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Partner trennt sich in Schwangerschaft

Z
@NineN ich hatte mal eine Freundin. Die warpsychisch krank, was aber die ersten Jahre unsere tiefe Freundschaft nicht groß beeinträchtigt hat. Aber irgendwann spitzte sich das über Monate zu. Sie hat irgendwann auf nichts mehr reagiert, oder wenn, nur widerwillig, fast aggressiv. Irgendwann sind wir uns dann doch nochmal über den Weg gelaufen, wo wir hätten reden können. Ich wollte wissen, was los war. Keine Reaktion stand nur da und hat mich angestarrt. Ich war, da sich da sooo viel angestaut hatte, so aufgebracht und fix und fertig, dass ich auch laut wurde. Sie stand da. Dann sagte ich was, was völlig das Aus bedeutete und zum Ausdruck brachte, wie sehr mich das alles mitnimmt und verletzt. Sie: okay. Schönes Wochenende. Ich: genau das meine ich. Einfach eiskalt und ignorant. Sie:..., ich bin nur sachlich. Und ging.
Ich war irgendwas zwischen fassungslos, abgrundtief traurig ( wir hatten zuvor wirklich gute in Freundschaft verbundene und auch harte gemeinsam durchgestandene Zeiten) und komplett perplex. Und: sie war mal wieder die Überlegene, die ruhige, die schweigende, die über allem steht und sich einfach abwendet. Ich wirkte bestimmt wie eine Furie. Aber...ich kann wenigstens fühlen. Sie- und ich glaube, so trifft es auch auf deinen Ex zu, die beiden nicht. Wird einfach abgestreift. Ich hatte damals mehrfach das Gefühl, dass ich vor ihr in Flammen hätte aufgehen können, sie wäre auch dann gegangen. Und das ist definitiv nicht normal. Es ist ein Symptom.
Ich hab dann viel später noch 2xversucht, auf sehr empathische Art, kontakt herzustellen. Per WA. Nach treffen gefragt. Denn es war so viel unausgesprochen. Nix. Gelesen ja. Nie geantwortet. Auch da wieder: wie eine erneute Ohrfeige. Sie stark, ich schwach. Lacht sich vielleicht sogar noch ins Fäustchen, weil ich das überhaupt anbiete. Oder-sie findet keine Worte, schämt sich....wer weiß.

Lange her, entschuldige den Exkurs. Aber als Du eure Situation beschrieben hast und Deine Gefühle auf seine Ignoranz-ich wusste sofort wieder, wie man sich fühlt.

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Violettsloth
Zitat von NineN:
Das kann ich keinem erklären, dass ich ihm für nichts machen und eigentlich funktionierender Elternebene eine reinhauen möchte.

Doch doch, er macht nichts hört sich so harmlos an. Aber auch nichts machen, etwas weg ignorieren ist ja schon auch was machen. Ja das kann einen rasend machen. Ich hatte das während meine Ehe den Bach runterging. Habe mit meinem Exmann immer die Gespräche gesucht. Was er will, was er denkt, wie wir gedenken weiterzumachen? Und er hat mich einfach immer nur angeschaut. Alles was er gefragt hat war: Ja was willst du denn? Und nach dem Gespräch, eigentlich Monolog, tat er so, als wäre nichts gewesen. Oh ja, das ist schon auch Folter. Wenn für einen selbst nichts geklärt ist, der andere aber so tut, als wäre doch alles in bester Ordnung. Keine Ahnung, wie manche Leute mit dieser Dissonanz klarkommen.

x 6 #9407


A


Partner trennt sich in Schwangerschaft

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Wollie
Ich kenne das auch sehr gut, diese Menschen sind einfach nicht in der Lage, sich in Andere hereinzuversetzen geschweige denn zu merken, was sie mit ihrem Verhalten anrichten. Passiv aggressiv und im höchsten Maß einfach toxisch.

x 4 #9408


Wollie
Und der VdK gehört genau zu dieser Gruppe

x 1 #9409


Wollie
In seiner Welt ist ja alles in Ordnung, der sieht bis heute nicht, was er angerichtet hat und immer noch anrichtet. Er kann es nicht. Er hat diese Fähigkeit und empathische Intelligenz nicht.

x 3 #9410


sonntag_morgen
Zitat von Wollie:
In seiner Welt ist ja alles in Ordnung, der sieht bis heute nicht, was er angerichtet hat und immer noch anrichtet. Er kann es nicht. Er hat diese Fähigkeit und empathische Intelligenz nicht.

