Zitat von Perzet: Aber zu erleben, daß sich Papa schützend dazwischen wirft, ist auch nicht zu unterschätzen. Wie viele Menschen wünschten sich, daß ihnen damals jemand geholfen hätte und sich für sie eingesetzt hätte.
Da hast du Recht. Und für den Einsatz hat er auch meinen Respekt und ich hab ihm auch gesagt, dass ich das gut fand. Meine Tochter hat dann wohl zu ihm sinngemäß gesagt:"Der Opa hat geschubst aber der Papa hat gekuschelt."
Zitat von Perzet: ansonsten bleibe ich bei meiner Frage, wie es D i r geht. Jetzt, wo Du drüber schlafen konntest. Bist Du wieder zurück? Hast Du noch Kraft von der Fahrt, die Du nutzen kannst?
Also das Heimweh nach ihm und der Familie das ist ja noch da. Schon sehr
lange. Und es fällt mir schwer genau das nicht mehr zu fühlen. Aber diese sechs Tage alleine haben mir auch viel gezeigt:
- ich liebe meine Tochter mehr als meinen Sohn. Aber tatsächlich weniger wegen der Umstände als wegen der Tatsache, dass er ein Junge ist. Wie ich das löse weiß ich noch nicht. Ich glaube da ist irgendwas noch vergraben bei mir, was ich mir nochmal anschauen muss.
- die Bindung ist trotzdem da. Der Urlaub hat aber mal Mühlsteine runtergenommen, so dass ich mich wirklich richtig doll gefreut habe beide wieder zu sehen und mein Herz da wirklich aufgegangen ist.
- aber auch heute habe ich schon noch Mitleid mit dem VdK und das einzige was mich zurückhält ist mein Verstand, weil gefühlsmäßig würde ich wieder voll reingehen. Mein Herz bleibt ein Schaf.
Ich kann seine Probleme nicht lösen, und ich hab mich selbst im Urlaub dabei erwischt wie ich dachte, dass ich meine Wichtigkeit verliere, wenn der VdK wirklich richtig selbstständig wird. Das in dem Moment so klar zu sehen war schon seltsam und war kein gutes Gefühl. Eher ein Schuldgefühl, weil ich mich damit ja auch auf eine andere Art über ihn erhoben habe.
- ich brauche eine Woche Urlaub ihm Jahr ohne Kinder. Da kann der freiheitsliebende Anteil in mir aufatmen und sich austoben. Das ist für mein Autonomie extrem wichtig.
Ein Freund schrieb mir im Urlaub, ich soll mal lieber auf den Datingmarkt gehen und nicht zu lange Pause machen. Sonst wird man seltsam, eigenbrötlerisch alleine und es wird ja auch nicht leichter wenn man älter wird und dann wird man auch zu kompromisslos. Im ersten Moment hatte ich Panik, weil es ja genau den Punkt berührt, vor dem ich Angst habe: das da nie wieder jemand kommt.
Dann dachte ich, dass diese Angst scheinbar noch mehr teilen.
Für mich habe ich aber jetzt entschieden, dass ich den Fokus erstmal auf meinen Themen lasse. Jemand Neues würde mich da gerade nur ablenken, dann komme ich nie bei mir an.
Die Energie aus dem Urlaub hat mir gezeigt, dass es nicht die fehlende Liebe oder Bindung zu den Kindern ist die fehlt, sondern die Überlastung die es so unendlich schwer macht. Und das es vermutlich leichter wird, wenn der Kleine dann in die Kita geht. Das sind jetzt noch 2,5 Monate die ich durchhalten muss. Und die sind ja aber im Sommer. So kann ich viele Dinge mit ihm machen, die mir ohnehin auch viel Spaß machen.
Also die Pause war schon gut und der Vorfall mit dem Opa war direkt eine Probe, ob ich schwach werde.