KlausHeinrich
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Zitat von James2024:Das zeigt mir dann deutlich, das Sie auch das Wohl und das Glück der kleinen nicht in Ihre Entscheidung einbezogen hat.
Weisst Du das wirklich? Ich kann mir das ehrlich gesagt bei den wenigsten Frauen vorstellen. Ich denke, dass sie sehr wohl abgewägt hat, ob sie sich wirklich trennen will, gerade im Hinblick auf das Kind. Ich halte es für schwierig, ihr nun vorzuwerfen, dass sie das Kindeswohl nicht im Blick hat, weil sie sich dennoch getrennt hat.
Im Umkehrschluss würde mir das wie Erpressung vorkommen, wenn mir jemand sagt: Wenn Du Dich trennst, dann sagt mir das, Du hast nicht an´s Kind gedacht. Weisst Du, was ich meine?
Zitat von James2024:Egal was ich getan oder nicht getan habe, aber ich weiß dass ich nicht so ein schlechter Mensch bin und/oder das der andere jetzt so viel besser ist als ich.
Von dem Gedanken musst Du Dich bitte dringendst verabschieden. Ohne Dich zu kennen kann ich Dir versichern, dass Du kein schlechter Mensch bist. Und auch, dass der andere Mann nicht besser ist. Von Besser/Schlechter kann sowieso keine Rede sein. Wir Männer sind da schnell im Vergleich, aber das bringt einfach nix. Der Mann ist einfach ein anderer.... so banal sich das anhört. Das macht ihn nicht besser und vor allem Dich nicht schlechter als ihn.
Zitat von James2024:Mir tut es besonders um das Kind leid, speziell wenn dann solche Momente da sind das die kleine sich wünscht die Mama wäre jetzt hier oder das wir alle gemeinsam Abendessen oder etwas zusammen unternehmen. Das zeigt mir dann deutlich, das Sie auch das Wohl und das Glück der kleinen nicht in Ihre Entscheidung einbezogen hat.
Naja.... ich hab dazu nicht die eine Meinung. Es kommt extrem stark auf den Kontext an. Die Seite Deiner Frau kennen wir ja nicht. In Deinem Fall vermisse ich - jedenfalls habe ich davon nichts gelesen - dass Deine Frau nicht zur richtigen Zeit mit Dir gesprochen hat. Wenn man merkt, es läuft nicht mehr gut, sollte der erste Schritt sein, das zu besprechen. Tat sie nicht. Damit war die Tür für äußere Einflüsse offen. Andererseits könnte man auch Dir vorwerfen, dass Du entscheidende Sätze "überhört" oder misinterpretiert hast. Oder dass Du den Schlendrian einkehren lassen hast und sie als selbstverständlich ansahst. Auch das öffnet Türen. Alles total menschlich, passiert.
Es kann auch ganz einfach sein, dass Ihr Beide Euch weiterentwickelt habt und es jetzt - so dumm das klingt - nicht mehr passt. Kann keiner was für und davor ist auch niemand geschützt.
Wichtig ist, dass man von der Schuldfrage irgendwann, wenn der Schmerz nachlässt, dazu übergeht, das Beste aus der Situation zu machen. Wichtig ist jetzt erstmal, dass Du Frieden mit der Situation schliessen kannst, wie sie aktuell ist. Dazu müsstest Du Dich fragen, ob Dir die gemeinsamen Aktivitäten dabei helfen oder nicht. Ungeachtet dessen, was sich Deine Tochter wünscht.
Ich kann total nachvollziehen, dass Du auf ihre Wünsche eingehen möchtest, mach das aber nicht um jeden Preis. Dann lass derartige Unternehmungen für eine gewisse Zeit lieber ausfallen, um zu heilen. Wenn Du dann irgendwann neutraler auf den Kontakt mit Deiner Ex-Frau schauen kannst, kannst Du die Ausflüge viel entspannter machen, was Deine Tochter auch merken wird. Macht mehr Sinn, als die Wut und die Trauer an jedem Familientag immer wieder auf´s Neue hochzuholen.
Vor allem solltest Du die Ausflüge auf keinen Fall mitmachen, weil Du Dir auf Paarebene etwas davon erhoffst. Falls dem so sein sollte, will ich Dir sagen: Deine Ex-Frau ist aktuell neu verliebt. Da sind alle Versuche in 100% der Fälle vergebene Liebesmüh. Setz Dich dem nicht aus, jedenfalls nicht aus diesem Grund.