Flieder2
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Ich, geschieden. Er ist verheiratet, 2 Kinder, beruflich sehr engagiert. In der Ehe läuft es schon seit Jahren nicht mehr so gut, keine körperliche Nähe mehr. Er ist mit dem Verlauf seiner Ehe sehr unzufrieden, sieht sich nur als Versorger seiner Familie. Gespräche mit seiner Frau sind bisher immer fruchtlos verlaufen. Als er kurz davor war, sich zu trennen, bekam seine Frau die Diagnose einer schweren Krankheit. Er blieb bei ihr. Die enorme zusätzliche Belastung kostete ihm viel Kraft.
Nach etwa 5 Monaten lernten wir uns zufällig kennen. Er legte seine Karten gleich auf den Tisch. Mit der schwierigen Situation hatte ich allerdings nicht gerechnet. Darauf wollte ich mich keinesfalls einlassen. Ich wollte mir keinen verheirateten Mann an Land ziehen. Doch schrieben wir uns wochenlang, telefonierten ab und zu, jeder erzählte von seinem Leben. Es verging kein Tag, an dem wir uns nicht schrieben. Gesehen haben wir uns nicht. Irgendwann kam dann doch von beiden Seiten das Gefühl auf, uns real sehen zu wollen. Wir trafen uns und was ich dann sah, deckte sich mit dem Geschriebenen. Es traf uns wie ein Blitz!
Natürlich kam auch immer wieder ein schlechtes Gewissen seiner Frau gegenüber hoch, er beruhigte mich aber immer wieder.
Es folgten heimliche Treffen in Hotels, Telefonate und tägliche Chats. Wir blüten förmlich auf, er gewann als Mann wieder Selbstvertrauen und beruflich ging ihm vieles leichter von der Hand. Zuhause war für ihn alles erträglicher geworden.
Eine Trennung von seiner Frau kam für ihn aufgrund der Situation nicht in Frage, was ich auch völlig verstand. Er bot mir an, seiner Frau nach der letzten anstehenden Op reinen Wein einzuschenken und eine offene Ehe zu führen. Er wollte endlich leben!
Ich war damit erstmal einverstanden. In "schlechten Zeiten" zu Hause, war er sogar 2x drauf und dran, sich von seiner Frau zu trennen und in eine Wohnung zu ziehen. (Oder mit sack und pack bei mir vor der Türe stehen)
Nach unserem letzten Treffen bekam er einen Nervenzusammenbruch, von dem er mir erst ein paar Tage erzählte. Er zog sich von mir zurück, schrieb wenig. Er war psychisch nicht mehr in der Lage. Für mich 3 Wochen lang die Hölle. Kein Telefonat, ein Treffen sowieso nicht. Nach 3 Wochen endlich ein Telefonat, das ich schon fast forderte. Er war zu mir distanzierter als sonst, er war hin und her gerissen. Die Hilflosigkeit seiner Frau durch die Krankheit, das viele Arbeiten hat ihn Schach Matt gesetzt.
An das Gespräch mit seiner Frau war zu dem Zeitpunkt nicht zu denken. Nach einer Woche ging es ihm schon deutlich besser, wir schrieben auch wieder mehr, aber distanzierter. Er beteuerte mir trotzdem, dass ich ihm immer noch sehr nahe stünde und ich sein Engel
wäre. Ich war trotzdem skeptisch, zudem ging es mir in den letzten Wochen damit nicht gut.
Er eröffnete mir, dass er in den nächsten Wochen aus Zeitmangel kein Treffen mit mir arrangieren könne. Ein einwöchiger Urlaub mit der Familie stünde auch noch bevor.
Ich war verwirrt. Ich fragte ihn trotzdem, ob wir uns kurz noch sehen könnten. Grund: Zeitmangel. Er muss Termine (Sport, Kieferorthopäde etc) mit seinen Kindern wahrnehmen.
Ich kam mir wie das 5. Rad am Wagen vor, fehl am Platz.
Ich trennte mich. Mit der Trennung hatte er nicht gerechnet und für ihn war das letzte Wort noch nicht gesprochen. Einen Tag darauf bekam ich eine Nachricht, dass er im Moment aus zeitlichen Gründen unsere Beziehung nicht weiter aufbauen könne. Er will, dass ich glücklich bin und einen Partner, der mir gerecht wird. Er bedankte sich für die schöne Zeit.
Seitdem Funkstille. Das war vor 3 Tagen.
Puh.
Aber ich glaube, es war die richtige Entscheidung.
In dem bevorstehenden Urlaub wollte er mit seiner Frau sprechen. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es eh nicht soweit kommt. Wahrscheinlich hätte er mir danach den Laufpass gegeben. Das wollte ich mir ersparen!