand muss, mein Ex -Schwiegervater sagte ich soll ruhiger werden, meine Lehrer haben mich vor die Tür gestellt und mir schlechte Kopfnoten gegeben. Es ist aber immer wieder dieselbe Stelle über die ich stolpere und falle und wegen der mich am Ende die Partner verlassen.

Liebe Nine, vielleicht hilft dir ein Blick aus einer etwas anderen Ecke. Meine Kinder sind neurodivers und das ziemlich stark. Jeweils in verschiedenen Spektren und wie du weißt, wird man als Mama Expertin in den "Begleiterscheinungen" der eigenen Kinder. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit, auch viel über mich selbst, und über die Gesellschaft in der wir uns befinden.

Was die meisten Menschen im Spektrum gemein haben ist, dass sie wirklich selten (bis nie) irgendwo hin "gepasst" haben, immer anders waren, da irgendwie immer irgendwas "gestört" hat, weil sie zu lebhaft waren, zu stur, zu eigensinnig, zu verschlossen, zu verträumt, zu gedankenverloren, zu kreativ, zu speziell interessiert, zu ideenreich, zu hibbelig, zu schüchtern, zu laut usw usw. Ein ganz ganz großes Thema in der Begleittherapie ist die Selbstakzeptanz. Die Selbstliebe.Vorallem Frauen werden selten bis gar nicht richtig diagnostiziert und tragen dieses "irgendwas stimmt nicht mit mir" Paket ihr ganzes Leben lang mit sich, versuchen sich zu verbiegen, anzupassen, sich abzustrampeln und doch sind sie nie wirklich gut genug, nie passend genug. Denn sie versuchen sich in ein gesellschaftliches Korsett zu zwängen in das sie nicht passen (können).

Ich will dir nicht schreiben, dass du neurodivers bist. Letztlich ist das auch nicht worauf ich hinaus möchte. Denn diese fehlende "Anpassung" vorallem als Frau haben viele Frauen intus. Wir leben in einer Gesellschaft in der eine Frau nicht willensstark sein soll, sonst ist sie stur und zickig, sie darf nicht zu lebhaft sein weil sie dann unerzogen ist und sich nicht richtig benimmt. Wir hatten das ja auch schon in deinem Faden.

Wärst du ein Junge gewesen hätte man dich anders wahrgenommen. Dann hätte deine Mutter gesagt, dass du willensstark bist, dann Ex-Schwiegervater hätte dir vermutlich gesagt, dass du ein "Macher" bist und deine Lehrer hätten dir mehr durchgehen lassen weil Jungs "nunmal so sind". Und eine Partnerin hätte sich dir angepasst, vielleicht sogar mehr als es gut für sie gewesen wäre und hätte das schon irgendwie kompensiert.

Das was neurodiverse Menschen hart lernen müssen, diese Selbstakzeptanz und Liebe, die müssen Menschen wie du, die ebenfalls überall negativ betitelt wurden ebenfalls lernen. Bei neurodiversen Menschen ist es so, dass sie durch ihre "seltsame Art" in der Kindheit viel häufiger ermahnt werden, viel häufiger gespiegelt bekommen, dass etwas nicht "stimmt" ("Sitz ordentlich am Tisch", "Reiß dich zusammen", "Warum spielst du nicht draußen mit Freunden"). Das macht viel mit der Psyche eines Menschen. Aber das ist etwas, das in unserer Gesellschaft auch andere Menschen betrifft. Es ist ein grundsätzliches Problem. Vorallem eins was viele Frauen gemein haben.

Du warst nicht zu stur, sondern dein Charakter hat nicht dem Idealbild entsprochen, den deine Mutter hat(te). Das gleiche gilt für deinen Ex-Schwiegervater. Dass dies nun der Gamechanger für deine Partnerschaft sein soll, sehe ich nicht. Eher, dass du und der VdK nicht kompatibel waren (und sind). Du hast einfach noch nicht dein richtiges Gegenstück gefunden. Und das gibt es, da bin ich mir 100%ig sicher. Genauso wie ich mir sicher bin, dass du gut bist wie du bist. Dass an dir nichts falsch ist. Und dass das was du als Schwäche siehst, ein Teil von dir ist, der zu dir gehört, der dich ausmacht. Und der dazu führt, dass du dich für viele tolle Dinge begeistern kannst, dass du dich engagierst, dass du reflektierst, dass du die Stärke hast mit dieser Trennung in der Schwangerschaft klar zu kommen.

x 3 #8691


MissLilly
Zitat von MissLilly:
Und genau DAS ist es was dich so wütend macht und an deinem Selbstwert nagt.


