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Partner trennt sich in Schwangerschaft

NineN
Zitat von sonntag_morgen:
Aber vielleicht ist auch die bessere Variante einfach nur "jaja" zu sagen und dieses Fass gar nicht erst aufzumachen. Weil bei der anderen Person, Deiner Mutter in diesem Fall, muss ja auch Empathie und Einsicht vorhanden sein, damit ein derartiges Gespräch fruchten kann.
Sonst ist die Gefahr da, dass es in eine Abwärtsspirale führt (vielleicht wenn die andere Person sich angegriffen fühlt und sich rechtfertigt und dann in Vorwürfe drifted oder so).

Das ist der bessere Weg bei ihr. Sie fühlt sich sonst so schnell angegriffen und kann dann richtig fies werden. Vor dieser Art hatte ich mein ganzes Leben lang Angst und es verunsichert mich. Es war einfach seit der Trennung auch noch mal ein Versuch bei ihr in Verbindung zu gehen. Aber ich glaube, ich lass das lieber.
Diese, ihre Art kenne ich in abgeschwächter Form auch von mir selbst. Vielleicht hat sich der VdK genauso gefühlt wie ich jetzt gerade. Hat es immer wieder versucht und hat doch nie genügt. Und er mir auch nicht. Weil wir beide jeweils etwas anderes gebraucht hätten und keiner so richtig sagen konnte was. Ich finde das alles sehr tragisch, weil es aus meiner Sicht möglich gewesen wäre an den Sachen zu arbeiten.

Zitat von Stella31:
Der BWK hat offensichtlich bei allen den Ruf, komplett unfähig zu sein.

Unfähig ist er nicht. Nur ein bisschen verpeilt. Im Großen und Ganzen macht er das mit den Kindern schon ganz gut. Wenn er jetzt noch etwas organisierter wäre, dann passt das schon.

Die Kur würde ich eh erst machen wollen, wenn der Kleine in die Kita geht. Also da wird's vermutlich nicht mal eine Haushaltshilfe brauchen. Er hat ja auch flexible Arbeitszeiten.

x 2 #9286


sonntag_morgen
Zitat von NineN:
Das ist der bessere Weg bei ihr. Sie fühlt sich sonst so schnell angegriffen und kann dann richtig fies werden. Vor dieser Art hatte ich mein ganzes Leben lang Angst und es verunsichert mich. Es war einfach seit der Trennung auch noch mal ein Versuch bei ihr in Verbindung zu gehen. Aber ich glaube, ich lass das ...

Ja, es gibt ja auch diese Art von "defensive Scham" oder so ähnlich. Wenn Menschen sich schnell angegriffen fühlen und dann um sich beißen. Weil sie die Kritik oder das resultierende unterschwellige Schamgefühl nicht aushalten. Keine Ahnung, ob dass bei Deiner Mutter zutrifft oder ob sie denkt, ihre eigenen Kinder dürfen sie nie "kritisieren". Aber es scheint schwierig zu sein bei ihr, eine vertrauensvolle offene emotionale Beziehung zu haben.

Klar ist es tragisch, wenn eine Beziehung wegen früherer Verletzungen und fehlender "Werkzeuge" scheitert. Traurig, frustrierend und tragisch.
Du darfst da auch noch traurig sein.

Eigentlich sollte man schon in Paartherapie gehen, wenn die Beziehung (noch) gut läuft, damit man rechtzeitig agieren kann und solchen "schlimmen Phasen" und Entlieben entgegen wirken kann.
Aber wer tut das schon. In USA vielleicht, da ist Therapie ja auch viel etablierter.

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A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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aequum
@NineN
Du solltest die Reaktion deiner Mutter nicht so ernst nehmen. Sehr viele Menschen sehen nur die EINE Variante. Er, der VdK, geht den ganzen Tag arbeiten und du eben nicht. Ergo hast du den ganzen Tag nichts weiter zu tun, als dich "etwas" um die Kinder zu kümmern.

