Zitat von Lara0508:Ich habe letztes Jahr im November meinen Freund kennengelernt.Zum damaligen Zeitpunkt war ich noch mit meinem Mann zusammen.Unsere Ehe war zu diesem Zeitpunkt bereits am Ende, nur der letzte Schritt fehlte noch.
Durch das Kennenlernen meines Freundes fiel mir der letzte Schritt im Januar dann viel leichter und ich zog einen Schlussstrich.
Von da an lernten wir uns weiter besser kennen.Wir waren dann relativ schnell fest zusammen.Er war zum damaligen Zeitpunkt 25 und ich 34.Ich habe mein Alter nicht verschwiegen und ihm auch direkt gesagt, dass ich einen 12-jährigen Sohn habe.Er fand das überhaupt nicht schlimm.
Zitat von Lara0508:Er sagte er wüsste nicht ob er das alles so kann mit dem vorstellen der Familie und das er vielleicht doch noch etwas jung für all das wäre.Auf meine Frage, ob er was mit einer anderen gehabt hat antwortet er mit ja und zwar an dem besagten Samstag.Die beiden trafen sich vorsätzlich und geplant.
Zitat von Lara0508:Er sagte er hätte Bindungsangst und Panik bekommen den nächsten Schritt mit dem Kennenlernen zu gehen und sich deshalb in was anderes gestürzt mit einer anderen Frau.
Zitat von Lara0508:Er sagte, dass all das nichts mit mir zu tun habe und es ihm in unserer Beziehung nie an etwas gefehlt hat und ich sein Verhalten nicht verdient habe.
Daß das für Dich nur ein schwacher Trost ist, ist mir schon klar und natürlich kann ich Dir auch nachfühlen, wie enttäuscht Du Dich gerade fühlst, aber dennoch: Normalerweise kann man erst nach ca. 2 Jahren halbwegs sicher feststellen, ob die Beziehung sich gefestigt hat, weil dann der erste Hormonrausch definitiv vorüber ist. Ihr beide seid erst seit Anfang dieses Jahres richtig zusammengekommen, insofern ist es zunächst mal durchaus nicht ungewöhnlich, daß es noch zu einem Rückzieher kommt - auch ungeachtet Eures Altersunterschieds oder Deiner vorherigen Trennung.
Für mich liest sich das, als hättet Ihr
beide Euch damals in diese Beziehung "gestürzt": Du, weil er (für Dich unbewußt) ein prima Absprungbrett aus Deiner Ehe war und er, weil er das offenbar generell so zu handhaben pflegt, wie jetzt auch das Ding mit seiner Next deutlich zeigt. Traurigerweise ist hier also jemand, die noch gar keine Zeit hatte ihre vorherige Trennung angemessen zu verarbeiten (also Du) mit jemand zusammengekommen, der nach eigener Aussage Bindungsängstler ist und zudem einer Altersgruppe angehört, wo man sich als Mann eigentlich noch auszutoben pflegt (also er).
Jetzt seid Ihr fast ein Jahr weiter und kaum willst Du ihn mal ernsthaft Deiner Familie vorstellen, ergreift er also die Flucht nach vorn - in einer Weise, die zugleich möglichst viel verbrannte Erde hinterläßt. Ich sehe das nicht als Panik-, sondern auch und vor allem als (äußerst grobe) Trennungsaktion eines Menschen, der sich offensichtlich nicht anders auszudrücken weiß, warum auch immer.
Wobei Du letzteres ja als Hauptproblem auch selbst schon angesprochen hast und ich die Ausrede, er habe sich deshalb nicht eher mitgeteilt, weil er doch derjenige gewesen sei, der anfangs auf klare Verhältnisse bestanden habe, für eine recht schwache halte. Denn da ging es zunächst noch lediglich darum, daß er keine Affaire führen und eine "Beziehung-im-werden" mit Dir führen wollte. Ob aus letzterer dann tatsächlich eine belastbare Festbeziehung wird, das ist doch ein sich erst daran anschließender Prozess und damit auch völlig separat zu betrachten.
