Zitat von CocosPool: Obwohl ich schon lange hier mitlese, mir unzählige Themen zu Gemüte geführt habe, ist dein Thema und deine virtuelle Person einen von denen die mir am nahesten gekommen sind. Danke das du nochmal hier geschrieben hast, deine Worte haben mich berührt.
Und du bist von einer Person die hier damals um Beistand gebeten hat zu einer geworden die selbst Beistand geleistet hat. Das Forum ist ein wunderbarer Ort und ich möchte an dieser Stelle auch den vielen anderen Mitgliedern danken, die mich mit ihren Beiträgen weit nach vorne gebracht haben, ich habe fürs Leben gelernt, ja das mag pathetisch klingen, aber es ist wahr.
Drück euch alle !
Vielen lieben Dank für die ganz netten Worte! Wirklich danke!
Ja, tatsächlich ist das auch eine Seite die ich an mir widerentdeckt habe. Dass es mir Freude bereitet anderen Menschen zu helfen, es wenigstens zu versuchen, Erfahrungen zu teilen. Kann ich also nur alles unterschreiben und spiegeln was du geschrieben hast!
Zitat von E-Claire: Ich hoffe, daß obiges stimmt.
Zitat von E-Claire: Klingt nicht so ganz danach, als wäre es Dir wirklich egal, no shame in your game, aber es scheint noch immer so ein bissl so, als würdest Du das Spiel, was keiner nach Trennung spielt, gewinnen wollen.
Ich bin ganz ehrlich: Ich musste gerade sehr lachen, weil es super die Ambivalenz des Forums hier wiederspiegelt, die ich ja auch in den letzten Monaten vor allem hier im Thread kennlernen durfte.
Ich mein: Ich schreibe einen Text mit 2173 von Wörtern (ja, ich habe nachgezählt) und das einzige worauf du dich beziehst und was dir ein Beitrag wert ist, sind die zwei Aussagen in denen meine Ex vorkommen – und dann schreibst du einfach „glaube ich nicht“

Ich bin ehrlich, im letzten Sommer hätte mich das getroffen, weil es mir wirklich nicht in den Kopf möchte was man damit erreichen möchte, oder davon hat.
Aber da ich ja an das Gute glauben möchte, kann es auch sein, dass es einfach ein Missverständnis ist. Mein „Das werde ich nie verzeihen“ bezieht sich ja (, wie eigentlich beschrieben) nicht auf die Trennung, nicht darauf, dass meine Ex nun ihr Leben lebt (wie immer das aussehen mag usw.) oder dergleichen, weil mir das (wie auch mehrfach erwähnt mittlerweile wirklich) egal ist – sondern das bezieht sich darauf, dass sie mir wissentlich Geld und Sachen gestohlen hat.
Mehr als es niederschreiben kann ich nicht. Wer es dann umdeuten will, kann das tun. Aber damit habe ich dann nichts mehr zu tun.
Es wäre ein leichtes für sie damals gewesen das nicht zu tun und es wäre ein leichtes für sie selbst heute das zu klären. Sie könnte mir z.B. einfach jetzt sofort kommentarlos mein Geld überweisen. Würde sie keine 10 Sekunden kosten. Und Geld hat sie genug, das wäre auch nicht das Ding. Es wäre "das Richtige". (Ich bin nicht mehr auf das Geld angewiesen, es geht um das für was es steht. Vor allem nach den 20 Jahren die wir uns kannten und ich ihr niemals (!) irgendwas böses getan habe.). Das meinte ich damit. Von mir aus zum besseren Verständnis: Stell dir vor du ziehst aus eine WG aus, weil deine Mitbewohnerin das so möchte und die gleiche Mitbewohnerin leert vorher dein Potmaine und klaut dir 20 Bücher und 10 Blu Rays - und du kommst halt einfach nicht mehr ran an deine Sachen. Natürlich wäre das nicht das Ende deines Lebens – aber du würdest es nicht vergessen, weil es einfach eine Gemeinheit ist. Darum ging es.
