Zitat von Nepomuk:Nun, ich habe es mit einem erwachsenen Menschen zu tun, der sehr krank, aber nicht dement ist.
Mir ist klar, wie seine Belastungssituation aussieht.
Dennoch scheint es ihm phasenweise auch gut zu tun, den Kontakt und Austausch mit mir zu halten.
Wenn ich dich richtig verstehe, kuddel, beziehen sich deine letzten Ausführungen auf die Idee, den Kontakt ganz abzubrechen?
Ich verstehe an der Stelle eure/deine Logik nicht.
Genau das, was vor ein paar Seiten noch als massiv übergriffig verurteilt worden ist. Hier an der Stelle, in dieser Situation aber dann ok? Oder ist das dann nur ok, solange es die Affäre, nicht aber den Partner betrifft? Wenn ich diese Beziehung beende, beraube ich ihn ( die Affäre) doch ebenfalls seiner Entscheidungsfreiheit vor dem Hintergrund, dass ich vorgebe, ihn nicht mehr zu lieben bzw keinen Kontakt mehr zu wollen, obwohl das nicht stimmt. Das ist dann ok?
Wenn er schwankt und unsicher ist, ist das normal, bin ich auch. Diesen Raum bekommt er.
Verarbeiten braucht Zeit, loslassen auch und sich neu orientieren auch. Ebenso auf eine andere Basis zu kommen.
@ Nepomuk
dein AM ist wahrlich ein erwachsener Mann - nur die Uhren ticken durch seine Erkrankung
anders...nicht "kürzer", nur halt anders. Die damit einhergehenden Veränderungen haben nix
mit Demenz zu tun...um Himmels Willen. Was allein eine solche Diagnose auslöst, ohne an
mögliche Therapien zu denken, kann sich kein Außenstehender vorstellen - nicht mal direkte
Angehörige, die nah an ihm dran sind, auch du nicht, selbst wenn dein AM einen offenen Umgang
mit dir pflegt.
Einen Teufel werde ich tun, dir Empfehlungen/ Entscheidungen nahezulegen. Das wäre eine
Anmaßung. Du bist erwachsen und weißt, was du zu tun, bzw. zu lassen hast.
Aus den Hinweisen, die dir von allen Seiten entgegengeflogen sind - die können lediglich eine
kleine Unterstützung sein...mehr nicht. Alles weitere entscheidest du in eigener Verantwortung -
und in vollem Umfang deinen EM, deine Kinder, deine Familie, dich selbst und deinen AM
betreffend.
Es ist gut, dass du die Umstände des IST hinterfragst....und nicht nur dich dabei siehst. Dennoch - du vergisst offensichtlich, dass dein AM eine LG hat. Die spielt aber in den Überlegungen deines
AM eine Rolle....die wird er nicht ausklammern wollen/können, denn 8 Jahre Affäre sprechen eine andere Sprache. Wäre das anders... hätte er seine LG längst ausgeklammert...oder?
Es gibt kein "das ist richtig/er" / "das ist falsch".... es geht nicht um Schuld oder "keine Schuld" haben. Es geht um Verantwortlichkeiten sich selbst und den Menschen gegenüber, die dein engstes Umfeld bilden - EM, Kinder, Familie, LG des AM (was du wohl nicht ausklammern willst? ) ... und
der IST-Situation um deinen AM mit der Krebserkrankung.
Beide habt ihr versucht, die Verbindung zu lösen - mehrfach und vor der Krebs-Diagnose. Jetzt haben sich die Umstände verändert - durch die Krebs-Diagnose. Die Affäre zu beenden, weil
von euch beiden mehrfach das Bestreben da war, sie zu beenden, wäre gegeben. Auf "anderer Basis" ggf. verbunden bleiben, ist durchaus gegeben....aber auch möglich? Nach 8 Jahren Affäre? Nach jeweils zugestandener Liebe zueinander?
Möglich ist alles - ob es denkbar und umsetzbar ist.... das jeweilige 3-fach-Leben wird das zeigen.
Zitat Nepomuk:
Zitat:Das ist doch wieder was, wo ich dann entscheide, was für eine andere Person gut oder schlecht ist.
Das wird niemals deine Entscheidung sein, was für anderen Menschen (AM?) gut oder schlecht ist - das entscheidet der Andere selbst.