Zitat von Ameela: Weil ich halt hoffe, er wacht auf und erkennt, dass es mit uns doch funktionieren würde. Das Problem ist meine Ambivalenz zwischen Herz und Verstand. Denn natürlich weiß ich, dass das völlig dumm von mir ist.
Ja, ja, die liebe dumme Hoffnung, die kenne ich auch. Wenn ich nur genug Geduld mit ihm und SEINEN Problemen (denn meine ware für ihn eher unwichtig) habe, wenn ich nur genügend Verständnis für ihn aufbringe (denn er kann nichts dafür und er ist ein Opfer seiner Erziehung) dann werde ich belohnt. Und dann, eines fernen Tages, werde ich die Früchte meiner Aufopferung und Nachsicht ernten.
Nein, ich wurde nicht belohnt. Und bin heute froh darüber denn was hätte ich mit so einem Mann wie ihm denn gewollt? Den Rest meines Lebens Ersatztherapeutin für SEINE wechselnden Befindlichkeiten spielen?
Und ja, auch ich klammerte mich an das Prinzip Hoffnung, weil mir der Verlust dieses so einzigartigen Mannes unvorstellbar erschien. Und so litt ich weiter ... bis ich dann abgeschrieben war. Und wenige Monate später hatte er die Nächste am Start (sie spielte vermutlich schon vorher eine Rolle, aber ich war zu blöd das zu erkennen), während ich immer noch unter den Verlust litt.
Kaum zu glauben, dass ich jemals von diesem Mann wegkommen würde. Ich würde ihn ewig lieben, halt dann unglücklich, davon war ich überzeugt.
Die Ablösung war nicht einfach und langwierig aber letztendes doch gut machbar.
Und irgendwann ging mir dann ein Kronleuchter auf. Dass dieser Mann mir unendlich viel Energie abgezogen hatte und dass ich wohl süchtig auf dieses ewige Auf und Ab in der Beziehung war. Ich staunte wie ruhig sich irgendwann mein Leben anfühlte ohne diese ständigen Stressfaktoren. Und das alles wegen eines Mann wie ihm?
Heute verstehe ich es nicht mehr warum ich mich so verstiegen hatte. Es war klar, dass er nie der Mann sein würde, der zu mir stehen würde und in dem ich eine Stütze finden würde, wenn ich sie mal brauchen würde. Der war ja zu viel mit sich selbst beschäftigt.Er war das Zentrum seines Universums und alles andere um ihn rum waren nur Trabanten die ihm aber nicht zu nahe kommen sollten. Ich hatte diese Grenze leider überschritten.
Das Gute ist, dass man aus solchen Beziehungen unglaublich viel lernen kann, vor allem über sich selbst ...Wäre er nicht gewesen, wäre ich immer noch immer so dumm und verblendet und würde der Hoffnung aufsitzen, dass ein Mann meine Probleme lösen können würde. Nein, meine Probleme sind meine und die lade ich keinem anderen auf. Und meine Lebensfreude ist auch meine und die ist für mich selbst und ich lasse sie mir nicht mehr kaputt machen. Am allerwenigsten von einem Mann.
Ich habe einen Mann, ich bin sogar verheiratet und er ist ein guter Mann, aber dennoch, wenn ich mich nicht selbst um mich und mein Wohlergeben kümmere, tut es keiner.
Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, aber zu wenige wissen, was Selbstverantwortung bedeutet. Dass man seine Probleme nicht zu denen von anderen macht, denn dann nassauert man. Und dieser Mann da von Dir tut genau das.
Soll er halt eine Therapie machen, wenn ihm seine über Jahre praktizierten Verdrängungsmechanismen nun auf die Füße fallen. Wünsch ihm alles Gute dafür, aber lass diese Rolle der entsagenden Betreuerin und Auffangstelle für Vögel mit gebrochenen Flügeln hinter Dir. Du hast mehr verdient, aber auch das muss man erst Mal erkennen