Stefan1972
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Ich verwende die männlichen Formen, um die Lesbarkeit zu vereinfachen. Meine Frage gilt aber für beide Geschlechter
Frage:
Mich treibt im Augenblick die Frage um, ob Fremdgeher eigentlich auch ein schlechtes Gewissen haben und nachts nicht schlafen können, keinen Appetit mehr haben, usw. Die geschilderten Auswirkungen sind ja bei jedem unterschiedlich ausgeprägt.
Begründung: Dieses Forum wird sicherlich stark überwiegend von Betrogenen aufgesucht, aber hin und wieder auch von Betrügern. Bei den Betrügern lese ich (oder will ICH das so lesen?) immer nur heraus, das sie Angst um den Bestand der Ehe haben. Das sind Existenzängste finanzieller Art, sicherlich auch „hoffentlich erfährt mein Mann davon nichts, wehe wenn das rauskommt“, „wie soll ich das meiner Familie erklären“ und „ich bin in meinem Dorf erledigt“. Dieses Momentum dreht sich aber nur um die Gefahr des Auffliegens der Affäre. Der Partner kommt in den Berichten eigentlich nie vor. Dennoch nimmt der Betrüger dem Partner während der Affäre sehr viel weg: Aufmerksamkeit, Zuneigung, Zeit und auch Geld, die in die Affäre investiert wird.
Meine Vermutung: Klar, Solange die Affäre läuft, ist der bisherige Partner der Plan B, der nützliche Versorger/Putzteufel, Kindesmutter, der Klotz am Bein, etc. Die Gefühle und Sympathien liegen bei dem Affärenpartner, der Ehepartner wird ausgeblendet, Mitgefühl ist da wenig vorhanden. Das verstehe ich auch. Aber kommt nicht mal irgendwann (zB wenn die Ehepartner getrennt sind) das Gefühl für ein schlechtes Gewissen? Stellt sich niemand die Frage „Ich bin schuld, weil ich mich in fremden Betten gewälzt habe und deswegen ist die Ehe kaputt, Partner ist psychisch am Ende, die Kinder müssen die Schule wechseln, etc…“? Kann man das alles so einfach ausblenden?
Nicht immer klappt der Wechsel zur Affäre, sondern am Ende bleibt nur ein riesiger Schutthaufen. Hat man wenigstens dann mal ein schlechtes Gewissen, eine schlechte Nacht?