Vielleicht weiß er es auch und es ist ihm egal.

x 2 #9411


P
Oder er weiß es schon irgendwie und ist damit überfordert. Und Zack, schon wieder beim Thema dissoziieren.

Ich kenne diese Verzweiflung auch, die durch hartnäckiges verleugnen jeder menschlichen Reaktion aufkommt. Einer dieser Experten hatte dann noch den Rat parat "Nicht daran rütteln. Nur nicht daran rütteln!" Gemeint war, nichts ansprechen, laufen lassen, Schwamm drüber, die (= die anderen) beruhigen sich wieder.

Tatsächlich war dieser Rat für manche Situationen wirklich Gold wert gewesen. Zb als Frau damals unverheiratet schwanger wurde. Das war ein schlimmer Skandal inklusive mieser Behandlung der Umgebung. Es wurde klammheimlich geheiratet, weiter weg. Als das Kind dann da war und alle anstrahlte, da wurden Herzen erweicht und es renkte sich alles nach und nach ein. Das ging in dem Fall, weil ruhig geblieben wurde.

Dieser Rat, der auch eine Bitte als auch eine Forderung ist, ist in anderen Zusammenhängen aber genau Kontraproduktiv und bewirkt das Gegenteil des Gewünschten.

Und die Hoffnung als auch Forderung, daß man selber machen kann, was man will, und dies dann - immer - großzügig übergangen wird, während man selber die kleinsten Dinge beim anderen groß bis riesig macht, damit Schuldumkehr nicht angezweifelt wird, diese Diskrepanz hält kaum ein gesunder Mensch aus. (Oh, komplexer Satz. Geht das?)

x 2 #9412


W
Ich kenne das auch von einigen Menschen, die haben allerdings auch von kleinauf dieses Verhalten durch ihr Umfeld adaptiert oder selber als Strategie verinnerlicht. Als Gegenüber regelmäßig damit umgehen zu müssen, ist oft anstrengend, es wird einem keine Wahl gelassen, es ist ja keine Bereitschaft am tiefgreifenderen Dialog da. Ich hab es ebenso in näherem Umfeld und es ist bis heute nervig. Und der BWK kann durch dieses Verhalten seine gefühlte Überlegenheit bewahren.

x 2 #9413


sonntag_morgen
Zitat von Waterfall:
Ich kenne das auch von einigen Menschen, die haben allerdings auch von kleinauf dieses Verhalten durch ihr Umfeld adaptiert oder selber als Strategie verinnerlicht. Als Gegenüber regelmäßig damit umgehen zu müssen, ist oft anstrengend, es wird einem keine Wahl gelassen, es ist ja keine Bereitschaft am ...

Letztendlich behandelt der BWK @NineN durch dieses Verhalten so, wie auch schon ihre Eltern sie behandelt hatten - er ignoriert ihre Bedürfnisse, nimmt sie augenscheinlich nicht mal wahr (zumindest nicht im wahren Ausmaß), nimmt sie als Person nicht ernst und betrachtet sie als "zu emotional/zu viel". Kein Wunder, dass dadurch die Wut nur noch angestachelt wird.

x 7 #9414


Jane_1
Oh, mein Herz geht auf, wenn ich das alles lese. Du fühlst, du lebst!
Die Amazone erwacht.

Wir wissen nicht, wie sich eine Raupe fühlt, die zum Schmetterling wird. Vermutlich geht auch diese Verwandlung nicht ohne Schmerzen.

Ich habe letztes Jahr eine Situation erlebt, in der ich Angst und Wut erlebt habe und es irgendwie geschafft habe, dem Agressor gegenüber genau das auszusprechen, was ich gefühlt habe. Das hat dem anderen den Wind aus den Segeln genommen und für mich hat es sich sehr gut angefühlt, zu mir zu stehen, authentisch zu sein, die Gefühle zugelassen und gelebt zu haben und die Situation dadurch verändern zu haben.