Nicht böse gemeint, aber noch klarer kann ich es nicht beschreiben.
Auch wenn es hart klingt, so soll es aber nicht gemeint sein, was ich auch gelernt habe: Es ist am Ende ja völlig egal was andere Denken und sich, warum auch immer, herumdrehen – wichtig ist ja, dass ich in den Spiegel schauen kann und ja weiß was ist und was war. Darauf kommt es an.
Es war mega schwer, aber ich gehe erhobenen Hauptes aus der ganzen Nummer raus und damit ist sie dann für mich abgeschlossen. Auch ich habe Fehler gemacht, klar. Natürlich gibt es Nachwehen, das ist doch auch normal.
Aber ich will nichts "gewinnen" oder "verlieren" - ich will einfach nur weg und mein eigenes Leben leben. Genau darauf habe ich Lust wie vermutlich noch nie zuvor.
Ich spüre selbst heute schon wie sich alles ändert. Kein Witz: Neulich hatte ich den Vorname meiner Ex vergessen und musste 5 Min darüber nachdenken eh ich drauf kam, wirklich wahr! (Genau deshalb muss ich immer so schmunzeln bei Aussagen wie "Du denkst noch immer an sie!").
Was übrigens nicht heißt, dass ich es jemals hinnehmen oder atzeptieren werde, dass sich mir ein anderer Menschen gegenüber respektlos verhält. Das würde ich übrigens auch jedem anderen Menschen raten.
So einfach eigentlich.
Ich danke dir natürlich dennoch und wünsche dir alles Gute!
Zitat von Femira: Mich würde interessieren, was in dir nun alles anders ist. Es klingt in deinem Beitrag schon an, aber ist noch sehr im Außen. Beispielsweise dass es dir beruflich besser geht, ist ja im Außen.
Du schreibst, du bist wieder der Alte. Ich schrieb schon einmal, dass ich das nicht glaube. Ich glaube, du hast dich weiter entwickelt. Diese Beziehung und vor allem die Trennung hat dich geprägt. Was ist in deinem Innen nun anders?
Zitat von DieSeherin: genau das glaube ich auch du bist gewachsen, ein bisschen der alte geblieben und der neue geworden!
Ja, sehr guter Hinweis!
Das war tatsächlich etwas fehlerhaft formuliert von mir. Es trifft wohl beides zu: Außen und Innen.
Im Äußeren ist es das aufgezählt. Das fängt wohl natürlich mit der Wohnung als erstes an. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich hatte damals hier echt den Sechser im Lotto gezogen. Ich kenne so viele Leute die hier in der Stadt genauso eine Wohnung suchen und die meistens erst nach 1-2 Jahren für fast das doppelte an Miete finden. Bei mir dauerte es damals kaum 6 Wochen. Das ist mir damals im ganzen menschlichen Theater gar nicht so klargeworden wie besonders das ist.
Hinzu kommt der Start. Also ich habe ja wirklich gehaust wie ein Hausbesetzer mit Matratze und Campingstuhl. Aber das hat sich entwickelt. Ich habe z.B. im Sommer das Balkon Gärtnern für mich entdeckt und da auch ordentlich Geld reingehauen,

Etwas was vorher in 35 Jahren niemals mein Ding war (da gingen sogar die Kakteen ein) – und diesmal hatte ich einen grün überwucherten Balkon. Die 70 Jährige Nachbarin von nebenan hat sich sehr positiv über meine Tomatenpflanzen geäußert, haha.
Ja, ansonsten viele was Beruf angeht, aber auch da ist es erst der Anfang und wird noch gut weitergehen. Einfach entspannt zu wissen: Tiefer als es jetzt ist kann es gar nicht gehen – und gerade ist es sehr entspannt. Also das gibt halt Ruhe nach der krassen Zeit Ende letzten Jahres, in der ich zum Beispiel einmal Pfand wegbringen musste, damit ich Brot und Käse kaufen kann wovon ich mich dann zwei Tage ernährt habe.
