VictoriaSiempre
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Zitat von Knockedout:Residenzmodell sieht wie genau aus? Dass einer fest drin wohnt und dann immer mal geht oder wie?
Nein, das Residenzmodell bedeutet, dass die Kinder bei einem Elternteil einen festen Lebensmittelpunkt haben und beim anderen z. B. jedes zweite Wochenende und ggfs. an einzelnen Tagen zwischendurch sind. Die am meisten verbreitete Regelung halt. Daneben gibt es das Nestmodell (die Kinder bleiben im Haus, die Eltern pendeln) und das Wechselmodell (die Kinder sind 50:50 bei Mama und Papa).
Ich finde es ein wenig erschreckend, dass Ihr beide so auf Euch und neue Partnerschaften konzentriert seid, aber die Regelung für die Kinder anscheinend ne untergeordnete Rolle spielt. So liest es sich jedenfalls für mich, wenn noch nicht mal die möglichen Modelle einer Umgangsregelung bekannt sind.
Dass Dein Mann Dich betrogen und verlassen hat, ist traurig und tut mir sehr leid. Wenn eine Familie auseinander bricht, dann ist es schlimm (vor allem für die Kinder) und hat leider heftige Auswirkungen; meist eben auch im finanziellen Bereich. Ich will da überhaupt nichts schön reden.
Aber es nützt ja nichts, Du wirst den Realitäten ins Gesicht sehen müssen und kannst nur hoffen, dass es vielleicht doch noch zu einer gütlichen Regelung kommt. Eine Mediation sehe ich auch als gute Möglichkeit; könnte Euch beiden viel Geld sparen.
Wenn ich jetzt die Sicht Deines (Noch)Mannes einnehme, dann nicht, weil ich auf seiner Seite bin! Sondern, um Dir seine mögliche Position aufzuzeigen.
Zitat von Knockedout:Für meinen Ex ist es viel einfacher, er könnte mit seiner Neuen zusammenziehen. Sie hätten zwei Gehälter und es würden drei bis vier Zimmer locker reichen.
Dein Ex könnte genauso argumentieren: Zieh doch mit Deinem neuen Partner zusammen. Dann kannst Du Dir ebenfalls die Miete teilen
Bei 2 leiblichen Kindern bräuchte er schon mindestens eine 4-Zimmerwohnung.
Zitat von Knockedout:Aber er sagte halt leider auch schon, er würde das Haus eher vermieten wollen an Fremde, als zu wissen, dass ich darin wohne.
Das ist einerseits eine fiese Aussage! Andererseits könnte er natürlich dann auch die ortsübliche Miete verlangen und hat vermutlich höhere Einnahmen.
Ich habe jetzt keine Lust, in Deinen anderen Threads nachzulesen: Gehört das Haus Euch beiden? Ist es bereits abbezahlt? Warst Du bei einem Anwalt, der Deinen Unterhalt (und den Deiner Kinder) berechnet und Dir aufgezeigt hat, was finanziell auf Dich zukommen könnte? Bekommst Du Trennungsunterhalt, ist der Unterhalt für die Kinder geregelt?
Im Trennungsjahr ist keiner von Euch verpflichtet, auszuziehen. Ihr müsst nur getrennt von Tisch und Bett sein, das geht auch unter einem Dach.
Nach der Scheidung sieht es anders aus. Wenn Ihr keine Einigung findet, dann werdet Ihr das Haus verkaufen müssen. Klar gibt es noch die Variante, dass eine/r von Euch den/die andere/n auszahlt. Auf großartiges Entgegenkommen bei der Höhe des Abkaufpreises würde ich eher nicht hoffen, wenn die Fronten - wie derzeit - so verhärtet sind. Du würdest doch (verständlicherweise) Deinem Exmann auch das Haus nicht zu einem günstigeren als dem Marktpreis überlassen?
Wenn er jetzt auszieht und erst recht nach einer Scheidung wirst Du ihm, solange Du im Haus bleibst, eine Nutzungsentschädigung (ggfs. nur für seine Haushälfte) zahlen müssen, die sich i. d. R. auch am ortsüblichen Mietspiegel orientiert. Das solltest Du ebenfalls dringend mal von einem Fachanwalt berechnen lassen, falls noch nicht geschehen.
Nochmal: Ich verstehe Deine Wut und Deine Sicht der Dinge. Wenn vom geplanten Lebensentwurf nichts mehr übrig bleibt (eben auch nicht das schöne Haus in idyllischer Lage), dann tut das weh. Aber um einen realistischen Blick auf Deine Möglichkeiten wirst Du nicht drumherum kommen.
Natürlich gibt es immer den Weg einer gütlichen, einvernehmlichen Regelung.
Ich wünsche Dir alles Gute! 🍀