Vielleicht kannst du dir das dem VdK gegenüber vorstellen?

x 5 #9415


NineN
Zitat von Perzet:
Ich kenne diese Verzweiflung auch, die durch hartnäckiges verleugnen jeder menschlichen Reaktion aufkommt.

Mein Vater war/ist auch so zu meiner Mutter gewesen. Sie hat geschrien, Dinge zerschlagen, Türscheiben gingen zu Bruch. Mein Vater blieb ruhig, reparierte am nächsten Tag die Tür und alles sah aus wie vorher. Dann schwieg er meistens und machte sein Ding. Den ganzen Groll meiner Mutter, die Wut, ihre Ohnmacht. Das bekam ich ab. Und weil mein Vater meiner Mutter ihre Wut ja nicht verbieten konnte, hat er es bei mir gemacht. Notfall hat er mir eine geknallt, wenn es ihm zu bunt wurde. Abtauchen war am Ende immer am besten.
Ich kann meine Mutter sehr gut verstehen, vielleicht hintert mich gerade das auch daran, wütend auf sie zu sein. Aber als sichere und vertrauenswürdige Person nehme ich sie trotzdem nur bedingt wahr. Ich habe Angst genau wie sie, meinen Groll und meinen Zorn an die Kinder weiterzugeben, so wie sie es bei mir tat. Ich brauche eine andere Strategie als sie. Schwierig, wenn man das nicht gelernt hat. Ich teste da noch für mich.
Meine Mutter hat mir in den letzten Monaten immer mehr über sie Beziehung zu meinem Vater erzählt. Ich kann nicht fassen, wie sehr es sich ähnelt. Meine größte Angst die ich je hatte ich wahrgeworden: ich habe das Leben meiner Mutter gewählt.

Aber mit dem Unterschied, dass ich ein soziales Umfeld habe, einen Job und der VdK sich angewendet hat. Sie hat mir schon mal gesagt, dass sie nie geglaubt hat, dass ich das alles so hinbekomme, nie wäre sie schwanger ausgezogen. Und das sie stolz ist, wie ich alles so hinbekomme und mir mein Leben neu aufbaue. Sie meinte für sie sei es leider nach 37 Jahren zu spät gewesen.

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Plague
Zitat von NineN:
Meine größte Angst die ich je hatte ich wahrgeworden: ich habe das Leben meiner Mutter gewählt.

Partnerwahl ist kein Zufall.
Wir suchen uns immer das, was wir schon kennen - auch im Negativen.

x 5 #9417


NineN
@Plague Ja. Am Anfang sah es nur gar nicht danach aus. Eher ganz im Gegenteil.
Hätte ich die Ehe seiner Eltern mal ernst genommen hätte ich gesehen, dass es sehr ähnlich zu meinen Eltern ist.

x 3 #9418


Plague
Zitat von NineN:
Am Anfang sah es nur gar nicht danach aus.

Die Anfangsphase ist leider nicht repräsentativ.
Das böse Erwachen kommt dann, wenn die rosarote Brille verblasst und der Illusionsvertrag gekündigt ist.
Manche empfinden es dann schon als kränkend, wenn Partner/in nicht so ist, wie man/frau es gerne gehabt hätte oder sich standhaft weigert, so zu werden.

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Femira
Zitat von NineN:
Meine größte Angst die ich je hatte ich wahrgeworden: ich habe das Leben meiner Mutter gewählt.

Super Post, super wichtige Erkenntnisse!

Wie ging es dir damit, dass deine Mutter äußert, dass sie stolz auf dich ist?

Was macht das, was sie dir erzählt, mit deiner Perspektive, dass deine Mama unberechenbar war?
Inwiefern kannst du innerlich deinen Papa mit in die Verantwortung deiner Kindheit nehmen?

Gibt es einen Teil in dir, der froh ist, dass du das Leben deiner Mutter nicht wiederholen musst?

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A


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