Zitat von Maus 89:Es ist aber so. Ich erlebe es zur Zeit selber. Mein Mann hatte über längere Zeit
eine Affäre. Vor zwei Jahren hat er mir alles gestanden. Diese Geschichte hat
allen dreien viel Schmerz und Verzweiflung gebracht. Obwohl mein Mann sich
für mich entschieden hat, hat er nicht gleichzeitig alle Gefühle für sie einfach
so "abgestellt". Er vermisst sie, weil sie eine Zeit lang eine große Rolle in
seinem Leben gespielt hat. Sie war eine Welt für ihn, die er bei uns lange nicht
fand. Und genau das bereitet mir große Schwierigkeiten. Ich hab mein Vertrauen
in ihn verloren und der Gedanke, "was hatte sie, was ich nicht habe?" und das
er ein Leben geführt hat, in dem ich nur ein "Störfaktor" war, bringt mich immer
noch an den Rand meiner Kraft.
Es ist bittere Wahrheit, für niemanden ist die Welt in Ordnung in einer solchen
Dreiecksgeschichte.Und auch danach nicht, egal wie sie ausgeht. Eine Affäre
hinterlässt zuerst für Alle einen Scherbenhaufen.
Ja, ich fürchte, so ist es tatsächlich oft ... aber den Gedanken "was hat sie, was ich nicht habe" darfst Du ganz flink mal wieder abstellen.
Denn darum geht es überhaupt nicht. Jeder Mensch ist anders, keiner ist besser oder schlechter als der andere. Jeder beliebige Mensch auf dieser Welt hat irgendwas, das Du nicht hast. Dafür hast Du auch was, was jeder andere beliebige Mensch auf der Welt NICHT hat. Sich mit anderen Menschen zu vergleichen bringt immer nur Unglück, und es ist eben auch gleichzeitig völlig unsinnig und führt zu gar nichts. Du wirst niemals das haben, was sie hat, und sie wird niemals das haben, was Du hast. So ist es. Deshalb steckt man als Affärenmann wohl auch so häufig in der "Klemme" - theoretisch müsste man ja abwägen, was einem wichtiger/lieber ist. Das geht aber eben nicht. Am liebsten würde man natürlich beides behalten, klar. Dann hat man ja das "meiste". Aber das geht auch nicht. Und so dreht man sich im Kreis.
Im schlechtesten Fall quält man sich nach so einer Sache jahrelang mit dem Gedanken, dass es vielleicht doch noch jemanden gegeben hätte, irgendwo, der ALLES hat

Und dann kommt man nie wieder irgendwo "an", weil einen dieser Gedanke immer begleiten wird. Das ist glaube ich bei einigen Fremdgängern, die es häufiger machen, so ein Problem. Sie sind immerzu auf der Suche nach dem "perfekten" Partner. Der "Traumfrau", die so viele Eigenschaften wie möglich in sich vereint, die man sich wünscht. Solange sie die/den nicht gefunden haben, halten sie fest, was sie haben, und suchen weiter. Diese Traummenschen gibt es aber in der Regel nicht, außer im Traum halt, und dann wird man zu einem ewig Suchenden, der niemals wieder glücklich wird, weil er nie zu schätzen weiß, was er hat. Herzlichen "Glückwunsch"
Das sehe ich aber bei Euch ganz und gar nicht, liebe Maus. Dein Mann liebt Dich! Er ist nur in einer Zeit, die für Euch beide sehr hart war, schwach geworden. Ich finde das ehrlich gesagt - ohne die ganze Geschichte zu kennen - menschlich. Und auch, dass er sich trotz dieser doch sehr stark reduzierten Affäre irgendwie emotional reingehängt hat, finde ich sogar "gut". Klar ist es doof, für Euch, für Dich vor allem, aber ehrlich gesagt wäre mir das lieber als ein Mann, der alles abtut mit "ach, ich hab nur mal mit der gev....". Das fände ich charakterlich/menschlich irgendwie schlimmer ...