Ich beginne mit der nun fast traditionellen Aussage, daß dieses Forum kein Rechtsforum ist! Selbst bei Krankheiten oder Beschwerden, wird in diesem Forum vorsichtiger agiert und eher mal zu einem (notwendigen) Besuch beim Arzt geraten. Diese juristischen Halbwahrheiten, die hier zum Teil zu lesen sind, sind in einem Wort anmaßend.
Grundsätzlich lässt sich Kindesunterhalt nicht durch einen Ehevertrag oder anderweitige Vereinbarungen ausschließen, anders ist das beim Trennungsunterhalt (vor der Scheidung) bzw nachehelichen Unterhalt (nach der Scheidung). Kindesunterhalt geht letzterem (inzwischen) auch immer vor. Was bedeutet, daß ein nach der Trennung gezeugtes Kind (mit zB jemandem anderen) uU den nachehelichen Unterhalt mindern kann. Heiratet der Unterhaltsbezieher erneut kann (!) sich dies ebenfalls auf den bisher zu zahlenden Unterhalt auswirken.
In jedem Fall ist eine grundsätzliche Beratung beim Anwalt erforderlich.
Um ehrlich zu sein, verstehe ich die (zumeist männliche) Aufregung um die Kohle hinterher nicht. Da werden Bohrmaschinen, Versicherungen, Autos und Unterhaltungselektronik vor Erwerb akribisch verglichen, aber, daß im Falle des Scheiterns der Ehe man einen fixen Betrag womöglich an den anderen abzugeben hat, will keiner gewußt haben. Am schlimmsten wird es dann, wenn der Unterhaltsbezieher für das Scheitern der Verbindung verantwortlich gemacht wird. Dann ist Schicht im Schacht und man(n) fühlt sich betrogen. Naja, dann bitte aber schön brav im Nachgang mal die erhaltenen Steuervorteile wieder heraus geben, oder

Scheidungen sind wirtschaftliche Total-Schäden für die meisten Menschen
Zur Frage der TE:
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn der Bruder mal einen Termin bei der Schuldnerberatung vereinbart, die helfen nämlich auch, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Mit denen lässt sich auch ein Budget aufstellen, was funktioniert.
Je nach Betreuungsmodell brauchen die Kinder eventuell noch sehr lange kein eigenes Zimmer, sondern eine Schlafmöglichkeit und Spielecke, die sich mittels gut gestalteter Inneneinrichtung hervorragend in einem Wohn- oder Schlafzimmer unterbringen lässt. Die meisten Alleinerziehenden, die ich kenne, haben eher zwei Zimmer, eins fürs Kind und eins für sich selbst.
Man kann auch überlegen, inwieweit eine WG mit einem anderen Papa möglich ist. So etwas aufzustellen ist sicher in einer urbanen Gegend etwas leichter, aber auch am Land nicht komplett ausgeschlossen. Das hat zudem den Vorteil, daß zwei Papas zusammen sich besser austauschen können und eventuell, wenn mal absolut Not am Mann ist auch gut einspringen.
Die Kredite sind eine Belastung, die man, wie hier schon angesprochen, verändern muß und das schnell. Da gilt aber der allgemeine Grundsatz, daß Einmal-Ausgaben ok sind, währenddessen man bei Fixkosten genau vorher rechnen sollte. Sprich: Handy-Vertrag, Abos und andere monatliche Ausgaben genau prüfen und schauen, was davon erst einmal wegkann. Auch das sollte jetzt passieren, da bei vielem eine Kündigungsfrist einzuhalten ist. Wobei man jederzeit eine Kündigung zum nächst möglichen Termin jetzt (!) schon in Angriff nehmen kann.
Und schließlich gilt es das Mind-Set zu ändern. So lange man die eigene (!) Familie finanziert, die einem ja gehört, nicht wahr, macht man das gern, aber, wenn hinterher Kindesunterhalt direkt auf das Konto der Ex gehen soll, dann ist super schnell das Gefühl da, daß Mann über den Tisch gezogen wurde. Das archaisch.
Dein Bruder wird bis zum Abschluß der ersten Berufsausbildung der Kinder für diese unterhaltspflichtig sein, das ist sein Job als Elternteil. Wie er diese Unterhaltsleistung erbringt, zB auch durch Betreuung, falls sich auf das Wechselmodell geeinigt wird, ist offen, daß er diese Leistung erbringen muß, aber nicht. Und nein, er finanziert nicht das Leben der Ex, sondern er finanziert das Leben der Kinder.
Und nein, er ist nicht arm durch die Scheidung, sondern als er sich zusammen mit seiner Frau für Kindern entschieden hat, hat er eine weitreichende wirtschaftliche Entscheidung getroffen, für die er eben Verantwortung übernehmen muß.