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Partner trennt sich in Schwangerschaft

Ameise_78
Zitat von NineN:
Schon. Aber ich bin halt niemand, der Alleingänge macht und dem anderen sagt friss oder stirb. Das ist ein Verhalten, dass ich mir gar nicht erst angewöhnen möchte.

Die Frage ist aber doch auch ob es nicht vielleicht sogar für euren Sohn besser wäre..? Wenn du so unter Stress stehst (was absolut verständlich ist) und er emotional verfügbar wäre..?
Das Kindeswohl hat ihn bisher nicht so sehr interessiert, bei all seinen Entscheidungen - aber vielleicht wäre jetzt der Zeitpunkt, ihm das mal näher zu bringen..?
Wenn es bei dir und dem Kleinen nicht so klappt mit der Bindung, es bei ihm aber anders ist (weil er das Kind ja unbedingt wollte), dann sollte er zumindest da seine Verantwortung wahrnehmen.

Kannst du denn mit dem Kleinen noch etwas machen, um die Bindung zu stärken?
Eigentlich müsste dein NM einen Familientherapeuten für euch bezahlen. Das wäre anständig. Aber gut... 🙈

x 4 #8821


NineN
Es ist einfach eine Überlegung, die Verantwortung von mir auf den VdK zu übertragen. Jedenfalls das, was ihm gehört. Damit es bei mir leichter wird und damit auch eie Beziehung zu dem Kleinen unbeschwerter sein kann. Und gleichzeitig die Schmerzen, nicht jeden Tag da sein zu können.
Ich muss zwischen zwei Verlusten wählen, die ich beide nie wollte, weil mir eigentlich etwas ganz anderes versprochen wurde.

x 4 #8822


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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sonntag_morgen
Zitat von NineN:
Es ist einfach eine Überlegung, die Verantwortung von mir auf den VdK zu übertragen. Jedenfalls das, was ihm gehört. Damit es bei mir leichter wird und damit auch eie Beziehung zu dem Kleinen unbeschwerter sein kann. Und gleichzeitig die Schmerzen, nicht jeden Tag da sein zu können. Ich muss zwischen zwei ...

Also wäre die Überlegung, dass der VdK den Sohn an mehr Abenden als bisher nimmt und du auf den Sohn aufpasst, während der VdK in der Arbeit ist. Und die Tochter bleibt an diesen zusätzlichen Abenden bei dir oder geht mt ihrem Bruder mit?

#8823


Ameise_78
@NineN

Aber wäre denn Familientherapie nicht eine Option..? Man könnte definitiv auch kurzfristig etwas bezüglich der Bindung machen, deine Therapeutin ist nur nicht die richtige Adresse dafür, weil es nicht ihr Fachgebiet ist.

x 1 #8824


NineN
Zitat von Ameise_78:
Die Frage ist aber doch auch ob es nicht vielleicht sogar für euren Sohn besser wäre..?

Ich denke tatsächlich, dass es so sein könnte. Gleichzeitig hätte ich wieder einen Tag mehr mit meiner Tochter alleine. Was ich sehr vermisse.

Ich denke, das könnte ich ihm vorschlagen. Er nimmt den Kleinen 4 Tage, unsere Tochter 3 Tage und ich unsere Tochter 4 Tage und den Kleinen 3 Tage. Tagsüber wird der Kleine von mir betreut. Das heißt, ich sehe ihn trotzdem noch oft genug und trotzdem müsste auch der Vater mehr Verantwortung tragen. Ich würde da auch den Unterhalt senken. Für vier Wochen könnte man das probeweise schon mal machen.

Zitat von Ameise_78:
Kannst du denn mit dem Kleinen noch etwas machen, um die Bindung zu stärken?

Ich bin immer noch an der Uniklinik und meine Therapeutin (die ja bereits systemische Familientherapeutin + Sozialpädagogin ist) meinte sie könnte mir noch einen Termin
bei der Bindungstherapeutin geben. Ich bin stark am überlegen, ob das etwas bringt uns nützt, aber ich möchte auch sagen können, dass ich wenigstens alles versucht habe. Bei der Bindungstherapeutin war ich bereits 2 x in der Schwangerschaft. Hatte da aber überhaupt keinen Kopf, um mich einzulassen. War da gerade voll mit dem Umzug beschäftigt.

x 1 #8825


Ameise_78
Zitat von NineN:
meinte sie könnte mir noch einen Termin
bei der Bindungstherapeutin geben. Ich bin stark am überlegen, ob das etwas bringt uns nützt,

Oh, ja klar, das wäre doch super! Was für ein Glück, dass du diese Möglichkeit hast. Es ist super schwierig, an sowas ranzukommen! Bei uns nahezu unmöglich. Das würde ich an deiner Stelle definitiv nutzen!👍
Das wird ganz sicher auch etwas bringen. Ein Baby ist ja kein verkorkster Mann... der Kleine hat doch in seinem kurzen Leben noch nichts falsch gemacht. Lachendes Gesicht

x 4 #8826


NineN
Zitat von NineN:
Ich denke, das könnte ich ihm vorschlagen. Er nimmt den Kleinen 4 Tage, unsere Tochter 3 Tage und ich unsere Tochter 4 Tage und den Kleinen 3 Tage. Tagsüber wird der Kleine von mir betreut. Das heißt, ich sehe ihn trotzdem noch oft genug und trotzdem müsste auch der Vater mehr Verantwortung tragen. Ich würde da auch den Unterhalt senken. Für vier Wochen könnte man das probeweise schon mal machen.