Nachtrag...

Deshalb schrieb ich das hier :

Zitat von MissLilly:
Insofern solltest du tief in die dich hineinfühlen (fühlen nicht denken !) ob du das was du vor einem Jahr verpasst hast und jetzt nachholen möchtest aus echter Überzeugung tun möchtest oder eher auf falschem Stolz basiert?!


Ich persönlich denke daher nicht das eine Verhaltenstherapie für dich das richtige Mittel dafür bzw. für DICH
ist, weil ich nach allem was ich von dir gelesen habe, nicht glaube das du ein Mensch bist der in der Ablenkung die (innere) Loslösung oder seinen Frieden finden kann. Eine Therapie die tiefen psychologisch ausgerichtet ist, wird da langfristig eher zum Erfolg führen, da sie nicht vom Schmerz ablenkt, sondern dich mit ihm konfrontiert....und das solange bis du keine Angst mehr vor ihm hast Zwinkerndes Gesicht

x 1 #8692


Plague
Zitat von MissLilly:
Eine Therapie die tiefen psychologisch ausgerichtet ist, wird da langfristig eher zum Erfolg führen, da sie nicht vom Schmerz ablenkt, sondern dich mit ihm konfrontiert....

Die letzten 25 Jahre und die dritte Welle der VT sind ganz an dir vorbeizogen?
Mit Schematherapie oder EFT käme man hier meiner Ansicht nach ganz gut weiter.

x 1 #8693


MissLilly
Zitat von Plague:
Die letzten 25 Jahre und die dritte Welle der VT sind ganz an dir vorbeizogen?

Nö, an mir nicht aber wahrscheinlich wohl an 3 Verhaltenstherapeuten die einer Persönlichkeit wie vergleichsweise der von Nine gepaart mit ihrer Vita, einstimmig und unabhängig voneinander gesagt haben, dass eine Verhaltenstherapie nicht angezeigt ist 😉

Zitat von Plague:
Mit Schematherapie oder EFT käme man hier meiner Ansicht nach ganz gut weiter.

Ja, das sehe ich genauso.

x 2 #8694


P
Zitat von NineN:
Das bedeutet also, dass der Ausstieg nach Phase 2, dem Erklären kommt. Da ist man im ja noch im einigermaßen vernünftigen Modus unterwegs. Ich ...

Ja!

Das beinhaltet, daß man grundsätzlich akzeptiert, daß man einfach nicht - alles - jedem - jederzeit - klar machen kann.
Wahrscheinlich wurde einem früh eingetrichtert, daß, wenn man etwas anders gemacht, gesagt, getan hätte, ja dann wäre.. blablabla in Ordnung gewesen. Diese berüchtigte Schuldumkehr toxischer Personen/ von schwachen Personen in Machtstellung einem abhängigem Kind gegenüber. Das stimmt aber nicht, ist nur ne Ausrede gewesen fürs eigene Versagen der erwachsenen Person.

Also ja, das bedeutet zu akzeptieren, daß man selber Grenzen hat und daß andere Grenzen haben.

Grenzen können sein: Grenzen des Verständnisses für andere; Grenzen der Belastbarkeit; Grenzen des Interesses; Grenzen des Könnens; Grenzen des Wollens; Grenzen unterschiedlicher Ansicht / Meinungen; Grenzen von Wünschen; to be continued .. ..

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NineN


Eine liebe Freundin hat mir das geschickt. Ich wollte es mit euch teilen, weil ich es inhaltlich schon recht gut finde.

x 1 #8696


Jane_1
Zitat von Femira:
, aber zuerst muss man ja aus der Situation raus.

Für mich habe ich erkannt, dass ich erstmal eine kleine Pause machen muss. Eine winzigkleine, für mich.
Quasi den Raum zwischen Reiz und Reaktion setzen.
Und wenn ich das schaffe, erstmal innehalten. Und in mich hineinhorchen.
Um WAS genau geht es mir, was ist mein Gefühl? Und das aussprechen.

Also nicht: Ich will das Kind aber an Ostersonntag und Montag, sondern: ich fühle mich mit deinem Vorschlag nicht wohl,übervorteilt, nicht gesehen (was auch immer) und kann den so nicht akzeptieren. Ich möchte stattdessen x,y.

Gestehe aber: auch bei mir (und ich bin ja paar Jahre älter) ist das noch ein work-in-progress.
Aber ich habe mich auch schon etliche Male auf diese Art und Weise so selbstwirksam und klar erlebt; das wäre früher nicht möglich gewesen.

#8697


A


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