Hinzu kommen noch so Sachen, dass ich vieles angegangen habe was ich ewig nicht getan habe. Sei es aufgeschobene Termine oder ähnliches. Auch habe ich den Kontakt zu sehr vielen alten Freunden wiederaufgenommen, also Menschen, die ich seit 10, 15 Jahren nicht gesehen habe. So erwachsene Sachen halt. Erst heute war ich bei einer ärztlichen Rundumuntersuchung (Blut, Ultraschall usw.) und stelle sich heraus: alles perfekt.
Das Leben hat halt mehr Struktur bekommen. Und das fühlt sich gut an.
Zum Inneren ist es etwas komplizierter. Ja, die Formulierung „der Alte werden“ war dahingehend falsch, weil das ja ausschließen würde, dass man etwas lernt. Das meint ich nicht.
Ich meinte damit eher eine Mischung von zwei Sachen. Einerseits fühlte ich mich gegen Ende der Beziehung und vor allem nach der Trennung komplett verloren. Ich lebte ein Leben das ich nicht wollte. (Ein weiterer Grund warum ich über die Trennung sehr glücklich bin mittlerweile.). Das war halt nicht ich. Ich machte Dinge, die mir nicht gefielen. Und das völlig selbstverständlich. Ich war nicht ich.
Aber ich kann mich ja erinnern wie ich vor der Trennung war und das war die Phase meines Lebens in der es mir insgesamt gesehen am besten ging – weil ich eben zu mir gefunden hatte. Und mir das ganz nebenbei meine Umwelt auch spiegelte, dass ich ganz okay bin. Das meinte ich damit eher.
Ich glaube viele kommen aus einer Trennung raus, vor allem nach so langer Zeit und wissen nicht mehr wer sie sind ohne die Beziehung – und dann leiden sie. Ich wusste recht schnell wer ich mal war und das gefiel mir und da wollte/will ich wieder hin. Das meinte ich damit.
Andererseits ist es aber auch die Trennung als Zäsur zu sehen. Ich bin zum Beispiel wieder in Therapie und meinte zu Beginn, dass ich weniger über das Heute sprechen möchte und viel mehr verstehen möchte warum vieles so ist wie es ist. Also wo das herkommt. Sei es Kindheit oder sonst was – und ich hatte schon zwei Sitzungen, die mega krass waren. Auch in meiner Freizeit beschäftige ich mich damit weiter (Stichwort Trauma) und das tut einfach gut.
Früher waren Trennungen so: Man trennt sich, ist traurig…dann geht es weiter.
Aber diesmal ist es wie ein Pflock im Lebenslauf. Als hätte das Leben gesagt „Okay, halt stop. Bevor hier irgendwas weiter gehen schauen wir uns nun mal um was hier warum ist.“ Und das tut gut. Es ist zwar unfassbar anstrengend oft, aber es ist es wert.
Ich denke ich habe mich noch nie so gut verstanden wie heute.
Und all das wäre ja nicht ohne Trennung passiert. Ohne Trennung würde ich noch immer in der Wohnung bei meiner Ex sitzen, ein Leben leben das mich unglücklich macht und würde nie über irgendwas nachdenken. Ich wäre aber auch noch hundert Schritte zurück im Vergleich zu heute und würde gar nicht begreifen, dass ich in Wirklichkeit totunglücklich bin.
Das zeigt sich an vielen Sachen, die hier aber den Rahmen sprengen würden. Ich denke ich bin so selbstbewusst wie noch nie im Leben. So ambitioniert wie noch nie. So Selbstsicher wie noch nie. So zufrieden wie noch nie. Ich habe gelernt viel häufiger Nein zu sagen. Auf mich zu achten und gleichzeitig das Leben zu leben und auch mal Dinge zu wagen. All das wäre vor zwei Jahren unvorstellbar gewesen
Das wollte ich auch mit dem Beitrag gestern ausdrücken. Eine Trennung kann viel mehr sein. Eine Chance sein ganzes Leben zu verbessern. Das anzustreben.