Beziehung lebt von offener, empathischer Kommunikation. Ich bin sicher, wenn Dein Freund Dich um ein Gespräch gebeten und Dir ehrlich mitgeteilt hätte, daß er zwar soweit glücklich mit Dir sei, aber noch etwas mehr Zeit brauche, um feststellen zu können, ob Euer Ding sich hinreichend festigt, ehe Ihr den nächsten Schritt tut und Du ihn der Familie vorstellst, so hättest Du das auch verstanden. Vielleicht wärst Du im ersten Moment enttäuscht gewesen, o.k. - aber wie verletzt bist Du denn jetzt erst, wo er sich stattdessen für die glorreiche Idee entschied, sich vorsätzlich und geplant mit einer anderen Frau einzulassen?
Selbst wenn Ihr Euch jetzt entschließen solltet, eine Beziehungspause einzulegen und es anschließend doch nochmal miteinander zu versuchen: Woher willst Du die Sicherheit nehmen, daß er sowas nicht wieder macht, sobald Ihr vor dem nächsten Hindernis steht? Der Unterschied wird nur sein, daß Du ihn bis dahin dann bereits Deiner Familie vorgestellt hast und somit womöglich audh Dein Kind davon etwas mitbekommen wird...
Davon ab, finde ich es alles andere als banal, was er da veranstaltet hat. Weißt, wenn er auf einer Party einen zuviel getrunken und auf diese Weise in den Armen einer ebenfalls angedüdelten Sirene gelandet wäre - na ja, wir alle waren mal jung und haben auch so unsere Fehler gemacht. Aber Du schreibst es ja selbst: "Vorsätzlich und geplant". Ganz sicher hat er auch an Dich gedacht dabei - und seine Prioritäten dennoch so und nicht anders gesetzt.
Also für mich wäre es das an der Stelle gewesen. Ich kann nachvollziehen, daß Du die Nähe und wohl auch die Bestätigung vermißt, die er Dir in den letzten Monaten vermittelt hat (aber ihn, als Persönlichkeit? Hm...). Letztlich holt Dich die Trennungsverarbeitung jetzt ja mit doppelter Wucht ein - selbstverständlich fällt das unendlich schwer. Aber ich kann Dir nur raten, Dich dem zu stellen und jetzt erst mal 1-2 Jahre die Reise in Dein Ich anzutreten, um mit Dir selbst ins Reine zu kommen. Du bist eigentlich recht gut aufgestellt dafür, immerhin hast Du doch eine eigene Wohnung, einen Job, und (davon gehe ich jetzt einfach mal aus) eine intakte Beziehung zu Deinem Kind und seinen Großeltern.
Vielleicht hilft es Dir, Dich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, falls es sowas in Deiner Gegend gibt. Du könntest Dich so mit Menschen austauschen, die ähnliches erlebt haben wie Du und in Dich reinhorchen, wie deren Schilderungen auf Dich wirken, welche Gefühle und Gedanken dabei in Dir aufkommen, welche Körperbewegungen Du unwillkürlich dabei machst (Nägelkaufen, Zehenspielen, Haare ziehen?) und auch, wie Du Dich physisch fühlst dabei (Engegefühl in der Brust? Kloß im Hals? gesträubte Haare?). Das könntest Du z.B. notieren und im Lauf der Zeit mal nachsehen, ob es da vielleicht ein Muster gibt?
Ein anderer (oder besser noch: paralleler) Weg wäre, Diich jetzt erst mal in Deinem Singleleben einzurichten und es weiter auszubauen - mit was auch immer Dir Freude macht. Sport (Joggen kann man auch jetzt im Lockdown noch) wäre dabei ganz große Klasse. Oder vielleicht auch Walken (an Stöcken) für mindestens 1 Stunde täglich. Oder gönn Dir mal ein paar Bäder mit Epsomsalz, zum Entstressen. Achte auf gute Ernährung, etc. - bei FB gibt es jede Menge Gruppen dafür.
Ich drücke Dir ganz feste die Daumen, daß der akute Trennungsschmerz in ein paar Wochen vorüber ist und Du wieder nach vorn blicken kannst. Aber wie gesagt: Der Drops mit diesem Mann - für mich wäre der gelutscht. Ich würde niemand wollen, der neben mir noch andere Frauen zu brauchen meint. Da bekämen die ihn sofort von mir geschenkt, für sowas bin ich mir selbst viel zuviel wert. Da könnte ich ja gleich Perlen vor die Säue werfen...