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Mein Geliebter hat mich aus heiterem Himmel verlassen

S
Zitat von bazinga:

top daumen hoch


Ich kann zum Thema Affäre nichts beitragen, aber wenn man alle Umstände mal wegstreicht, bleibt großer Schmerz, zerplatze Hoffnung und das wegkehren eines riesigen Scherbenhaufens...und da hat mir die Frau wirklich weitergeholfen, wieder auf die Beine zu kommen.Ich lese hier mit, weil mich die Sache und euer Austausch sehr berührt.

x 6 #2806


blackeyed
Zitat von bazinga:

kann noch panikattacken, ne schwere bronchitis, stimmbandentzündung und hochgradige gürtelrose beisteuern kopf gegen die wand zornig
(aber wenigstens nacheinander zwinkern

von daher: tut euch nur gutes !


@bazinga:

Stimmt, Panikattacken hatte ich auch.
Kurz in den Supermarkt (Futter für meine 2 Miezis besorgen) war für mich die Herausforderung schlechthin.
Laute Geräusche, viele Menschen -> unpackbar.
Die Musik im Supermarkt die paar Minuten hat mich fertig gemacht (!)
Ich konnte auch nicht TV gucken.

Lesen, viel Ruhe, mit Freunden/Familie darüber reden (oft nur via Telefon) hat mich in der Akutphase "abgeholt".
Obwohl ich ein sehr geselliger Mensch bin: Rausgehen und ablenken - no chance.

x 4 #2807


A


Mein Geliebter hat mich aus heiterem Himmel verlassen

x 3


B
@Sonnenblume1981

vielen dank.
ja, am ende bleiben nur schmerzen und kummer übrig.
egal, ob verlassen, betrogen, unfreiwillig getrennt, fallen gelassen worden. das leid vereint uns hier. und wir helfen einander.
egal, aus welcher position wir kommen. wir sind in unterschiedlichen verarbeitungsphasen unserer geschichten, so kann jeder was geben. und wir profitieren voneinander.

mir geht es da wie dir. auch ich bin über das solidargefühl und die kompetenz von allen hier sehr angetan.
schön, dass du dabei bist Smile

x 5 #2808


B
Im Ernst, das klingt immer so überzogen, es kommen welche, die sagen, anderes ist viel schlimmer etc.

Ich hab im Leben einiges erlebt/ mitgemacht.
Nichts, absolut nichts war für mich so " schlimm" wie diese Geschichte.
Nichts hat mich auch nur annähernd so aus den Latschen gehauen.
Sozusagen mein " Ich " aufgelöst und nur Schmerz und seelische Pein hinterlassen.

Und es ist auch nichts, was in ein paar Wochen " erledigt" ist.
Und ja, ich trage daran Verantwortung, weil ich es mitgemacht, zugelassen habe.

Was es war, das mich dazu gebracht hat. . .
Den Punkt zu finden, weswegen er trotz meines besseren " Wissens" immer wieder andocken konnte, das ist meine Aufgabe.

Ich lebe nach wie vor von Tag zu Tag.
Hier in Schlumpfs Thread zu lesen, ist sehr hilfreich.

x 9 #2809


B
Zitat von blackeyed:



Das kenne ich auch gut.
Immer noch fällt mir unter Menschen sein oft schwer.
Einkaufen war zeitweise eine echte Tortur.
Auf dem Rückweg im Auto oft in Tränen ausgebrochen, manchmal auch geschrien.

Bei jeder weiteren Runde wurde die Akutphase extremer.
Jedes Mal war ich zu weniger in der Lage als beim Mal davor.
Deshalb ist jeder Tag so wichtig, den man schafft, früher " auszusteigen".

Ein Mensch kann nur begrenzt " ertragen".
Wenn man sich selbst in die Lage bringt, über diese Grenzen zu gehen, muss man ganz genau schauen, wieso .

x 3 #2810


blackeyed
Zitat:
Ein Mensch kann nur begrenzt " ertragen".
Wenn man sich selbst in die Lage bringt, über diese Grenzen zu gehen, muss man ganz genau schauen, wieso .


@bina:

Ein Professor an der Uni meinte damals, "Ihr wollt anderen Menschen helfen, weil ihr Euch selbst nicht helfen könnt."
Er lehrte das Teilfach Physik und ich dachte, ja, komischer alter Kauz, bekannt für seinen Zynismus.

