@Kaetzchen
Es ging nicht um die Liebeskrankheit der TE, sondern um den Unterschied in der Aufregung, wenn die TE alle zwei Monate mit einer Freundin Tennis spielen würde oder eben, wenn sie sich in demselben Ausmaß mit einem anderen Mann trifft (S. inklusive). Und darum, welchen Unterschied dies in der sträflichen Vernachlässigung ihres Mannes bedeuten würde.
Wie viel schlechte Stimmung eine liebeskranke Frau in eine Beziehung und eine Familie hineinträgt, kann ich nicht beurteilen. Ich bin ja nicht dabei und nehme an, das wird sehr unterschiedlich sein und sich insoferne ja auch ausgleichen, weil sie, ist sie gerade im Liebesglück, dafür ja eine um so bessere Stimmung in Familie und Beziehung hineinträgt.
Was mich jedenfalls immer wieder erstaunt, ist, daß einen offenbar nichts mehr drangsaliert als die Liebe. Alles will die Liebe wissen, bis zum letzten Blutstropfen, nichts ist sicher vor der Liebe, wenn sie einen erst einmal am Kragen hat, alles muß gepackt und herausgeschüttelt werden aus dem durchaus bedauernswerten Seelchen.
Schön langsam glaube ich, die Liebe ist eher etwas wie ein seelischer Raubüberfall als etwas Beseligendes, ein einziger Übergriff, der gar keine Grenzen mehr kennt, der mehr herausholen will, als überhaupt drinnen ist, der noch mit Gewalt die letzte Zitronenseligkeit herausquetschen muß.
Das macht mir meinen Klosterzustand jedenfalls gleich noch erfreulicher

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Ok - einmal Bankräuber (oder sonst etwas), immer Bankräuber. Das ist offenbar so wie mit den Berufen, die man ja auch gerne mit dem Menschen verwechselt. Da gibt es ja welche, die sind (beispielsweise) "nur" Schornsteinfeger, und andere, die sind "sogar" Universitätsprofessor. Ein Unterschied wie zwischen Laus und Kanarienvogel.
Allerdings erschwert das doch, wie ich vermute, das Leben erheblich. Denn wenn Du nun jemand kennenlernst, der zwar kein Bankräuber ist, aber der es seinerseits nicht aushält, wenn eine Frau eine Affäre hatte und dabei auch noch den tollsten S., der sich nur vorstellen läßt, dann ginge ja wieder alles gleich in die Binsen. Überhaupt, wenn sich der auch denkt: Einmal Affärenfrau, immer Affärenfrau. Verschweigen könntest Du es ja auch nicht. Und würde er weiter nachfragen, müßtest Du auch noch offenbaren, warum der S. ausgerechnet mit diesem Mann so toll war. Und das wiederum könnte Dir womöglich auch noch den Lorbeerkranz der Abartigkeit umhängen. Da kann man ja nur in Teufels Küche kommen.
Jedenfalls wundert es mich absolut nicht, warum die Leute sicherheitshalber alles verschweigen, was das Näschen zum Rümpfen bringen könnte. Denn kaum jemand wird ja - ab einem gewissen Alter zumindest - gar nichts an sich haben oder erlebt haben, was einem anderen mißfällt und ihn charakterlich disqualifiziert.
(Die Gleichsetzung zwischen dem Bankräuber und jenem, der jeden Cent zweimal umdreht, finde ich allerdings nicht so ganz treffend; denn in dem einen Fall geht es um ein einzelnes Ereignis, im anderen um einen grundlegenden Wesenszug - wobei ich aber zugebe: am allerschlimmsten wäre ein Bankräuber, der jeden Cent zweimal umdreht - denn der würde ja allein schon aus der Bank jahrelang nicht mehr herauskommen.)
Mir jedenfalls ist das vollkommen egal, ob eine Frau, die mir wirklich zusagt, früher vielleicht einmal einen Bankraub begangen hat oder Pros...te war oder keusch in der abgeschiedenen Kemenate gelebt hat. Denn ich begegne dieser Frau ja im Hier und Jetzt und nicht in der Vergangenheit und brauche diese ganze Geisterbeschwörerei auch gar nicht. Und sogar, wenn sie bereits den tollsten S. erlebt hat, den man nur erleben kann, würde mich das nicht notwendig abschrecken, wenn auch nur die kleinste Aussicht besteht, daß es unter Umständen ja noch toller geht ...

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Und wenn ich es mir recht überlege, könnte mich vielleicht gerade ein Bankräuberin in

versetzen, weil sich bei mir da gleich das unausrottbare Vorurteil der Verwegenheit und Abenteuerlichkeit einstellt. Und das hat doch etwas angesichts der Gleichgeschaltetheit der durchschnittlichen Tristesse.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Dauernd belogen möchte ich auch nicht werden, sooo grenzenlos bin ich auch wieder nicht. Aber, würde ich diese Frau tatsächlich lieben, würde ich zumindest hinterfragen, warum das so ist, was hier dahintersteckt, und nicht einfach nur beleidigt und angepi.t sein und das Weite suchen. Es gibt ja nichts, das keine Gründe hätte - und manchmal liegen diese auch in einem selber.