Liebe Memi,
habe Deinen Thread gerade erst entdeckt und mich durchgekämpft puuuuh, mein Kopf dampft...
Vorab: ich unterstelle mal, es sei tatsächlich eins zu eins seine Realität, woran ich ab und an auch meine gewissen Zweifel habe, wieso braucht zum Beispiel jemand 4 tolle Jahre, um dann plötzlich in diesen Panikmodus zu verfallen und da nicht mehr raus zu finden ...passt irgendwie nicht so wirklich ...
Und auch sein Verständnis von Fairniss, wo er der Knackpunkt war, ist merkwürdig: Du ziehst aus und sollst noch die halbe Miete zahlen? Passt auch nicht so richtig. Warum ist eigentlich nicht
ER ausgezogen und Du hättest die Wohnung behalten können?
DAS wäre für mich konsequent und fair gewesen! Passt auch nicht so recht. Es könnte also auch sein, dass er eine miese Show abgezogen hat... Also A..loch macht der Forenautomat zu Depp ... OK, wir wissen ja, was gemeint ist
Aber bleiben wir mal bei der Version er, ist Opfer gewesen, jetzt ist er im Panikmodus...
2 Kommentare sind mir in besonders positivem Sinne ins Auge gestochen, (was nicht bedeutet, dass die anderen Antworten und Einlagen weniger gut waren, es steht viel gutes hier...)
Das eine ist von Mann mit Bekannter gewesen.
Im Laufe des Lesens kam mir auch genau dieser Gedanke, wer ist denn hier Täter und Opfer...
Also er ist Opfer, das einen schweren Verlust erlitt, dadurch traumatisiert ist...
Mann mit Bekannter hat Recht, nun hat er genau
DICH zum Opfer gemacht. Er hat Dich für seinen Verlust bestraft mit dem selben: mit dem Verlust Deiner Liebe.
Zum Opfer machen gehören aber immer zwei. Er ist der, der Dich zum Opfer macht, Du bist diejenige, die sich zum Opfer machen lässt!
Soll heißen: Die ganze Zeit (ich meine damit, ich habe das immer wieder hier im Thread so gelesen) verstehst Du ihn, dass er traumatisiertes Opfer ist und im Fluchtmodus. Gut, keiner findet das wirklich gut, er müßte sich dem stellen, sich damit auseinandersetzen, es aufarbeiten, außerhalbb der Beziehung und ohne diese zu belasten, aber macht er nicht, man kann niemanden zwingen ...
Du mußt also hinnehmen, Opfer zu sein...
Kenne ich irgendwoher, hatte ich auch, meine Freundin war als 7-Jährige vergewaltigt worden vom Onkel. Der starb während unserer Beziehung. An dieser Stelle kam alles hoch und plötzlich hatte jeder Mann, der in ihrer Nähe war, Ähnlichkeit mit ihrem Onkel ja und da war ja ich der einzige...
Machen konnte ich wirklich rein gar nichts, die Beziehung ist mir buchstäblich zwischen den Fingern zerronnen ...
Aber doch, ich konnte durchaus etwas machen und Du kannst das auch: Du solltest endlich anfangen,
DICH zu verstehen! was Hey schrieb, ging sehr in diese Richtung.
Du kannst Dich fragen, ob Du verantwortlich bist, das projizierte Traumawiederholungsopfer dieses Mannes zu sein. Brauchst Du das? Nein,
niemand braucht das. Wenn es eine Chance der Aufarbeitung gäbe, wenn der Partner daran arbeiten würde, OK, dann kann ich entscheiden, ob ich aus Liebe bereit bin, solange geduldig zu sein und auszuhalten, bis die Verarbeitung bewältigt ist. Ich kann aber auch zu dem Ergebnis kommen, dass es zuviel für mich ist, dass ich nicht stark genug bin oder zu stolz, ständig Punchinggball zu sein. Meine Ex hat damals zwar daran gearbeitet, aber es war trotzdem zuviel für die Beziehung, wahrscheinlich stimmten auch ein paar andere Faktoren der Kategorie Augenhöhe nicht, es ist halt dann gescheitert, aber eben auf Augenhöhe, weil ich diesen Abstand eingenommen habe. Und genau das kannst Du auch. Dir klarmachen, dass Du nicht diejenige bist, die anderer Leute Seelenmüll wegschaufeln muss, insbesondere, wenn diese selbst gar nichts dafür tun. Zu einer anderen rennen ist weniger als nichts und glücklich ... Du kannst ihm die andere ruhig 'lassen', in dem Wissen, dass es ihn ja offenkundig keineswegs glücklich macht. Aber DAS ist seine eigene Verantwortung, während
DU für
Deine Glücklickeit verantwortlich bist!
Naja, es ist wohl so und bleibt auch so, dass da ein bitteres Tröpfchen hängen bleibt, wenn man durch sein Verhalten gar nichts dazu beigetragen hat, dass es zum Scheitern kam, wenn man so mehr oder weniger rein gar nichts machen konnte, um eine Beziehung zu retten.
Aber ist das nicht ein bißchen wie bei einer Lotterie? Man zieht ein Los und dann hat man ... eine Niete.
Schade, dass das Los erst nach 4 Jahren aufgegangen ist. Ach menno, ich drück Dich mal einfach, weh tut's ja trotzdem ...
Aber Du wirst bestimmt auch eine Wohnung finden!
Und ach ja, noch was: wenn die da oben so laut sind, warum solltest Du nicht bitten dürfen, dass man um 23:35 Uhr die Geräuschkulisse etwas drosselt? Ich sehe nicht, dass das etwas damit zu tun hat, ob Du selbst den Mietvertrag hast. Du bist doch nicht nur geduldet dort oder?
Und übrigens: einen ganz herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag und alles Gute für das angebrochene Jahr!
Liebe Grüße vom Wolf