Heute denke ich, er hatte nicht Unrecht.
Ich war prädestiniert für "Rette mich bitte aus meiner unglücklichen Ehe, aus meinem sinnlosen Leben!"
Bei @Schlumpf sehe ich da Parallelen zu mir.
Frauen mit gesundem Selbstschutz, Selbstliebe, Selbstwert, Grenzen, Eigenempathie wären schon nach den ersten Chat-Dialogen schreiend davon gelaufen.
Verheiratet, 2 Kinder, Ehe tot, wohnt mit ungeliebter, abturnender Ehefrau zwecks Eltern-WG der Kinder/der Kohle wegen unter einem Dach eine "offene Ehe". Gemeinsam einsam. Wie er leidet, unvorstellbar.
WTF?

Ich für meinen Teil, so perv. das jetzt klingen mag, "brauchte" diesen Kollaps.
Dass ich latent immer mehr auf andere achtete als auf mich, ahnte ich immer irgendwie. Mein Muster.

Jetzt mit 38 und dieser Geschichte habe ich in der Tat auf so etwas keinen Bock mehr.
Andere lernen bereits im Kindesalter gesunden Egoismus zu entwickeln.
Ich hole das jetzt mittels Therapie nach.

Vielleicht bin ich meinem Ex irgendwann mal dankbar für diese erzwungene Metamorphose.
Ihm wünsche ich allerdings (momentan zumindest noch) denselben harten Gang nach Canossa.

x 8 #2811


Pinie
Zitat:
Ein Mensch kann nur begrenzt " ertragen".
Wenn man sich selbst in die Lage bringt, über diese Grenzen zu gehen, muss man ganz genau schauen, wieso .

Hängst du erstmal drin in so einer destruktiven Beziehung, fällt der Ausstieg natürlich schwer. Dass ich riesige Emotionen entwickeln kann, das geniesse ich in anderen Zusammenhängen geradezu.
Ich fand es auch als bisher schwierigsten Stunt im Leben, gegen meine XXL-frische Affärenverliebtheit zu handeln. Bei Tempo 2oo aus dem Auto springen, in etwa so.

Meine Quintessenz: Kann mich bei akuter Verliebtheit kaum vernünftig steuern, bin sogar unfähig zu steuern, in wen ich mich verliebe. Letzteres mag vielen banal erscheinen, für mich war das eine sensationelle Lektion.
Ich kann jedoch sehr gut steuern, wie weit ich offensichtliche Betrüger an mich ran lasse.

Mir hat diese Woche jemand anvertraut, dass seine Frau aus gesundheitlichen Gründen keinen 6 mit ihm haben kann.
Er hält viel von seiner Frau, seine Frau von ihm, die wirken wie ein gutes Paar.
Die Art, wie er das ansprach, die Traurigkeit, das ging mir nahe.
Wenn ich dagegen das Bejammern der selbstverantworteten Lebenssituation von Affärenmännchen halte, Jesses.
Oder wie es ausgestiegenen oder abgeschossenen "Geliebten" gesundheitlich ergeht.
@Binaneu
Ich bin kaum (noch) über Schuldgefühle zu manipulieren, muss mich dagegen täglich abgrenzen und "scheitere" nur bei Kindern. Vielleicht ist das ein Tipp für dich? Putzigerweise versuchte Ex-Am das noch vor dem ersten Date und kam damit einmal sogar halb durch. Dann begann ich zu randalieren, jammerte selbst rum, stieg endlich aus, wütete noch was rum und übernahm dann die Verantwortung. Hat mich ja niemand gezwungen, mich als Zweitfrau behandeln zu lassen.
Für Schlumpf kommt das mit den Schuldgefühlen gut hin, vermute ich.

@blackeyed
Ich gönne meinem Ex seine Ehe und wünsche allen Frauen die Kraft, nen Bogen um ihn zu machen.
Das klingt jetzt netter, als es ist Mr. Green

x 4 #2812


S
Zitat von Binaneu:


Das kenne ich auch gut.
Immer noch fällt mir unter Menschen sein oft schwer.
Einkaufen war zeitweise eine echte Tortur.
Auf dem Rückweg im Auto oft in Tränen ausgebrochen, manchmal auch geschrien.

Bei jeder weiteren Runde wurde die Akutphase extremer.
Jedes Mal war ich zu weniger in der Lage als beim Mal davor.
Deshalb ist jeder Tag so wichtig, den man schafft, früher " auszusteigen".