Wie gesagt, dass ist allgemein die Denke. Zu tiefergreifenden Überlegungen oder gar ein Versuch, sich in dich hineinzufühlen wie es dir geht, kommt es garnicht erst.

Das ist überhaupt nicht böswillig, sondern einfach nur eine allgemein festgefahrene Denkweise.

x 6 #9288


P
Oh hah, die nächste Person, die sich mit ihren Mustern bei Dir outet:
Zitat von NineN:
Mich fragt sie nie ob ich klarkomme

Und das war schon immer so?
Sie hat funktioniert in einer co abhängigen Beziehung.
Du hattest zu funktionieren und ruhig zu sein als Kind. Also bitte keine zusätzliche Belastung sein? Stattdessen viele Aufgaben übernehmen, damit es nicht noch eskaliert?
Zitat von NineN:
Sie fühlt sich sonst so schnell angegriffen und kann dann richtig fies werden. Vor dieser Art hatte ich mein ganzes Leben lang Angst und es verunsichert mich.

Das heißt, alles mögliche mit bedenken, daß das nicht (so schnell, so oft) passiert?

Und Du wunderst Dich, woher Deine Muster kommen, zb für alles zuständig und verantwortlich zu sein/ selber nichts fordern oder gar wünschen dürfen, etc.

Du bist, besonders nach den letzten zwei Jahren, ganz schön mitgenommen und fertig. Jeder normale Mensch wäre das. Es war immens viel, was Dir übergestülpt worden ist.
Deswegen ist es mehr als richtig zu überlegen, wie D u wieder zu Kräften kommst. Und eine Reha ist eine gute Möglichkeit.
Daß jetzt auf begrenzte Zeit andere einspringen dürfen ist auch für sie das geringere Übel - so wie die Reaktion ist scheint es als Übel wahrgenommen zu werden.
Oder glauben die allen Ernstes, Du bist unendlich belastbar und ausquetschbar?

x 4 #9289


NineN
Zitat von Perzet:
Und das war schon immer so?

Ja. Sie hat mich selten von sich aus gefragt. Wenn muss ich auch heute überwiegend bei ihr nachfragen. Und da hab ich immer eher das Gefühl eine Ballast zu sein. Ich seh es ihr an, wenn sie da eigentlich keine Lust drauf hat.

Zitat von Perzet:
Du hattest zu funktionieren und ruhig zu sein als Kind. Also bitte keine zusätzliche Belastung sein? Stattdessen viele Aufgaben übernehmen, damit es nicht noch eskaliert?

War besser für mich ja. Das einzige mal wo ich mich erhoben habe, setzte es von meinem Vater eine Ohrfeige und meine Mutter hat regelmäßig meine persönlichen Dinge zerstört oder weggenommen.
Eierschalenlaufen und immer die Stimmung abtasten.

Zitat von Perzet:
Das heißt, alles mögliche mit bedenken, daß das nicht (so schnell, so oft) passiert?

Ja. Inzwischen bin ich richtig gut darin, ihr Trigger zu umfahren bzw. auch bei anderen die wunden Punkte zu erahnen.

Und dennoch, dieses um sich beißen bei Verletzungen und nicht gesehen werden, dass hab ich von ihr. Nur weniger ausgeprägt. Aber ich gehe dann wirklich eher in den Fight Modus. Und das hat den VdK so sehr getriggert, dass ich ihn zweimal im Laufe der Beziehung da hatte, dass er jegliche Deckung hat fallen lassen und mal so emotional geworden ist, dass er über sich selbst erschrocken war. Und er wollte das nie wieder: erst gehört werden, wenn er emotional wird. Aber von selbst hat er es ja auch selten gesagt.

In gewisser Weise, hab ich wirklich die Beziehung meiner Eltern nachgelebt und gleichzeitig auch die Beziehung der Eltern des VdK. Bei ihm war es sehr ähnlich.

x 6 #9290


P
Aber zuerst warst Du das Kind und dem Verhalten ausgeliefert.
Dann erst bist Du einem Beispiel gefolgt.

Ja, dieses nachspielen bekannter Rollen bzw Tanzschritte..

