Zitat von alleswirdbesser:Ich weiß nicht, ob ich das erklären kann. Diese Einstellung hatte ich nicht, ich war davon überzeugt, dass ich mit meinem Mann alt werde. Wir waren 18 Jahre zusammen und Kinder mit ihm habe ich erst bekommen, als ich mir in ihm ganz sicher war, dass das für immer hält usw. Da hat meine Erfahrung mit meinem ...
Das kann ich gut nachvollziehen.
Bei mir lief auch vieles anders (aber nicht unbedingt schlechter) als ich
es mir in meinen zwanzigern vorgestellt habe.
Vielleicht bin ich auch einfach geprägt durch die Beobachtungen der letzten
Jahre, die ich mache. Dass es anscheinend fast zur Regel wird, dass Familien
zerbrechen (wenn ich zB an die Schuldfreunde der Kinder meines Ex denke,
da hörte man dauernd, welche Familie jetzt wieder auseinanderfliegt, es gab
nur Scheidungspaare in der Strasse...).
Und da ist es verständlich, dass man irgendwann vielleicht sagt, okay,
Beziehung ist nicht mehr Priorität, aber die kinder bleiben.
Trotzdem frage ich mich manchmal, was die Henne ist und was das Ei.
Wenn ich an meine Nachbarn denke, als die Kinder da waren, habe ich sie
NIE! mehr gesehen, wie sie als Paar was zusammen gemacht haben.
Sie hockte immer auf den Kindern. Er war immer Geld verdienen.
Hat natürlich nicht gehalten.
Und die Kinder haben hinterher den Schaden und werden grad übel
ausgespielt von den Eltern. Da wäre es doch besser gewesen, vorher mal
die Paarebene zu pflegen, durch regelmäßige Gespräche oder einen
Paarurlaub etc...auch wenn die Kids vielleicht dann mal sich alleine beschäftigen
müssen oder bei Oma sind.
Und in diesem Zusammenhang höre ich dann oft von den AEs: naja,
hauptsache ich hab meine Kinder. Partnerschaft? Schwierig. Nervig. Egal.
Und finde schade, dass das dann so vorgelebt wird.
Ich glaube mich zu erinnern, dass Du schriebst, dass Du Dich sehr schnell
auf ein ungesundes Patchwork eingelassen hast, und es nachher bedauert,
weil es nicht hielt.
Das ist natürlich blöd für die Kids, wenn sowas passiert.
Trotzdem glaube ich, eine glückliche, stabile Beziehung, ob Patchwork
oder die Eltern, ist das grösste Geschenk an die Kinder.
Und dass man dafür ruhig auch einstehen und investieren darf.
Weil man ist ja auch Rolemodel dafür, wie sie später Beziehung leben.