Zitat von Alena-52:sofern ich wirklich authentisch bin und authentisch bin ich, wenn ich mir bewusst bin was ich tue
Das sehe ich anders. Man kann auch authentisch sein ohne alles bis ins kleinste Detail aufzudröseln. Ich würde sogar sagen, dass impulsiv gesteuerte Taten sehr authentisch sind, da sie direkt aus einem selbst kommen und nicht durch vorheriges Abwägen von Pros und Kontras manipuliert wurden.
Du würdest einem Kind ja z.B. auch nicht unterstellen, unauthentisch zu sein - wohl eher das Gegenteil. Und das Kind reflektiert überhaupt nicht bewusst.
Zitat von Alena-52:und die verantwortung für mich übernehmen kann
Die Verantwortung trägt man aber nur für sich selbst. Nicht für den anderen, der sich in dich verliebt. Man hat eine gewisse Verantwortung dafür, wie man in Wechselwirkung mit der Welt tritt. Allerdings gibt es dafür keine Garantien. Der Grad ist sehr schmal zwischen "Verantwortung übernehmen" und "Selber schuld sein". Wenn du so argumentierst, dass du auf jeden Fall die Verantwortung dafür trägst (mit deinem Verhalten oder deinem Aussehen), dass jemand sich in dich verliebt, dann wäre das die gleiche Argumentation sämtlicher Vergewaltiger, die über ihr Opfer sagen "Die hat es doch gewollt und eindeutige Signale gegeben, sonst hätte die sich nicht so nuttig angezogen".
Du hast nur bedingt Einfluss darauf, wie die Welt dich wahrnimmt. Es gibt keine Sicherheiten und keine Garantien. Du kannst bestimmte Tendenzen schaffen, aber es gibt immer einen Teil, dem diese Tendenzen egal sind, oder die diese Tendenzen, die andere wegstoßen, erst recht ansprechen.
[quote"Alena-52"] hier ist es doch so, dass ihr vieles wohl nicht so bewusst war, z.b. das ihr partner sich sehr verletzt fühlte, sie ihn links liegen lies und sich mehr dem anderen zuwendete und der andere sich hoffnung auf mehr machte[/quote]
Ich gebe dir recht, dass sie sich dessen nicht bewusst war. Aber ob bewusst oder nicht hat keinen Einfluss auf ihren Standpunkt. Wenn sie PT liebt und darin ruht, gibt und gab es nie eine Gefahr für die Beziehung, die von diesem Arbeitskollegen ausgeht. Ein Gespräch mit ihr über diese Dinge macht die Sache für sie bewusster, aber letztendlich ändert sich damit nicht ihr Standpunkt zu den Dingen, denn wenn sie fest steht, dann bleibt sie dort stehen - der einzige Unterschied ist nur, dass sie dann weiss, auf was sie steht. Das einzige Dilemma an der Geschichte sehe ich nicht in dem dem Arbeitskollegen, sondern allein in der Verletzung von PT - und dagegen kann man was tun, nämlich miteinander sprechen und vertrauen.