Ein Mensch kann nur begrenzt " ertragen".
Wenn man sich selbst in die Lage bringt, über diese Grenzen zu gehen, muss man ganz genau schauen, wieso .

Ich habe auch zu gar nichts Lust - renne verpeilt im Supermarkt herum - ausgehen und unter Leuten sein ist gerade unvorstellbar für mich - meine Kinder eine Last, obwohl ich froh bin, dass ich für sie wenigstens funktionieren muss, ansonsten wüsste ich nicht, was mit mir jetzt wäre.
Und ja, auch mich hat noch nie etwas so gebeutelt wie das jetzt - ich kann auch weder fernsehen schauen (Tatort wahrscheinlich nie wieder) noch Musik hören - lesen fällt mir schwer - meine Fresse ist das alles sch.! ES SOLL EINFACH AUFHÖREN

x 2 #2813


S
Zitat von Pinie:


Für Schlumpf kommt das mit den Schuldgefühlen gut hin, vermute ich.


Was meinst Du mit den Schuldgefühlen? @Pinie

#2814


S
Zitat von Pinie:


Mir hat diese Woche jemand anvertraut, dass seine Frau aus gesundheitlichen Gründen keinen 6 mit ihm haben kann.
Er hält viel von seiner Frau, seine Frau von ihm, die wirken wie ein gutes Paar.
Die Art, wie er das ansprach, die Traurigkeit, das ging mir nahe.
Wenn ich dagegen das Bejammern der selbstverantworteten Lebenssituation von Affärenmännchen halte, Jesses.
Oder wie es ausgestiegenen oder abgeschossenen "Geliebten" gesundheitlich ergeht.



Genau das ist es, was mich im Nachhinein so ärgert - dieses unsägliche Jammern für eine selbstgewählte Lebenssituation an der man im Nu etwas ändern könnte kopf gegen die wand
Und null Gedanken daran, was man im Gegenüber alles kaputt macht mit dieser ganzen Hoffnungsschürerei.
Er hat so vieles in mir zerstört und ich Depp habe es auch noch zugelassen, weil ich GLAUBEN wollte.

x 1 #2815


B
Ich hab jahrelang eigentlich gar kein ferngesehen.

Als ich es dann zur Ablenkung wollte, konnte ich mich auch nicht drauf konzentrieren.
Zudem gab es x Filmszenen, die mich auf irgendeine Art und Weise triggerten.

Inzwischen schau ich eigentlich zu viel fern, am liebsten Krimis.
Bloß nix Rührseliges.

Lesen kann ich immer noch nicht richtig wieder.
Zu wenig Konzentration.

Der Weg ist lang und sehr steinig , Schlumpf.
Mein größter Wunsch: mich mit mir selbst wieder wohlfühlen und mich freuen können, auf irgendwas.

x 1 #2816


Pinie
Zitat von schlumpf2011:
Genau das ist es, was mich im Nachhinein so ärgert - dieses unsägliche Jammern für eine selbstgewählte Lebenssituation an der man im Nu etwas ändern könnte kopf gegen die wand
Und null Gedanken daran, was man im Gegenüber alles kaputt macht mit dieser ganzen Hoffnungsschürerei.
Er hat so vieles in mir zerstört und ich Depp habe es auch noch zugelassen, weil ich GLAUBEN wollte.

Mitgefühl, Unterstützung, ein allzeit offenes Ohr, Aufmunterung schenken für Jammerei eines erwachsenen Mannes, der sein Festhalten an Annehmlichkeiten zu deinen Unannehmlichkeiten machte (Verheimlichen deiner Person z.B.).

Schimpf dich niemals Depp, Schlumpf.
Hast schlecht auf dich Acht gegeben, das wirst du nachlernen. Härte und Strenge gegen sich selbst, viel zu viel Nachgiebigkeit bei anderen sind Teil des Problems.

x 3 #2817


B
[quote="schlumpf2011"][/quote]

Es ist nicht die Hoffnungsschürerei, die Dich kaputt gemacht hat.
Eben diese hat Dich ja hoffen lassen, gute Gefühle gemacht.

Es ist das immer, immer, immer wieder Hoffnung machen und sie dann enttäuschen.
Zusagen, nicht halten, Versprechen, die nichts bedeuten.
Worte, denen Handlungen widersprechen.

Dieser ewige Widerspruch zwischen dem , was Du hörst und dem , was Du fühlst/ fühlen musst.