Ich muss darüber noch mal schlafen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto besser geht es mir damit. Beim Schreiben fühlte sich das sehr stimmig für mich an.

x 5 #8827


sonntag_morgen
@NineN Hat Deine Therapeutin auch vorgeschlagen, die Kinder zu trennen an dem zusätzlichen Tag?

Wird dann deren "Familie" nicht noch mehr zerrissen?
Ich finde das auch schwierig für die Kinder. Als ob jedes Kind dann "seinen" Elternteil hat. Geschwister sind ja eigentlich eine Einheit.

x 2 #8828


Waris07
Zitat von NineN:
Ich habe eine riesige Schleife gedreht. Nicht nur in der Beziehung , sondern auch noch nach der Trennung. Die Trennung hat die Schleife nicht beendet. Sie ging weiter über Hoffnung, über ständigen Kontakt, über dieses ständige „Vielleicht doch noch“. Die letzen Monate kam er immer wieder näher, hat Zeit mit ...


Ich bin beim Lesen gerade wirklich sehr berührt von deinen Worten und ich möchte dir einfach sagen
Ich bin wirklich stolz auf dich. Tröstender Smiley

Genau das habe ich mir für dich gewünscht, dass du selbst an diesen Punkt kommst, an dem du nicht mehr im Nebel hängst, sondern klarer siehst und ehrlich bei dir bleibst.
Du hast dir gerade selbst ein Stück den Schleier gelüftet und das ist richtig viel.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Moment.
Veränderung passiert nicht, wenn man etwas verstanden hat - sondern erst wenn es einen innerlich wirklich trifft. Von außen kann man vieles klar und deutlich sehen, erkennen und sagen, aber solange es innen nicht ankommt, bringt das eigentlich nichts.

Und so wie du schreibst, ist es bei dir genau da angekommen.Du siehst klarer, du begreifst mehr und gleichzeitig merkst du, was da war und was eben auch nicht da war.
Auch wenn das weh tut, steckt da viel Entwicklung drin.

Ich freue mich für dich und gleichzeitig bin ich auch traurig und leide mit dir, weil ich spüre, wie viel Schmerz da noch da ist. Aufmunternde Emojis

x 6 #8829


NineN
Zitat von sonntag_morgen:
Hat Deine Therapeutin auch vorgeschlagen, die Kinder zu trennen an dem zusätzlichen Tag?

Wird dann deren "Familie" nicht noch mehr zerrissen?
Ich finde das auch schwierig für die Kinder. Als ob jedes Kind dann "seinen" Elternteil hat. Geschwister sind ja eigentlich eine Einheit.

Ja, das wäre so. Einen Tag in der Woche wären sie nicht zusammen. Aber an diesem einen Tag hat meine Tochter ganz exklusive Mamazeit und ich kann mit ihr was unternehmen, was sonst nicht möglich wäre. Vielleicht tut ihr mal ungeteilte Aufmerksamkeit gut? Oder in Ruhe spielen?

Es wäre auch kein Dauerzustand. Spätestens ab September sind dann beide wieder im gleichen Takt.

x 4 #8830


sonntag_morgen
Zitat von NineN:
Ja, das wäre so. Einen Tag in der Woche wären sie nicht zusammen. Aber an diesem einen Tag hat meine Tochter ganz exklusive Mamazeit und ich kann mit ihr was unternehmen, was sonst nicht möglich wäre. Vielleicht tut ihr mal ungeteilte Aufmerksamkeit gut? Oder in Ruhe spielen?

Puh, Eure Situation ist schwierig.

Für mich klingt es so, als ob du gerne etwas mehr vom Sohn "befreit" wärst und die Tochter dadurch mehr exklusive Mama-Zeit hat - aber keine exklusive "Papa-Zeit", die hat dann der Sohn.
So könnte es fast wirken, als ob jedes Kind dann "seinen Elternteil" hat.

Ich glaube, ich würde das nochmal mit einem Kinderpsychologen oder dem Jugendamt durchsprechen.
Meines Wissens wird die Bindung/der Bindungsstil eines Menschen in den ersten drei Jahren geprägt und wirkt sich auf das ganze Leben aus.

