Zitat von sonntag_morgen: Aber im Ernst: Du musst nicht drauf eingehen. Einfach nichts drauf erwidern was über "jaja" hinaus geht.
Das stimmt auf jeden Fall. Bin wieder über das Stöckchen gesprungen.
Der Urlaub hat mich echt etwas aus der Bahn geworfen. Positiv wie negativ. Aber es war auch der erste alleine nach der Trennung. Da kam doch noch mal was hoch, was mich etwas besänftigt und weicher gemacht hat. Was ja an und für sich nicht schlecht ist, aber eben auch ihm gegenüber. Und das war nicht gut. Gut, die Erfahrung hab ich jetzt auch gemacht.
Zitat von sonntag_morgen: Haushalte, vermutlich trennt er den Müll auch nicht richtig bevor er ihn auf dem Balkon deponiert)
Doch, das tut er. Da ist er echt hinterher.
Zitat von Stella31: Also tritt für dich ein!
Wenn du denkst, dass du noch Begleitung brauchst, dann sprich das an. Ich finde übrigens auch, dass das ein eh sehr kurzer Zeitraum ist, für so viele schwerwiegende Probleme, die du hast (Kindheit, Elternhaus und BWK)
Naja, es ist ja nicht eine normale Praxis mit Therapeuten. Es ist die peripartale Ambulanz an der Uniklinik. Da geht es ja rund um Geburt, Schwangerschaft und Bindung zum Kind. Meine Themen gehören da eigentlich gar nicht so hin. Aktuell kann ich noch dort sein, weil ich ja mit dem Kleinen noch ein bisschen Probleme habe. Das ist der Grund, weshalb meine Therapeutin das bisher noch bei der Oberärztin rechtfertigen konnte. Einmal im Quartal muss ich auch ins Gespräch zu ihr und da hat sie das auch schon angekündigt. Ich bin eine von den Patienten, die wirklich oft da sind und auch jetzt schon lange. Das scheint da sonst nicht so üblich zu sein. Sie haben mir auch gesagt, dass ich mir halt meine Kontakte um mich herum aufbauen muss. Das stimmt natürlich. Trotzdem isoliert die Elternzeit ja auch sehr. Würde ich arbeiten gehen, wäre ich auch viel weniger alleine. Das ist das unfaire, der VdK muss mit der großen Einsamkeit ja gar nicht klarkommen, obwohl er aie selbst damals in seiner Elternzeit erleben durfte. Ich möchte das System auch nicht überstrapazieren und es fällt mir schwer an der Stelle zu sagen was ich möchte. Die Angst vor Ablehnung und Verlust ist halt schon recht groß.
Zitat von Heffalump: Du hättest weiter gemacht, immer und immer wieder. Du hättest zwar auch alle Fehler bei dir gesucht, aber so locker flockig Frau und Kinder an die Wand stellen, wäre dir nie eingefallen
Und das wäre vermutlich auch nicht gut gewesen.
Zitat von Akelei76: Darf ich dich was fragen?
Was geht da in dir vor, wenn du nach all dem, was er dir zugemutet hat, wie er sich ausgedrückt hat etc. loszugehen und ihn so anzusprechen?
Das würde mich ehrlich interessieren. Das liegt so außerhalb meiner Vorstellungskraft und ich würde (nicht muss) das gerne verstehen.
Puh, das ist ziemlich schwierig, weil das auch in meinem Umfeld kaum jemand nachvollziehen kann. Ich versuche es mal, bin mir aber ehrlich gesagt selbst manchmal gar nicht so sicher was mich immer antreibt. Es ist manchmal unterschiedlich.
Zuerst einmal bin ich ein Mensch, der sich der tief bindet und diese Person sehr schnell zum eigenen Lebensmittelpunkt macht. Bricht der weg, ist das halt absolut Existenzgefährdend. Es fühlt sich nicht nur an wie der Partner, sondern auch wie ein Stück eigene Identität. Dann ist da auch sie Zugehörigkeit die da fehlt.
Ich weiß es besser, ganz klar. Aber manchmal ist es Mitleid, Sehnsucht, die noch bestehende Bindung die mich immer mal wieder zurückwirft. Und manchmal auch die Wut, die mich dazu antreibt ihn wieder zu kontaktieren. Ein Drang oder Impuls, der sehr stark ist. Stärker als der Kopf. Und manchmal auch die Trauer, dass es doch nicht wirklich wahr ist, dass doch irgendwie aich etwas echtes dagewesen sein muss, dass ich nicht nur nützlich war. Es ist schwierig, wenn man sich selbst nicht stabil dieses Gefühl geben kann gesehen zu werden, sondern es bei dem Menschen sucht, der alles für einen ist. Und ich weiß, das es etwas ist, was kaum ein Partner erfüllen kann, das es viele mehr aus mir selbst herauskommen müsste. Das wird mir keiner gebe können und würde auch in eine neuen Beziehung sicher irgendwann zu einem Problem werden. Wobei ich auch ehrlich nicht weiß wie es mit jemanden wäre, wo ich das Gefühl hab, ich bin willkommen und da mag mich jemand, ist mir wohlgesonnen und behandelt mich gut. Kann gut sein, dass mir das tatsächlich reicht. Ich müsste das, was ich jetzt weiß halt mal praktisch anwenden können. ^^°
Ich hoffe, das beantwortet deine Frage erstmal ausreichend.