Zitat von dyness:Auch wenn ich mich jetzt vielleicht anhöre wie Oma Hilde- so toll whatsapp und Co sind als zusätzliches Kommunikationsmittel, so problematisch kann es sein. Für mich bringt es eine zusätzliche Problemquelle in eine Beziehung, ob sie jetzt gerade anfängt oder schon gefestigt ist. Es gaukelt eine scheinbare Nähe vor und suggeriert ständig erreichbar sein und reagieren zu müssen.
Das tun Telefone seit den 60er Jahren. Da musste man dann auch nicht mehr mitm Fahrrad "rüber fahren" oder Rauchzeichen setzen. Das entsteht nur im Kopf. Mal Ansage machen, dass man nicht immer erreichbar ist und gut ist.
Zitat:"Was, du hast die Nachricht gelesen- und bist online- und keine Antwort?
Was, erst jetzt? Was, wieso so und nicht mit Küsschen ?
Mit wem warst du denn stattdessen online?! "
Genau. Alles Ängste, die sich im Kopf abspielen. Aber bitte immer nur im Kopf des Gegenüber, nicht im eigenen. Die richtige Antwort wäre schlichtweg: "Ja, erst jetzt. Keine Lust immer am Handy zu hängen. Mit wem online? Mit mindestens 20 anderen Frauen/Männern." Diese Erwartungshaltung muss im Kopf beendet werden und nicht dadurch, dass man WhatsApp deinstalliert. Das ist bewahrpädagogisch. Das ist dasselbe was mit ALLEN Medien seit Achtzehnhundertgrünkohl praktiziert wird. "Groschenromane lassen Frauen in eine Welt abdriften, die total illusionär ist. Alle verbrennen."
Und während das erste sogar noch stimmt, denn Romane sind für den täglichen Eskapismus gedacht, ist die Lösung nicht: Wir schaffen alle Romane ab, SONDERN wir verbreiten Medienkompetenz.
Zitat:Ich hab früher schon in Beziehungen das Bedürfnis gehabt, einfach mal meine Ruhe zu haben und bisschen Abstand.
Dann sag das den Leuten mit denen Du eine Beziehung führst. Und wenn Du das immer getan hast, wo ist dann das Problem?
Zitat:So ein nerviges Handy soll mich jetzt nicht dauernd ablenken, süchtig nach Nachrichten machen, am Haken haben.
Wieso? Hat Dein Handy irgendwie hypnotische Fähigkeiten? Kann das Gedankenstöße verteilen? Es manipuliert Dich, indem es klingelt oder ein Geräusch macht? Falsch. Du bist es, die es dann mit sich machen lässt. Nicht das Handy ist Schuld, sondern Dein Anklang nach Aufmerksamkeit und Belatschern. Nur weil andere Leute von Dir was verlangen, heißt das noch lange nicht, dass Du das auch tun musst.
Zitat:Ich hatte in den 80igern einen Kontrollfreak als Freund- mein Gott, der wäre selig gewesen mit whatsapp. Stattdessen musste er bei meinen Freunden und in meiner Lieblingskneipe anrufen , wenn er mich nicht zuhause erreicht hat. Uaaaah! Grausig! Ich bin noch ewig nach Beendigung der Beziehung zusammengezuckt, wenn in einer Kneipe das Telefon ging.
Ja, und daraus ist dann bestimmt WhatsApp entstanden. Der hat's vermutlich erfunden, um Frauen zu terrorisieren.
Zitat:Ich kann dich gut verstehen, Kati. Ich hab eine Fernbeziehung und das Handy hatte mich eine ganze Weile auch ganz schön am Haken. Hat mich extrem unsicher gemacht und uns eher gestresst als näher gebracht. Seit ich das entschleunigt und meine Erwartungshaltung runtergeschraubt habe, geht es uns sehr viel besser.
Siehste. Und da liegt es nämlich. DEINE Erwartungshaltung. Der Fehler liegt nicht am Handy, sondern im Kopf. Und als Du die Haltung beseitigt hast, ging das flux ganz anders.
Zitat:Ich hab vor allem gemerkt, dass mich mein ständiger ( ok, nicht ganz 24/7 , aber doch sehr oft ) Wunsch nach Kontakt selbst gestresst hat und dass ich selbst einfach mal schlicht und ergreifend meine Ruhe haben will, wer hätte das gedacht . Auch wenn ich ihn vermisse und furchtbar lieb habe.
Peng! Hoffe mal, dass sich das hier jeder mal aufschreibt, der ständig über WhatsApp und Facebook und Handys (Smartphones) allgemein jammert. Es liegt nicht am Medium, sondern an der Medienkompetenz. Wenn man weiß wie man damit umzugehen hat, braucht man auch keine Angst zu haben. Dann muss man nicht ständig gucken, Haken sind einem egal und On-Off-Zeiten ebenso. Das Verbannen bringt gar nichts, weil "Neediness" nicht durch Smartphones sondern im Kopf entsteht.