Andererseits..
Zitat von NineN:
dieses um sich beißen bei Verletzungen und nicht gesehen werden

ist doch sehr verbreitet. Was macht ein zartes Wesen, das hartnäckig nicht beachtet wird um endlich wahrgenommen zu werden?

Beachtet zu werden gehört doch zu einer gesunden Entwicklung dazu. Und ständige Missachtung ist definitiv Qual. Die wurde ab und zu geäußert in der Form des um sich beißens.
Nimm Dich dafür mal liebevoll und verständnisvoll selber in die Arme. Denn die kleine Nine hatte da wirklich viel zu ertragen gehabt und das geht teilweise immer noch weiter.

x 1 #9291


Heffalump
Zitat von NineN:
Ich seh es ihr an, wenn sie da eigentlich keine Lust drauf hat.

Sieht man es dir denn an? Sonst? Oder nur heute?

#9292


P
Blöde Frage: Deine Mutter wollte keine Kinder, oder?
Oder welches Geschlecht hätte sie bevorzugt gewollt?
Wer weiß, wie lange schon dieses fremdeln mit dem eigenen Kind durch die Generationen durchgereicht wurde?

x 2 #9293


Jane_1
Zitat von NineN:
Dann war ich heute so, dass meine Wut und mein Ärger auf den VdK und die Situation durchkam. Sie war erstaunt, guckte mich mit großen Augen an umd fragte was denn heute los sei.
Und, dass ich vielleicht meine Therapeutin wechseln soll, weil ich aus ihrer Sicht doch nicht wirklich weiterkomme.

Hab ich mich verrannt in allen Dingen?

Ich wiederhole zwar was schon gesagt wurde, aber: Nein.

Ganz im Gegenteil.
Zitat von NineN:
Heute zweifel ich wieder sehr an mir und schau wo ich hätte anders sein können. Was sagt man zum Partner, wenn etwas ist, man das Gefühl dazu aber nicht benennen kann. Das, was nicht stimmt.

Wenn der andere aber nicht mit offenen Karten spielt, hast du keine Chance, das Gefühl zu benennen.
Es ist dann ein unbestimmtes Bauchgefühl, das signalisiert, dass etwas nicht stimmt.
Zitat von NineN:
Er hat vor einiger Zeit mal gesagt, dass er es bereut, sich nie ganz eingelassen zu haben

Ein Partner, der sich nicht ganz einlässt, trotz Heirat, Kindern, Zusammenleben, macht halt ein Störgefühl.
Zitat von NineN:
Und er wollte das nie wieder: erst gehört werden, wenn er emotional wird. Aber von selbst hat er es ja auch selten gesagt.

Er wollte, dass du seine Gedanken liest.
Zitat von NineN:
Das ist der bessere Weg bei ihr. Sie fühlt sich sonst so schnell angegriffen und kann dann richtig fies werden. Vor dieser Art hatte ich mein ganzes Leben lang Angst und es verunsichert mich. Es war einfach seit der Trennung auch noch mal ein Versuch bei ihr in Verbindung zu gehen. Aber ich glaube, ich lass das lieber.

Teile deine Kräfte gut ein.
Ich glaube, irgendwann willst du in die Konfrontation mit ihr. Das muss aber nicht jetzt sein, du hast genug Baustellen.
Zitat von NineN:
Das einzige mal wo ich mich erhoben habe, setzte es von meinem Vater eine Ohrfeige und meine Mutter hat regelmäßig meine persönlichen Dinge zerstört oder weggenommen.

Das ist gemein und es tut mir leid, dass du das erleben musstest. Kein Kind sollte das erleben.

x 2 #9294


E
Liebe Nine, nimm dir bitte die Worte deiner Mutter nicht so zu Herzen. Und ja, das ist so unglaublich schwer, denn es ist die eigene Mutter und man bleibt irgendwo immer das Kind.

