Zitat von free_fall: und davon abgesehen einfach nicht mehr vertrauenswürdig.
Gerade das wirkt lange nach. Man kann kein Vertrauen mehr aufbauen, selbst wenn man es wollte.
Das ginge mir mit meiner Exaffäre, die Gottlob längst aus meinem Leben und meinen Gedanken verschwunden ist, auch so.
Er war nicht vertrauenswürdig und ich begann subtil, hinterher zu spionieren, obwohl ich ja nur die Affäre war. Aber anfangs hätte ich mir mit ihm eine neue Beziehung gewünscht.
Ich bekam manches heraus, anderes erfühlte und erahnte ich und zum Schluss war ich sehr enttäuscht. Von mir, weil ich diesem EDV-Casanova eisern hinterher getrabt war und von ihm, weil er immer im Verborgenen taktierte und keine ehrlichen Worte aussprach.
Die Bezeichnung für ihn stammte von einer Freundin, eine der wenigen, die Bescheid wusste und die sagte mal zu mir: Was willst Du denn eigentlich noch mit diesem EDV-Casanova?
Ja, was wollte ich noch? Das Unmögliche möglich machen? Ihn umprogrammieren, was ja eh nicht funktioniert? Ich arbeitete schlichtweg meine Kindheitsdefizite an ihm ab und als mir das lange nach der Trennung klar wurde, schämte ich mich. Vor mir selbst.
Die Bezeichnung war gut gewählt, denn für die IT hatte er ein gutes Händchen. Er ist gründlich, sehr versiert und programmiert so lange rum, bis das Ergebnis so aussieht, wie er es haben will. Dafür bewunderte ich ihn sehr, aber das ist natürlich keine Basis für eine Beziehung.
Solche Erfahrungen haben auch etwas Gutes, denn man kann viel über sich selbst lernen und das ist ein bleibendes Kapital. Ich denke, Du hast duch die Trennung viel mehr zu dir selbst gefunden als in der Beziehung. Schau Dir mal die Überschrift Deines Threads an! Die passt heute überhaupt nicht mehr und das ist gut so.
Er hat nicht Dein Leben zerstört, er hat Dir geholfen, in ein besseres Leben zu finden.