@Maccie
Zunächst, PAS ist juristisch umstritten, wird heutzutage auch eher als parental accusation syndrome bezeichnet. Der Grundsatz ist schon richtig, insbesondere bei kleineren Kindern, die noch sehr instinktiv handeln, gibt es eine Solidarisierung mit dem hauptbetreuenden Elternteil. Das hat die Natur so eingerichtet, weil kleine Kinder auf die Betreuung zum Überleben angewiesen sind.
Dies kann bewusst und unbewusst vom betreuenden Elternteil ausgenutzt werden und führt zu sehr nachteiligen Konsequenzen für die Kinder im späteren Erwachsenenleben.
Dass sich Kinder mit dem einen oder anderen Elternteil nach Trennung solidarisieren kann aber auch andere Gründe haben. In jedem Fall aber liegt dies zumeist am Verhalten der Eltern.
Dennoch wäre ich hier für Zurückhaltung im Hinblick auf die Unterstellung PAS
Zum Inhalt: Auffällig finde ich, wie du automatisch in die Verteidigung gehst, bei allem, was das JA Dir mitgeteilt hat, dass die Kinder gesagt haben.
Statt das mal so hinzunehmen, werden Begründungen, ja aber Argumente etc brauchbar gemacht.
Auch wenn das schreibst zu sehen, aber auch das kann dem Kindeswohl schaden.
Eine Aufweichung der Fronten wird sich nicht dadurch erreichen lassen, dass auch du bei deiner Einschätzung bleibst.
Was ich mich frage, wäre es möglich, dass neben dem sehr natürlichen Wünsch als Vater Umgang mit deinen Kindern zu haben, vielleicht auch auf deiner Seite andere weniger altruistische Motive stehen?
Eure Trennung würde von deinem Versuch bestimmte Neigungen auszuleben veranlasst. Das ist immer ein hochgradig emotionales Thema.
Wenn ich das richtig gelesen habe, gab es am Anfang Eurer Paarbindung den Versuch, dies gemeinschaftlich auszuleben, welcher dann aber nicht weiter verfolgt wurde.
Genau an der Stelle ließe sich aber schon mal fragen, warum nicht. Wenn mein Partner auf Gummistiefel beim Akt steht,dannnehme ich das ernst und kommuniziere, dass ich diese Vorliebe nicht teile.
Wenn ich auf Gummistiefel stehe und sehr, dass mein Partner da wenig bis gar keinen Gefallen dran findet, dann gehe ich nicht einfach davon aus, dass sich das schon einrenken wird.
Natürlich lässt sich jetzt die Frage stellen, was dies mit deinen Kindern zu tun hat.
Ich könnte mir vorstellen eine Menge.
Zunächst trägt ihr nämlich beide, die Schuldfrage, warum ihr das damals nicht geklärt habt, mit euch herum und schiebt sie dem jeweiligen anderen in die Schuhe.
Darüber hinaus ist eine Neigung oder Vorliebe (wenn auch nicht illegal) so doch zumeist extrem mit Scham belastet.
Dies kann durch eine christliche bzw religionsausübende Umgebung deutlich verstärkt werden.
Die meisten Religionen sind ja zum einen eher lus-t-feindlich unterwegs und arbeiten allgemein ganz gern mit Scham.
Deine Vorliebe mag nicht einziger Grund für euer Scheitern gewesen (ich finde die Psychologin hat da durchaus einen spannenden Ansatz mit der Depressionsthese) aber war Anlass. Wenn deine Frau eher wenige mit dieser Vorliebe anfangen konnte, könnte sich auch bei ihr Scham, mein Mann will so etwas, und Ekel einstellen.
Wenn ich Scham und Ekel verspüre, Ware ich auch nicht gewillt, mit dem vermeintlichen Verursacher zu reden. Vorallem dann nicht, wenn ich damit zugleich eine wunderbare Begründung gefunden hatte, warum der andere meine schöne Familie kaputt gemacht hat.
All das ist natürlich nur eine Möglichkeit. Hinzu kommt, dass du die Empfindungen deiner Ex nicht beeinflussen kannst.
Deine aber schon.
Ist es ausgeschlossen, dass dein absolutes Bemühen um Umgang, nicht auch etwas damit zu tun haben könnte, wieder eine Normalität herzustellen, etwas gut zu machen, die eher mit dir und fehlender Akzeptanz deiner selbst zu tun haben?
Aka wenn die Kinder einen geregelten Umgang mit mir haben, sind wir einfach nur getrennt, ich bekomme Gelegenheit wieder gut zu machen, dass (hier einsetzten, was das Gefühl) wäre.
Warum das alles?
Deine Kinder mit 13 und 16 sind schon recht verständige größere Menschen. Denen kann man natürlich noch das eine oder andere einreden, aber die nehmen auch unterschwellig extrem viel wahr.
Vorallem aber wäre ich sehr dafür, dass wenigstens du sie als das behandelst, was sie sind, bald erwachsene.
Daher würde ich ihren Worten übers JA mitgeteilt nicht mit Verteidigung begegnen, sondern mit authentischem Interesse.
Hier zwei praktische Punkte:
Eventpapa. Es kann natürlich sein, dass deine Ex da nebelbomben wirft aus Frust weil es früher wenig Aktion von Dir gab oder es eben auch hart ist, den täglichen Erzieher zu geben und am Ende Wochenende noch für große Bespaßung zu sorgen.
Was aber, wenn die Kids dich eben jetzt anders wahrnehmen. Dein Argument du hättest sie ja auch dort und da hingefahren und Mittagessen gekocht, ist aus kindersicher doof. Kinder sind kleine Egoisten, dürfen die, Mittagessen, herumfahren nehmen selbstverständlich und nicht als quality time wahr.
Vielleicht kam die Ansage nciht von der Mutter sonder eben ist etwas, was sie so empfinden.
Dass du so viel fragst: also das finde ich ernst zu nehmend. Ich würd nicht fragen, was sie letztes Wochenende gemacht haben oder wie es in der Schule läuft.
Ich würd fragen, ob Frau xyz (Lehrerin) noch immer so doof/cool ist und was sie gerade in Bio oder deutsch machen.
Oder wie es der Jule (beste Freundin) geht. Oder welches Handy sie Dir empfehlen würden, weil du ein neues brauchst.
Und wichtig, du brauchst selbst etwas zu erzählen. Wenn der Papa auch mal alleine letztes Wochenende was ganz cooles gemacht hat, dann erzählt man vielleicht von ganz allein, was man selbst langweiliges oder aufregendes gemacht hat.
Fazit: schau dir mal diese Scham-Nummer an. Jedes Kind der Welt kann zwischen echtem Interesse und anderen Motiven unterscheiden und Umgang einzufordern, damit man sich selbst besser die Trennung vergeben kann, ist ein extrem verständliches aber total kontraproduktives Motiv.
Dass die Kids im Moment so sind wie sie sind, kann an deiner Ex liegen, kann aber natürlich auch daran liegen, dass sie sauer auf euch beide sind und es nun mal leichter ist auf den Teil sauer zu sein, den man als den stärkeren wahrnimmt (meist Männer) oder bei dem man nicht Vollzeit wohnt.
Kinder können aus sich selbst heraus auch ziemlich unfair sein, nur dürfen die das
Viel Glück für dich.