Ich habe eine sehr schwierige Mutter in deren Augen man nur alles falsch machen kann. Sie lässt keine anderen Ansichten zu außer ihre eigene, ist sehr speziell, immer distanziert. Meine Kindheit war sehr unherzlich, es wurden immer viele Erwartungen an mich gestellt: ich musste brav, leise, ordentlich und vorallem die beste in der Schule sein. Und was habe ich alles dafür gegeben diesen Standart einzuhalten.
Es hat mich viel Zeit gekostet aber ich hatte auch das Glück die Weisheit einer wirklich tollen Boomer-Generations-Dame zu bekommen, die mir in meinem jungen Erwachsenenleben viel auf den Weg mitgegeben hat und mir dadurch enorm das Leben erleichterte. Der wirkliche Gamechanger war, als besagte Dame mir sagte, ich solle nicht versuchen zu erwarten oder zu erhoffen, dass meine Mutter wie andere Mütter sei, Verständnis haben könnte oder herzlicher wäre - ich sollte es mit einem Rollstuhlfahrer vergleichen von dem ich auch nicht erwarten würde einen Marathon zu laufen.

Vielleicht ist das sehr kurz gegriffen aber für mich war es ein wahres Augenöffnen. Das hat aber auch dazu geführt, dass ich mit meiner Mutter nur noch oberflächliche Themen bespreche. Wirklich über meine Sorgen, meine inneren Beweggründe, Gefühle und Gedanken kann ich nicht sprechen. Nicht in einer Tiefe in der ich verletzlich bin. Denn sie ist nicht in der Lage sich in mich hineinzuversetzen, hat ganz eigene Ansichten (sie hätte zu der Kinderbetreuung ähnliches gesagt) und überhaupt immer Recht.
Seitdem dies so ist, hat sich unser Verhältnis massiv verbessert. Ich fühle mich ihr trotz allem näher. Wir lachen viel, haben viel Kontakt miteinander. Es ist eine Augenhöhe entstanden die für uns beide funktioniert. Ich habe vielleicht keine Mutter wie andere, aber sie ist mir eine Freundin. Und mittlerweile hat sich durch ihr Alter auch wieder etwas gedreht und ich bin in die Fürsorgerolle geschlüpft (auch weil sie mittlerweile sehr krank geworden ist).

Was ich damit sagen will: wähle den Weg der für dich am erträglichsten ist. Wenn du es durchhälst, dass sie dir nicht die Antworten / die Reaktion / das Verständnis gibt (oder geben kann) welche du brauchst, dann erzähl ihr die Dinge weiter und mach stoisch dein Ding. Wenn nicht: erzähl es ihr erst wenns soweit ist (wenn überhaupt) und mach dein Ding. So oder so ist es leichter für das eigene Seelenleben wenn man nicht Reaktionen erwartet die sowieso sehr sehr wahrscheinlich nicht eintreffen werden.

Gilt übrigens auch für den VdK.

Du bist toll so wie du bist! Und dein Weg ist gut und richtig! Denn es ist dein Weg zu dir selbst, zu deinem eigenen Ich. Nicht dem ich-bin-super-angepasst-und-mach-es-immer-allen-recht-und-kompensier-alles-Ich.

#9295


S
Zitat von NineN:
War besser für mich ja. Das einzige mal wo ich mich erhoben habe, setzte es von meinem Vater eine Ohrfeige und meine Mutter hat regelmäßig meine persönlichen Dinge zerstört oder weggenommen. Eierschalenlaufen und immer die Stimmung abtasten.

Furchtbar. Mich wundert es ehrlich gesagt, dass du nach solchen Misshandlungen überhaupt noch Kontakt zu deinen Eltern hast. Insbesondere falls sie sich nie dafür entschuldigt haben und sich diesbezüglich immer noch im Recht sehen.

Dass deine Mutter allen Ernstes danach fragt, ob der VdK klarkommt und nicht danach, ob du klarkommst, würde mich an deiner Stelle zum Explodieren bringen. Auch dass sie offenbar null Verständnis für deine Wut hat. So verhält sich keine gute Mutter. Wenn ich deine Mutter wäre, würde ich nach dieser ganzen Geschichte mit dem VdK den Boden wischen, anstatt noch zu fragen, ob er klarkommt.

#9296


A


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