Ich denke immer ich kann nicht mehr tiefer fallen aber ich falle und falle und falle.
Die Wohnung war gar nichts. Verqualmt, nicht gepflegt und dafür viel zu teuer. Für 300 Euro könnte ich hier wohnen bleiben.
Er ist statt zwischen 12 und 13 Uhr um 16 Uhr hier angekommen, direkt zur Waschmaschine und meinte mit einem Grinsen im Gesicht er wäre nochmal eingeschlafen. Zur Info: Angeblich ist er bei einem Arbeitskollegen, der zwei kleine Kinder hat. Ich denke nicht, dass da nochmal tief einschläft. Ich habe es unkommentiert gelassen.
Wir sind dann kurz mit dem Hund gegangen und er war sehr seltsam, wir konnten gar nicht reden, nicht wie vorgestern. Er meinte dann nur noch bevor ich gefahren bin, dass ich ihm sagen soll wann ich wieder hier bin wegen dem Kater.
Ich war von der Besichtigung schnell wieder zu Hause, er war noch da. Hatte seine Tasche schon gepackt und kam mir freudestrahlend entgegen. Er wäre jetzt auch weg und würde sich die Wohnung angucken. Dann ist er gegangen und hat mich stehen lassen. Er saß noch nicht mal im Auto, da hatte er das Handy schon am Ohr und lachte.
Ich erkenne ihn nicht wieder. Vor drei Wochen haben wir doch beide noch kotzend über dem Klo gehangen, weil es uns so schlecht ging und ihm die Sache so sehr auf den Magen schlägt. Jetzt läuft er freudestrahlend durch die Gegend, merkt wahrscheinlich gar nicht wie verletzend er ist.
Er wird die Wohnung, die weit draußen und sehr günstig ist zu 90% nehmen und ab nächster Woche seine Sachen packen.
Ich bin nach der Besichtigung zum Auto gegangen und hatte wieder eine Panikattacke. Hab es noch zum Auto geschafft und dann heulend zusammengesackt.
Ich kann und ich will nicht mehr. Ich möchte so nicht leben. Mir fehlt einfach jegliche Kraft nach vorne zu blicken.
Meine Mutter -zu der ich heute fahren wollte- meinte ich soll mich beruhigen, auf keinen Fall hier wohnen bleiben und einfach weiter suchen. Sie versteht mich nicht. Niemand versteht mich. Nur bei ihm habe ich mich das erste Mal in meinem Leben verstanden gefühlt.
Ich möchte ihn anrufen und sagen wie weh er mir tut und wie schlecht es mir geht