Hoffnung aufbauen, Glaube wachsen lassen, Hoffnung zerstören, Glauben nehmen.
Wenn das über Jahre so geht und so war es ja, gehst Du daran kaputt.
Jede Enttäuschung eine Verletzung.
Und viele, viele kleine Verletzungen, gesammelt über eine lange, lange Zeit zersetzen einen viel mehr als ein einmaliges Erlebnis.

Ich hab mit zunehmender Zeit immer mehr vom Am gefordert, einzugestehen, dass er einen " Absprung" aus seinem alten Leben nicht kann, nicht will, nicht schafft.
Er hat sich immer, absolut immer geweigert und mir weiter gesagt, nein, ich schaff das, ich weiß , wir werden zusammen sein etc.
Dass ich von ihm hören wollte, dass er sagt, er schafft es nicht, sollte für mich seine Worte mit seinem Handeln in Einklang bringen.
Denn dieser ewige Widerspruch zwischen Wort und Tat, den ich spürte, verhinderte, dass ich loslassen konnte, zu hoffen aufhören konnte.

Ich hab den Einklang NIE bekommen.
Nur immer weiter
" alles wird gut, für uns zusammen, ich weiß das, weil ich dich liebe".

Taten als Entscheidung zu nehmen, wenn Worte IMMER das Gegenteil sagen, ist irrsinnig schwer.
Und da drin zu stecken zermürbt zu den Enttäuschungen/ Verletzungen zusätzlich.
Man fühlt sich wie in einem nicht enden wollenden Kampf um den Einklang,der nie ereicht wird.

Nach so einem jahrelangen " Kampf" gibt es keine Energie mehr, man ist ausgelaugt und es braucht wohl viel Zeit, sich zu erholen.

x 3 #2818


Maus-89
Zitat von schlumpf2011:
Ich habe auch zu gar nichts Lust - renne verpeilt im Supermarkt herum - ausgehen und unter Leuten sein ist gerade unvorstellbar für mich - meine Kinder eine Last, obwohl ich froh bin, dass ich für sie wenigstens funktionieren muss, ansonsten wüsste ich nicht, was mit mir jetzt wäre.
Und ja, auch mich hat noch nie etwas so gebeutelt wie das jetzt - ich kann auch weder fernsehen schauen (Tatort wahrscheinlich nie wieder) noch Musik hören - lesen fällt mir schwer - meine Fresse ist das alles sch.! ES SOLL EINFACH AUFHÖREN


Auch ich kenne das nur zu gut...alles war mir zuviel...konnte mich zu nichts mehr aufraffen, auf nichts konzentrieren... Diese Zeit war ein einziger Alptraum und er schien nie mehr enden zu wollen.

Bis mein Arzt die "Handbremse zog" und mir nahe legte in eine Klinik zu gehen. Hätte ich es nicht getan, hätte er mich nicht weiter betreut. Und er ist ein wirklich guter Arzt.

Die 7 Wochen dort haben mich wieder ins Leben zurück geholt. Ich hatte den Raum und die Zeit mich meinen Problemen zu stellen. Meine Ängste zu betrachten und, wenn ich wieder mal komplett zusammenbrach, die kompetenten Therapeuten, die mich auffingen. Für mich war dieser Aufenthalt der erste große Schritt auf dem Weg, wieder "heil" zu werden.

x 6 #2819


S
Zitat von Maus 89:

Auch ich kenne das nur zu gut...alles war mir zuviel...konnte mich zu nichts mehr aufraffen, auf nichts konzentrieren... Diese Zeit war ein einziger Alptraum und er schien nie mehr enden zu wollen.

Bis mein Arzt die "Handbremse zog" und mir nahe legte in eine Klinik zu gehen. Hätte ich es nicht getan, hätte er mich nicht weiter betreut. Und er ist ein wirklich guter Arzt.

Die 7 Wochen dort haben mich wieder ins Leben zurück geholt. Ich hatte den Raum und die Zeit mich meinen Problemen zu stellen. Meine Ängste zu betrachten und, wenn ich wieder mal komplett zusammenbrach, die kompetenten Therapeuten, die mich auffingen. Für mich war dieser Aufenthalt der erste große Schritt auf dem Weg, wieder "heil" zu werden.


Du warst aber die Ehefrau, nicht die Affärenfrau, wenn ich es richtig in Erinnerung habe...? Es ist ja echt furchtbar, was die Betrüger da auf beiden Seiten anrichten

x 2 #2820


A


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