Für mich liest es sich zwischen den Zeilen oft so, als ob du den Sohn als Belastung empfindest und lieber alleine mit deiner Tochter wärst. Oder alternativ noch eine zweite Tochter dazu hättest.

Das ist nicht deine Schuld, aber noch weniger die Schuld des Sohnes.
Dem VdK zu sagen "du nimmst den Sohn jetzt einen Abend mehr, weil du wolltest ihn" klingt so, als ob du den Sohn gar nicht wirklich wolltest unabhängig von der Beziehung vom VdK und das klingt hart, wenn man sich ein so kleines Kind vorstellt.

x 6 #8831


Ameise_78
@NineN

Ich finde die Überlegung gut, kenne auch viele nicht-getrennte Eltern, die sich immer mal wieder für einen Tag oder Nachmittag mit den Kindern "aufteilen", gerade bei Altersabständen von mehr als zwei Jahren kann das schon sehr entlastend sein. Sie wären ja auch sonst zusammen... ein Tag/Nachmittag ist nicht viel. Das fällt so kleinen Kindern ja nicht so auf, Hauptsache Papa oder Mama sind jeweils da.
Und klar - jedes Kind genießt es, auch mal paar Stunden mit einem Elternteil alleine zu haben.
Wenn dich das sehr entlasten würde, wäre das doch ideal.👍
Parallel wäre die Bindungstherapie super.👍

x 3 #8832


P
Zitat von Ameise_78:
@NineN Ich finde die Überlegung gut, kenne auch viele nicht-getrennte Eltern, die sich immer mal wieder für einen Tag oder Nachmittag mit den ...

🎯
Den ganzen Beitrag hätte ich auch so sagen wollen (nur hätte ich es nicht so gut formuliert bekommen).

Genau. Es klingt nach einem guten - und - machbaren Schritt.
Dem Kleinen tut es auf Dauer auch nicht gut irgendwie doch zu spüren, daß er nicht so erwünscht ist. Von daher kann das für alle gut sein.

Und extra Papa- oder Mamazeit zu haben genießen Kinder üblicherweise sehr. Zumindest habe ich da viele positive Berichte von denen, die das machen.

x 4 #8833


NineN
@sonntag_morgen Ich wollte gerade einzelne Zitate nehmen, merke aber, dass ich eigentlich deinen ganzen Beitrag zitieren müsste. Wenn ich ganz ehrlich darauf eingehe, dann ist da überall ein ja.
Und es ist nicht so, als ob mir das nicht auch Bauchschmerzen machen würde.
Mir geht es mit der Situation nicht gut, es weiterzumachen, durchzuziehen und hoffen, dass ich mich daran schon gewöhne funktioniert nicht. Es ist meine Verantwortung mit der Situation umzugehen und für alle das Beste zu erreichen. Wenn es dem Kleinen beim VdK besser geht, dann ist das so. Wenn sonst die Väter die Kinder weniger sehen, ist das ja auch normal.

Zitat von sonntag_morgen:
Dem VdK zu sagen "du nimmst den Sohn jetzt einen Abend mehr, weil du wolltest ihn" klingt so, als ob du den Sohn gar nicht wirklich wolltest unabhängig von der Beziehung vom VdK und das klingt hart, wenn man sich ein so kleines Kind vorstellt.

Ich habe damals sehr damit gehadert, dass es eine Junge wird und hab das beim VdK auch angesprochen. "Das wird schon." war seine Aussage.
Die Trennung hat das aber eher noch mal schlimmer gemacht. Das Gefühl ist nichts was ich gut finde und möchte. Wäre es mir egal, würde ich mir nicht so viele Gedanken machen.
Aber vielleicht brauche auch ich einfach Zeit für diesen Bruch, der da bereits entstanden ist, bevor er überhaupt auf der Welt war. Und mir tut das auch sehr Leid für den Kleinen. Weil ich ja von mir weiß, wie sehr ich seine Schwester liebe.

x 6 #8834


P
@NineN
Deine Beschreibungen und Überlegungen zeigen ja, wie verantwortungsbewusst Du bist.
Diese Situation gerade wirkt wie eine Zwickmühle.
Egal, was Du machst oder versuchst, irgendwas wird immer bemängelt.

Du warst Dein Leben lang vorrangig unterwegs um es allen anderen recht zu machen.

Jetzt, in der Verantwortung, muß man entscheiden, welcher von all den unerwünschten Möglichkeiten machbar und tragbar für Dich (!) ist.
D u bist am Limit. Da ist irgendwann Schicht im Schacht. Irgendwann kann man nicht noch mehr fordern. Irgendwann muß jeder Mensch die persönliche Notbremse ziehen.
Und Du bist in dieser Nähe angekommen.

Also Überlegungen, was Dich realistisch und auch zeitnah entlasten könnte, sind echt wichtig.

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A


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