Zitat von Wollie: hast du mal überlegt, eine MutterKind Kur zu machen. Oder sowas in der Richtung ? vielleicht hast du da mal den nötigen Abstand
Ja und hab da auch mit meiner Therapeutin drüber gesprochen und mit Freunden die das schon gemacht haben. Alle haben mir mit so kleinen Kindern abgeraten. Eine Kur alleine geht gerade noch nicht, weil der Kleine noch keinen Kita-Platz hat. Der VdK geht nun einmal für uns alle arbeiten und kann sich so lange dann auch nicht freinehmen.
Zitat von Löwenzeh: Du hast doch zumindest drei Tage?
Die drei Tage sind nicht zusammenhängend, sondern über die ganze Woche verteilt. Weil kürzere Abstände für die Kinder besser sind.
Zack und weg könnte ich ab September bringen, wenn der Kleine in die Kita kommt. Sonst wäre es ein ziemlicher Egotrip meinerseits, den VdK zu sagen, dass er sich jetzt halt organisieren muss. Wäre natürlich für mich eine Genugtuung, mal das gleiche Verhalten wie er an den Tag zu legen. Aber irgendwie fühlt sich der Gedanke nicht wirklich ok an.
Zitat von Löwenzeh: Ich glaube, dass ist für ihn das Schlimmste.
Ich glaube er ist froh, wenn ich neutral bin. Denn meine Gefühle offen zu zeigen, hat ihn ja belastet.
Zitat von MissLilly: Ja fragt sich nur auf WEN du am meisten wütend bist
Auch auf mich. Weil ich sehenden Auges in all das gegangen bin. Nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe. Das ungute Gefühl konnte ich halt einfach nicht greifen und wollte ihn auch nicht verlieren. Weil die schönen Phasen ja alles getragen haben, was eigentlich im Kern nie stabil war. Ich habe sehr viele Runden in den 13 Jahren gedreht. Und ich merke auch, wie ich gerade innerlich auf diesen Entzug reagiere: es drängt mich ihn zu kontaktieren, mich wieder beweisen zu müssen, um ihm zu zeigen, dass ich existiere. Aber ich mache es nicht mehr.
Meine Therapeutin meinte, dass der VdK bislang nicht wirklich die Konsequenzen der Trennung spüren musste und seine Freiheiten voll auslebt, während er mich angebunden hat. Nun habe ich selbst einen sehr starken Freiheitsdrang und war so froh, als ich endlich von zu Hause weg war. Ich dachte, ich hätte es geschafft und merke jetzt, dass ich wieder ähnlich festgefahren bin. Und diesmal auch, weil ich der falschen Person vertraut habe.
Jedenfalls stellte meine Therapeutin eine rein hypothetische Frage: Der VdK wollte das zweite Kind, ich unter diesen Umständen nicht. Warum also sollte er sich nicht um das Kind kümmern, dass er wollte? Das der Stein, der um meinen Hals liegt, nun einmal auch ihm umgebunden wird. Nicht aus Rache, sondern einfach, weil er bislang kaum Konsequenzen spürt.
Das erste Gefühl bei der Vorstellung Vorstellung war Erleichterung, dann Schuld. Der Kleine soll es also ausbaden. Allerdings ist unsere Verbindung gestört.
Meine Therapeutin vertritt die Meinung, dass die Verbindung zu ihm erst frei sein kann, wenn vorher die Last weggenommen wird. Denn seit der Schwangerschaft gab es keine Entlastung für uns beide. Und mich zumindestens zeitweise nur zur Besuchs-Mama zu machen könnte dazu führen, dass ich merke, wie sehr er mir doch fehlt und der VdK wird endlich zur Verantwortung gezogen.
Sie bat mich wenigstens darüber nachzudenken. Mich hat das ziemlich baff gemacht.
Aber sie sieht halt auch, dass alle Bemühungen die ich in der Freizeit mache nicht den gewünschten Effekt zeigen, weil das Problem der Verrat ist und die große Ungerechtigkeit. Und da hat sie Recht, es gibt immer noch kein gutes Gleichgewicht wenig Gerechtigkeit.
Der Kampf in mir ist gerade der Wunsch die Kinder in dieser kurzen Zeit aufwachsen zu sehen und zu begleiten und das Unrecht aus der Welt zu schaffen und ihn zur Verantwortung zu ziehen. Es ist ein schmaler Grad, weil ich finde, dass es auch schnell nur darum geht, dass verletze Ego zu heilen. Aber irgendwie muss ja auch das versorgt werden, weil der Selbstwert natürlich schon sehr stark gelitten hat. Und die nicht so gute Bindung zu meinem Sohn, dass auch nicht besser macht, weil es eher zusätzlichen Druck aufbaut. Ich würde mir wünschen, dass ich innerlich nicht so verknotet wäre.